Engagement

Dorfverein Aue-Wingeshausen sucht Helfer bei Mäh-Arbeiten

In Aue und Wingeshausen hat der Dorfverein die Pflege der öffentlichen Grünflächen übernommen. Die Qualität der Arbeiten ist sehr hoch, so wie hier beispielsweise auf dem Dorfplatz in Aue.

In Aue und Wingeshausen hat der Dorfverein die Pflege der öffentlichen Grünflächen übernommen. Die Qualität der Arbeiten ist sehr hoch, so wie hier beispielsweise auf dem Dorfplatz in Aue.

Foto: Dorfverein

Aue-Wingeshausen.   Öffentliche Grünflächen werden von Ehrenamtlichen gepflegt. Die Stadt Bad Berleburg zahlt Entschädigungen, die für Dorfprojekte genutzt werden.

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Die Mäh-Saison hat Fahrt aufgenommen und damit ist auch der Dorfverein Aue-Wingeshausen gefordert. Die Helfer des Vereins mähen die öffentlichen Grünflächen in beiden Ortschaften mit ehrenamtlicher Arbeitskraft – im Auftrag der Stadt Bad Berleburg. Der Verein erwirtschaftet damit Erlöse, um gemeinnützige Projekte und Ideen in Aue und Wingeshausen finanzieren zu können. Am Donnerstag findet der nächste Mäh-Einsatz in Wingeshausen statt, Treffpunkt ist dafür um 16 Uhr am Friedhof. Gemäht werden sollen neben der Ruhestätte der Bereich Inselweg und der Spielplatz. Helmut Keßler, der Vorsitzende des Dorfvereins, hofft, dass sich dem Helfer-Pool in Aue und Wingeshausen weitere ehrenamtliche Kräfte anschließen.

Herr Keßler, die Pflege von öffentlichen Grünflächen ist eine kommunale Aufgabe. Warum ist der Dorfverein Aue-Wingeshausen im Boot und damit auch in der Verantwortung?

Helmut Keßler: Dass die Pflege des öffentlichen Grüns eine kommunale Aufgabe ist, steht nicht in Abrede. Wir als Dorfverein haben im Jahr 2013, ziemlich schnell nach der Gründung des Vereins, einen Vertrag mit der Stadt Bad Berleburg abgeschlossen. Der Dorfverein verpflichtet sich, die Pflege der Flächen in Aue und Wingeshausen zu übernehmen und erhält dafür eine Entschädigung. Mit dem Erlös finanzieren wir Projekte, die wir uns ansonsten nicht leisten könnten.

Aber Sie gehen als Verein, dessen Basis ja das Ehrenamt ist, eine nicht unerhebliche Verantwortung ein, oder?

Natürlich stehen wir auch in der Pflicht. Die Stadt Bad Berleburg verlangt einen Mindeststandard, in welchem Zustand sich die Flächen befinden sollten. Nach dem, was wir an Rückmeldungen aus dem Rathaus bekommen, liegen wir ganz ordentlich im Rennen – vorsichtig formuliert. Stichwort Verantwortung: Der Dorfverein verfügt mittlerweile über einen Fuhr- und Maschinenpark, dessen Wert sich im fünfstelligen Bereich eingependelt hat. Ganz klar: Wir wollen diese Aufgabe mit Qualität anpacken. Wir unterhalten uns über eine Gesamtfläche von 43.000 Quadratmetern.

Was sagen Sie zu der Befürchtung, dass durch das ehrenamtliche Engagement möglicherweise Arbeitsplätze beim städtischen Bauhof gefährdet sein könnten?

Diese Gefahr besteht nicht. Der Bauhof erhält durch unser Engagement freie Kapazitäten für andere Aufgaben. Es wird niemand seinen Arbeitsplatz verlieren. Und einen weiteren Aspekt sollte man im Blick haben: Durch die Übernahme der Grünpflegearbeiten in Aue/Wingeshausen konnten wir den städtischen Haushalt nicht unerheblich entlasten.

Keine Angst, dass Ihnen für diese Aufgabe irgendwann das Ehrenamt ausgehen könnte?

http://Von_Aleppo_nach_Aue-_Flüchtling_erzählt_von_seinem_Leben{esc#214879287}[news] Natürlich kann man nie genug Helfer haben. Im Optimalfall steht pro Ortschaft ein Pool von zwölf bis 15 Helfern zur Verfügung. Ich bin optimistisch, dass wir das dauerhaft hinbekommen. Es gibt ja auch sehr schöne Beispiele von Eigeninitiative. In der Müsse wird der dortige Spielplatz schon seit Jahren in Eigeninitiative gemäht, hier muss der Vorstand überhaupt nicht eingreifen. Und in Aue haben sich mehrere Jungs zusammengefunden, die riesig Spaß an der Arbeit haben. Aber wir sind immer realistisch. Der Vertrag mit der Stadt wäre im Fall der Fälle beidseitig mit einer halbjährlichen Frist kündbar. Passiert das nicht, verlängert sich der Kontrakt stillschweigend. Damit können beide Parteien gut leben.

Der Dorfverein Aue-Wingeshausen hat mit den Mäharbeiten aus der Ortschaft heraus eine Vorreiter-Rolle übernommen. Mittlerweile haben andere Dörfer nachgezogen.

Das zeigt doch, dass unser Weg nicht ganz so falsch gewesen sein kann. Wir sehen das schon als kleine Erfolgsgeschichte. Wir sind als Dorfverein angetreten, um unsere Zukunft ein Stück in die eigenen Hände zu nehmen und Verbesserungen zu erreichen. Die Mäharbeiten sind ja nur ein Punkt von vielen. Wenn ich es summiere, kommt der Dorfverein jährlich auf 130 Einzelangebote. Das funktioniert aber nur in einer tollen Gemeinschaft.

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