Im Gespräch

Dirk Landsmann: „Dem Jäger empfehle ich den Loden“

Der Exponaten-Raum des Hegerings im Dorfgemeinschaftshaus Hemschlar. Hier zeigt Dirk Landsmann das Kopfskelett eines Wildschwein-Keilers. Das veranschaulicht in Schulungen etwa die Schwarzwild-Problematik.

Der Exponaten-Raum des Hegerings im Dorfgemeinschaftshaus Hemschlar. Hier zeigt Dirk Landsmann das Kopfskelett eines Wildschwein-Keilers. Das veranschaulicht in Schulungen etwa die Schwarzwild-Problematik.

Foto: Eberhard Demtröder

Bad Berleburg.  Herrenausstatter Dirk Landsmann stellt als Vorsitzender des Hegerings Bad Berleburg dessen neues Domizil im Dorfgemeinschaftshaus Hemschlar vor.

Das neu gestaltete Dorfgemeinschaftshaus in Hemschlar öffnet am heutigen Samstag um 12 Uhr mit einem „Tag der offenen Tür“ offiziell seine Pforten. Alle Vereine des Ortes werden sich mit Aktionen beteiligen und mit den Bürgern feiern. Einer der Vereine ist der Hegering Bad Berleburg, für den das renovierte Haus inzwischen eine neue Heimat ist. Dazu im Interview mit unserer Redaktion: Dirk Landsmann, der 1. Vorsitzende des Hegerings, der sich daneben aber auch noch ganz anders engagiert.

Seit fast genau einem Jahr ist das Dorfgemeinschaftshaus Hemschlar die neue Heimat auch des Hegerings Bad Berleburg, zumindest in einigen Räumen. Fühlt man sich da als Verein inzwischen auch so richtig „zuhause“?

Dirk Landsmann: Wir sind letztes Jahr in eine Baustelle eingezogen und mussten anfangs noch auf die Räumlichkeiten der Dorfgemeinschaft zurückgreifen, bis unsere Räumlichkeiten fertiggestellt wurden. Im Laufe der Zeit ist einiges passiert und wir haben annähernd alles an seinem Platz, so dass wir unsere Treffen, Events und den Jungjägerkurs durchführen und von einem „Zuhause“ sprechen können.

Schulungen für Jungjäger, Platz für zahlreiche Präparate, Lager-Räume in der 1. Etage – wie nutzt der Hegering die Räume übers Jahr?

An zwei Tagen in der Woche findet unser Jungjägerkurs statt. Unsere zweite Jagdhornbläsergruppe Elsofftal, welche durch einige Hegering-Mitglieder vor 14 Jahren gegründet wurde, halten ihren Übungsabend einmal in der Woche. Darüber hinaus halten wir unseren Jäger-Stammtisch, der an jedem dritten Freitag im Monat stattfindet – sowie einige Workshops, wo der theoretische Teil in unseren Räumlichkeiten läuft. Da kann es dann um Themen wie die revierübergreifende Drückjagd, Jagdhunde oder auch einen Wild-Kochkurs gehen. Die jährliche Hegering-Versammlung sowie die Trophäenschau wird zukünftig in Hemschlar stattfinden.

Wie kam es eigentlich dazu, dass der Hegering jetzt „Untermieter“ des Dorfvereins ist?

Durch unsere Protokollführerin Christiane Dreisbach, die in Hemschlar wohnt, ist der Kontakt entstanden. Wir waren auf der Suche nach einer zentralen Anlaufstelle für unsere Hegering-Mitglieder und wollten darüber hinaus unser Inventar auch an einem Ort unterbringen. Ja, wir bezahlen eine Miete und hoffen auf eine gute Entwicklung.

Konnten sich seinerzeit auch Mitglieder des Hegerings beim Umbau des Dorfgemeinschaftshauses einbringen? Wie?

Der Umbau der Räumlichkeiten wurde in erster Linie von der Dorfgemeinschaft durchgeführt. Ein großes Lob geht an alle Helfer, die im Hand- und Spanndienst eine super Arbeit geleistet haben.

Wir selbst haben mit einigen Hegering-Mitgliedern einiges in unseren angemieteten Räumlichkeiten umgesetzt und können von optimalen Bedingungen sprechen. Unser besonderer Dank geht an Heinz-Georg Althaus, Zimmermeister aus Alertshausen, und seinen Mitarbeiter, die uns bei den Holzarbeiten sehr geholfen haben.

Und wie entwickeln sich die Mitgliederzahlen beim Bad Berleburger Hegering? Auch dank des neuen Domizils nach oben?

Der Hegering ist momentan 239 Mitglieder stark. Durch die Jungjäger, die sich zu unserem Kurs anmelden, kommen einige Neuzugänge hinzu. Wir wünschen uns, zukünftig Jagdpächter und Pirschbezirksinhaber sowie neue Bürger von Berleburg und Umgebung, die Jäger sind, als Hegeringmitglieder begrüßen zu dürfen.

Stichwort „Jungjäger-Ausbildung“ – mit Berufsjägern, Förstern, Rechtsanwälten und Tierärzten als „erfahrene Ausbilder“: Wie kommt das bei der Zielgruppe an? Warum braucht man da so viele Berufsgruppen?

Zum einen ist unsere Jungjäger-Ausbildung deshalb so erfolgreich, weil wir Fachleute aus den Bereichen Wald und Forst, Wild, Natur, Gesetz- und Waffenkunde haben, welche in etwa acht Monaten unseren Jungjägern ihr Fachwissen in Theorie und Praxis vermitteln. Außerdem verlangt es das Prüfungsprotokoll. Der Vorteil ist, dass jeder Teilnehmer seinem Berufs- und Familienleben nachkommen kann. Somit ist das Lernen mit ausreichend Zeit und ohne Stress möglich – im Vergleich zu den Sechs-Wochen-Crashkursen, die im Wettbewerb stehen, mit Stress und engem Zeitfenster.

„Bin ein Freund von Wald, Wild und Natur und genieße die Momente in unserem schönen Wittgenstein.“ So formulieren Sie es knapp in Ihrem Internet-Profil des Vereins „Hegering – Jägerschaft der Stadt Bad Berleburg“. Was erleben Sie bei solchen Gelegenheiten draußen?

Der Wald ist für mich zu einem wichtigen Punkt in meinem Leben geworden. Ich erlebe die jahreszeitlichen Veränderungen der Natur, den Anblick des Wildes und deren Entwicklung. Ich genieße diese Momente.

„Kleidung hat wichtigere Aufgaben, als uns zu wärmen. Sie verändert unseren Blick auf die Welt und den Blick der Welt auf uns.“ So zitieren Sie in Ihrem Internet-Auftritt „www.der-mobile-herrenausstatter.de“ die britische Schriftstellerin und Verlegerin Virginia Woolf. Welches Outfit würden Sie zum Beispiel Jagdgenossen empfehlen?

Dem Jäger oder der Jägerin empfehle ich den Loden, welcher wieder im Kommen ist. Zum einen ist er sehr robust und geräuscharm und zum anderen der perfekte Klimaregulierer, denn was gut gegen Kälte ist, ist auch gut gegen Wärme. Darüber hinaus steht bei mir auch hier Nachhaltigkeit im Vordergrund. Und man(n) sollte – Frau auch – als Naturfreund beim Kauf von Jagdbekleidung bedenken, dass Fleece- und Funktionsbekleidung, welche aus technischen Fasern wie Funktionsmembranen oder Kunstfaserpelz hergestellt wird, nicht recycelbar sind.

„Ich begleite und berate Sie fachgerecht bei der Auswahl und Zusammenstellung Ihrer persönlichen Herrengarderobe“, werben Sie für Ihren besonderen Service. Sind dabei Textil-Anbieter im Internet eine starke Konkurrenz? Oder liegen Sie mit persönlicher Beratung sogar in der gewohnten Umgebung der Kundschaft vielmehr voll im Trend?

Das Internet hat dem Textil-Einzelhändler sehr geschadet. Ich habe die Nische gesucht und berate vor Ort, bin bundesweit unterwegs und mache meine Kunden unter meinem Label „Dirk Landsmann – Wittgenstein“ zum eigenen Designer. Darüber hinaus biete ich die Stilberatung an, wo ich meinen Kunden ihre Persönlichkeit und deren Vorlieben, verbunden mit Farben und Materialien, vorstelle. Diese Leistungen kann man mit keinem Klick online kaufen. Mein Auftritt im Internet ist somit meine zweite Visitenkarte.

Definitiv via Internet sind Sie seit einigen Jahren schon mit „www.reifenbett.de“ präsent. Ist das für Sie ein innovatives Geschäftsmodell oder eher ein Hobby? Oder beides? Wie groß ist da eigentlich die potenzielle Zielgruppe?

In der heutigen Zeit ist es wichtig, auf mehreren Fundamenten zu stehen. Angefangen habe ich mit ein paar Modellen – und mich im Laufe der Zeit auf den perfekten Reifenschutz spezialisiert. Es ist für mich eine Mischung aus Liebe zum Automobil und ein Business, das überwiegend ein Saisongeschäft ist. Die Kunden befinden sich im Inland und im europäischem Ausland. Durch die neue Kooperation mit dem ADAC sowie den Verkauf im autorisierten Fachhandel wird der Bedarf unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit auch hier ausgeweitet.

Mit Dirk Landsmann sprach Eberhard Demtröder.

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