Jugendfeuerwehr

Feuerwehrnachwuchs probt in Raumland den Ernstfall

Großübung der Jugendfeuerwehren der Stadt Bad Berleburg am 21. September 2019 in Raumland

Großübung der Jugendfeuerwehren der Stadt Bad Berleburg am 21. September 2019 in Raumland

Foto: Ute Schlapbach

Raumland.  Die Jugendfeuerwehren standen in Raumland einem spektakulärem Szenario gegenüber. So schlug sich der Bad Berleburger Nachwuchs. Mit Fotostrecke.

Zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge bewegen sich am Samstagmittag mit Blaulicht und Martinshorn im Minutentakt Richtung Industriegebiet Raumland Bahnhof. Ziel ist die Firma Obermeier. Durch Handwerkerarbeiten kam es zu einem ausgedehnten Brand auf dem Dach eines Gebäudes im Werk II.

Funkenflug und Flugfeuer entzündeten weitere Brände in der Nähe der Bahnstrecke und im Leergutlager von Werk I. Fünf Personen werden vermisst. Das ist das Szenario der Großübung der Jugendfeuerwehr Bad Berleburg, die in diesem Jahr vom Löschzug V (Mittleres Edertal), bestehend aus den Löschgruppen Berghausen, Hemschlar, Raumland, Rinthe und Weidenhausen, ausgerichtet wurde. Federführend hatte sich Brandoberinspektor Andreas Martin, Löschzugführer des Zuges V, gemeinsam mit seinem Team die Aufgaben für die jungen Kameraden und Kameradinnen ausgedacht und ausgearbeitet.

Die Aufgaben

Insgesamt nahmen 72 Kinder und Jugendliche aus zwölf Einheiten teil, knapp 30 Betreuer begleiteten sie. Die Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 17 Jahren erwartete eine komplexe Übungslage, die sie vor vielfältige, teilweise parallel abzuarbeitende Aufgaben stellte.

Nach gründlicher Erkundung der Lage stand die Menschenrettung an erster Stelle. Dazu waren Übungs-Atemschutzgeräte im Einsatz, eine Wasserversorgung aus dem Hydrantennetz wurde sichergestellt und dann begann die Suche bzw. Rettung der Vermissten. Sie wurde nach einiger Zeit erfolgreich abgeschlossen. Gleichzeitig widmete sich der Feuerwehrnachwuchs der Brandbekämpfung.

Der Einsatz

Dabei galt es auch, den nicht betroffenen Teil der Firma zu schützen. Hierzu wurde eine Wasserversorgung aus der Eder aufgebaut, um das Wasser mit Schläuchen und mehreren Pumpen auf das ca. 400 Meter entfernte Übungsgelände zu befördern. Mit dem zusätzlichen Wasser war nun genug Löschmittel vorhanden, um einen massiven Angriff aus mehr als einem Dutzend Strahlrohren auf den Brand durchzuführen.

Übrigens: Die Bahnstrecke durfte aus Sicherheitsgründen auch während der Übung weder von Teilnehmern noch von den zahlreichen Zuschauern betreten werden. Das wurde durch Posten am beschranktem Bahnübergang von der Übungsleitung sichergestellt. Außerdem waren als Abschnittsleiter die Brandinspektoren Torsten Müller und Stefan Dreisbach und Hauptbrandmeister Mike Radenbach im Einsatz sowie Firmenmitarbeiter.

Gegen 15.30 Uhr kam die Meldung „Feuer aus und Übungsende“. Anschließend packten die jungen Feuerwehrkameraden ihr Material wieder auf die Fahrzeuge und verließen das Übungsgelände in Richtung Berghäuser Fest- und Kulturhalle. Dort gab es zur Stärkung Würstchen und kühle alkoholfreie Getränke.

Das Fazit

Ebenso stand eine kurze Übungsnachbesprechung an. „Mir ist nichts aufgefallen, das nicht so geklappt hat, wie es geplant war“, nickt An-dreas Martin zufrieden.

Auch die Worte von Bad Berleburgs Wehrführer Klaus Langenberg, der auch Grüße von seinen Stellvertretern und Bürgermeister Bernd Fuhrmann bestellte, gingen in diese Richtung: „Ich hab’ mich überzeugen können, dass ihr mit Eifer bei der Sache seid. Die Jugendfeuerwarte haben euch Feuerwehrhandwerk beigebracht, das ihr sauber umsetzen könnt.

Das, was ich gesehen habe, war hervorragend! Vielleicht noch als Rat mit auf euren Weg: Versucht truppweise vorzugehen und sprecht miteinander. Kommunikation ist das A und O.“

Dem kann sich Stadtjugendfeuerwehrwart Mario Schuppener nur anschließen. Außerdem gilt ihr Dank allen Organisatoren und Unterstützern dieser alles andere als alltäglichen Übung, die in solcher Dimension erst wieder 2021 stattfinden wird. Besonders sei hier die Geschäftsführung der Firma Obermeier genannt, die ohne zu zögern auf Anfrage das Werksgelände für die Großübung zur Verfügung stellte.

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