Interview

Der Fischelbacher: „Kreativ sein kann ich auch zu Hause“

Andreas Otto verlässt die Funke Mediengruppe und geht in Rente. Der 61-jährige Bad Laaspher hat über 44 Jahre lang als Medienberater für Westfalenpost und Westfälische Rundschau gearbeitet.

Andreas Otto verlässt die Funke Mediengruppe und geht in Rente. Der 61-jährige Bad Laaspher hat über 44 Jahre lang als Medienberater für Westfalenpost und Westfälische Rundschau gearbeitet.

Foto: Lars-Peter Dickel

Bad Berleburg.  Andreas Otto, langjähriger Medienberater der Funke-Mediengruppe, wechselt in den Ruhestand. Den Kontakt zu Kunden vermisst er jetzt schon

Für viele Wittgensteiner Unternehmen und Anzeigenkunden ist der Name Andreas Otto mindestens so stark mit den Tageszeitungen Westfalenpost und Westfälische Rundschau verbunden wie die Namen von Redakteuren. Der 61-jährige Bad Laaspher war über Jahrzehnte hinweg in Wittgenstein, aber auch ganz Südwestfalen und bis weit hinein nach Hessen als Medienberater für die Funke-Mediengruppe unterwegs. Nach fast 45 Jahren im Job verlässt der gebürtige Fischelbacher das Pressehaus in Bad Berleburg – und geht zum Jahreswechsel in den Ruhestand.

Was wirst Du als erstes machen, wenn Du Zuhause bist?

Andreas Otto: Ich werde erstmal mein Auto ausräumen und die Körbe mit den ganzen Dingen leeren, die ich aus dem Büro mitgenommen habe, zum Beispiel mit einem Bild des Malers Wilhelm Krämer.

Was wirst Du am meisten vermissen nach über 44 Jahren als Medienberater bei der Funke-Mediengruppe?

Ganz klar die vielen Kontakte zu Kunden und Kollegen. Und vielleicht auch einige Teile meiner Arbeit – die Konzepte und Werbekampagnen, die ich erarbeiten konnte. Wobei – kreativ sein kann ich auch zu Hause.

Dein Beruf ist vielfältig. Was hat Dich daran am meisten gereizt?

Dass ich unternehmerisch tätig sein kann. Wir können zusammen mit unseren Kunden Werbekampagnen oder Anzeigen von der Idee bis zum druckfähigen Ergebnis begleiten und haben dabei so unendlich viele Möglichkeiten. Und man ist sehr selbstständig. Ich kann meinen Monat und mein Jahr nach den Zielen frei planen.

Wenn Du auf über vier Jahrzehnte Deines Berufslebens zurückblickst: Was hat sich da im Laufe der Zeit am meisten verändert?

Ich komme ja noch aus einer Zeit ohne Fax oder Kopiergerät. Deshalb hatten wir noch mehr Kundenkontakte als heute. Die Anzeigen wurden eingeworben, Angebote gemacht und durchgesprochen. Mit den Korrekturabzügen sind wir dann wieder raus zu den Kunden gefahren.

Der technische Fortschritt hat auch Dein Berufsbild massiv verändert...

Ich habe ja noch mit Blei- und Zinkplatten gearbeitet, den so genannten Stereotypen und mit Matern aus Pappe. Von den Anzeigen-Negativen aus Metall haben wir dann aus den Druckereien Bürstenabzüge zur Korrektur bekommen. Anfang der 1980er Jahre kam dann der Fotosatz. Damals haben wir dann Fotoabzüge bekommen und Papierabzüge mit Schere und Gummikleber zusammengebaut.

Dann konnten Euch doch auch die Kunden besser mit Vorlagen versorgen?

Ja, das Problem war nur, dass diese Anzeigen als Positive geliefert werden mussten. Ich weiß das noch genau. Ein Bad Berleburger Kunde hatte uns eine halbseitige Anzeige als Negativ auf Film gebracht. Die ist dann als Negativ im Blatt gedruckt worden. Ja, das waren die Anfänge mit dem Fotosatz...

Wann hielten die Computer Einzug in Deinen Berufsalltag?

Das war Ende der 1980er Jahre. Aber diese Computer waren bessere Schreibmaschinen mit Speicherfunktion. Es wurde weiterhin alles auf Papier weiter verarbeitet, oder ausgedruckt und abgeheftet oder in die Buchhaltung geschickt.

Das ist heute ja ganz anders...

Anfang der 2000er Jahre begann die Entwicklung zu einem komplett digitalen System. Und der nächste Schritt wird sein, dass wir mit einem Tablet-PC zum Kunden gehen, ihm dort alle Möglichkeiten präsentieren – und dann auch gleich abschließen können.

Wie hat sich die Digitalisierung auf das Berufsbild ausgewirkt?

Du hast jetzt mehr Verantwortung. Du kannst das Produkt von der Entstehung bis zu seinem Platz in der Zeitung begleiten.

Lieber Andreas, vielen Dank für Deine Jahrzehnte lange tolle Unterstützung. Wir, die Redaktion, wünschen Dir für die Zukunft im Ruhestand alles Gute.

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