Röhrengeschäft

Eisenwerk-Familie reagiert betroffen auf Arbeitsplatzabbau

Während an den beiden Siegener Standorten zum 31. März 2020 Schluss ist, konzentriert sich das Erndtebrücker Eisenwerk jetzt auf die Zukunft am Stammsitz (Foto).

Während an den beiden Siegener Standorten zum 31. März 2020 Schluss ist, konzentriert sich das Erndtebrücker Eisenwerk jetzt auf die Zukunft am Stammsitz (Foto).

Foto: WP-Archiv

Erndtebrück.  „Wir haben gewusst, dass da etwas auf uns zukommt, aber die Härte kommt überraschend“, sagt die EEW-Betriebsratsvorsitzende Anke Möllers.

Die Nachricht über die Schließung der beiden Standorte EEW-Pickhan und EEW-Bergrohr in Siegen wurde auch im Erndtebrücker Stammwerk mit „großer Betroffenheit“ aufgenommen. „Wir sind die EEW-Familie, das macht uns allen zu schaffen“, berichtet die Betriebsratsvorsitzende des Erndtebrücker Eisenwerks, Anke Möllers, über die Grundstimmung der Belegschaft. „Es ist ein blöder Zeitpunkt vor Weihnachten, aber für eine solche Nachricht gibt es keinen richtigen Zeitpunkt.“ Möllers sagt aber auch: „Wir haben gewusst, dass da etwas auf uns zukommt, aber die Härte kommt überraschend.“

Während an den beiden Siegener Standorten zum 31. März 2020 Schluss ist, konzentriert sich das Erndtebrücker Eisenwerk jetzt auf die Zukunft am Stammsitz. Für die Gewerkschaft IG Metall und den Betriebsrat kommt es darauf an, den von der Geschäftsführung angekündigten und auf drei Jahre angesetzten Restrukturierungsprozess zu begleiten. Immerhin gibt es laut EEW-Personalleiterin Jessica Becker in Erndtebrück rund 500 Arbeitsplätze. Auch dort wird es nach Einschätzungen von Geschäftsführung und IG Metall neben der Modernisierung des Maschinenparks personelle Veränderungen geben.

Anke Möllers ist aber optimistisch: „Es geht für Erndtebrück um ein Standortsicherungskonzept. Darüber sind wir froh.“ Den Arbeitsplatzabbau wollen Arbeitnehmervertreter und Arbeitgeber „so sozialverträglich wie möglich gestalten“. Für Möllers kann dies über ein Konzept von Vorruhestandslösungen funktionieren. Allerdings geht dies nicht von heute auf morgen: „Das ist für uns kein alltägliches Geschäft. Wir haben jetzt die Möglichkeit, uns dafür aufzustellen und zu informieren. Mit der Beratungsgesellschaft Banner & Küster bekommen wir Unterstützung.“

Das sagt der Bürgermeister

Auch in der Gemeinde Erndtebrück wurde die Nachricht vom Dienstag mit Betroffenheit registriert: „EEW ist seit jeher ein unglaublich wichtiges Unternehmen für Erndtebrück. Ich bin daher jederzeit in enger Abstimmung mit der Unternehmensleitung. Natürlich ist es bedauerlich, dass diese Schritte notwendig werden. Die handelnden Personen zeichnen sich jedoch seit vielen Jahren durch einen sehr verantwortungsvollen Umgang mit dem Unternehmen und den beschäftigten Mitarbeitern aus“, sagt Erndtebrücks Bürgermeister Henning Gronau. Und er blickt trotz der schlechten Nachrichten optimistisch auf das Restrukturierungskonzept: „Ich bin mir sicher, dass gute Lösungen gefunden werden. Der Standort Erndtebrück wird stärker und noch besser aufgestellt aus dieser Situation hervorgehen. Das unterstreichen nicht zuletzt die geplanten Investitionen im deutlich zweistelligen Millionenbereich in den Maschinenpark und die Infrastruktur.“

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