Insolvenz

Firma Müsse beantragt Insolvenz und stellt Betrieb ein

Für die Belegschaft und die Vertragspartner sei die Insolvenz von Müsse ein bitterer Moment, so der Insolvenzverwalter.

Für die Belegschaft und die Vertragspartner sei die Insolvenz von Müsse ein bitterer Moment, so der Insolvenzverwalter.

Foto: Michael Kleinrensing

Erndtebrück/Siegen.  Schon zum zweiten Mal stellt das Erndtebrücker Unternehmen einen Insolvenzantrag. Insolvenzverwalter: „Ein bitterer Moment für die Belegschaft“.

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Das zweitgrößte Hoch- und Tiefbauunternehmen im Wittgensteiner Land stellt zum zweiten Mal innerhalb von fünf Jahren einen Insolvenzantrag. Das Amtsgericht Siegen ordnete am 13. November 2019 die vorläufige Insolvenzverwaltung an und bestellte Dr. Gregor Bräuer, Partner der deutschlandweit ansässigen Sozietät hww hermann wienberg wilhelm, zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

„Mein Team und ich haben unverzüglich verfügbare Optionen für eine Fortführung des Unternehmens geprüft. Wir mussten jedoch feststellen, dass selbst unter Berücksichtigung insolvenzspezifischer Sondereffekte die wirtschaftliche Grundlage auch nur für eine zeitweise Fortführung des Geschäftsbetriebes ersatzlos entfallen ist“, so Dr. Bräuer zum wirtschaftlichen Status der Friedrich Müsse GmbH & Co. KG. „Dies ist ein bitterer Moment für die Belegschaft und die Vertragspartner; nicht zuletzt aber auch für die Gesellschafter.“

Bereits am vergangenen Freitag hat Dr. Bräuer die Belegschaft über die aktuelle Situation informiert. Den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen wird zeitnah gekündigt und der weit überwiegende Teil der Belegschaft unwiderruflich freigestellt. Ein Abwicklungsteam soll den vorläufigen Insolvenzverwalter vor Ort noch unterstützen. „Die Agentur für Arbeit hat mir heute gegenüber signalisiert, dass – trotz des Umstandes, dass das Unternehmen zum zweiten Mal in Folge in die Insolvenz geraten ist – die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vollen Anspruch auf Insolvenzgeld haben. Einkommenseinbußen hat die Belegschaft daher nicht zu besorgen.“

Insolvenzplan wurde 2016 aufgehoben

Die Friedrich Müsse GmbH & Co. KG hatte bereits im Dezember 2014 einen Insolvenzantrag gestellt. Das Insolvenzverfahren, welches damals in Eigenverwaltung durchgeführt wurde, wurde nach Bestätigung eines Insolvenzplans im Juli 2016 aufgehoben. Sämtliche 71 Arbeitsplätze konnten damals erhalten werden. Gründe für die erneute Insolvenz sind die Folgen eines harten Wettbewerbs um wenig lukrative Aufträge und qualifiziertes Personal, nicht zuletzt aber die verminderte Bereitschaft und Fähigkeit einzelner Kunden, ihren Zahlungspflichten gegenüber dem Unternehmen uneingeschränkt nachzukommen. Das nunmehr beantragte Insolvenzverfahren wird als reguläres Verfahren durchgeführt.

Die Friedrich Müsse GmbH & Co. KG ist ein mittelständisches Bauunternehmen aus der Region Siegen-Wittgenstein. Es gilt als das zweitgrößte Hoch- und Tiefbauunternehmen in der Region. Das Familienunternehmen hat eine 85-jährige Tradition und bietet Dienstleistungen im Industriebau, Kommunalbau und Privatbau an.

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