Kunst & Kultur

„communicate.me“ auf der Bühne: Tödlicher Fehler im Netz

(von links: Jonathan Schröder, Andreas Valiakos, Emily Kern, Emily Wilson, Frederik Afflerbach, Mauritz Watzek und David Schneider). Jeff telefoniert wieder und merkt gar nicht was um ihn herum passiert.

Foto: Bastian Grebe

(von links: Jonathan Schröder, Andreas Valiakos, Emily Kern, Emily Wilson, Frederik Afflerbach, Mauritz Watzek und David Schneider). Jeff telefoniert wieder und merkt gar nicht was um ihn herum passiert.

Bad Berleburg.   Im Theaterstück „communicate.me“ zeigt der Literaturkurs des JAG, welche Gefahren in virtuellen Räumen lauern können. Tiefgründig und aufrüttelnd

Wir waren ganz gewöhnliche Jugendliche. Wir wohnten in derselben Stadt, gingen auf dieselbe Schule.“ Die Akteure des Jugendstücks „communicate.me“ von Ulrike Winkelmann suchen Verständnis, Trost, den Kick oder die Wahrheit. Auf ihrer Suche nach all dem begegnen sie sich im Chatroom und vergessen dabei die Realität. Fiktion scheint real.

Der Literaturkurs des Johannes-Althusius-Gymnasiums (JAG) Bad Berleburg hat in den vergangenen Monaten an der Umsetzung dieses Bühnenstückes gearbeitet, das viele Jugendliche zum Nachdenken bewegen sollte. Die Personen im Stück sind etwa im gleichen Alter wie die Schauspieler und erleben Dinge, die so auch im wirklichen Leben passieren könnten.

In den Selbstmord getrieben

Da ist zum einen Steven (David Schneider), der gerade seinen Traumjob als DJ im Partycafé „de Burch“ bekommen hat und den Zuschauer durch die Handlung leitet. Zum anderen gibt es Nadja (Emily Kern), die vor kurzem ihren Vater verloren hat. Ihr Bruder Iwan (Mattis Kaletsch) geht damit sehr locker um, bemerkt aber nicht, wie schlecht es seiner Schwester geht. Nadja sucht im Chatroom Ablenkung und trifft dabei auf Leon (Jonathan Schröder). Beide verstehen sich sehr gut und Nadja helfen die Gespräche im Chatroom.

Schon bald kommt es zu einem Treffen von Nadja und Leon, doch Nadja sucht weiterhin Trost im Chat. Sie trifft dort auf Kevin (Luis Kreuger), den besten Freund ihres Bruders. Dieser gaukelt ihr vor, mit Toten sprechen zu können und treibt Nadja in den Selbstmord. Erst als es zu spät ist, merken Iwan und Kevin, was sie für einen tödlichen Fehler begangen haben.

Gefährliche Skateboard-Stunts

Da gibt es außerdem Steffi (Sophie Achenbach) und Carolin (Viktoria Dienst). Steffi postet gefährliche Skateboard-Stunts im Internet und wird dafür gefeiert. Carolin filmt das alles. Auch Timi (Mauritz Matzek) himmelt Steffi an und möchte dazu gehören. Nachdem ein neuer Stunt fast tödlich geendet wäre, möchten Carolin und Timi nicht mehr mitmachen, weil sie das nicht mehr lustig finden. Das Risiko ist Steffi egal. Sie ist süchtig nach Likes.

Jeff (Andreas Valiakos) sitzt ständig in „de Burch“ herum und hängt an seinem Handy. Er bekommt nicht mit, was um ihn herum passiert. Selbst als Paula (Emily Wilson), die Ex-Freundin von Steven, Liebeskummer hat und mit ihm sprechen möchte, ist das Handy wichtiger. Andre (Paul Pätzold) ist Barkeeper und empfiehlt Paula den Chatroom, doch Paula zieht das wahre Leben vor.

Tiefgründig und aufrüttelnd

„Wir hatten alle unsere Träume und Sehnsüchte, unsere Schwierigkeiten und Streitereien – und wir haben nicht bemerkt, als alles anfing, anders zu werden.“ Mit diesem Satz von Steven endet das Stück.

Das Stück ist tiefgründig und aufrüttelnd. Es zeigt den Jugendlichen und Erwachsenen, dass wahre Freunde wichtig sind – und welche Gefahren virtuelle Räume bergen können.

Schauspiel-Training: Walter Pieschl

Unter der Leitung von Nina Hofmann und Nina Kloos haben 13 Schülerinnen und Schüler des Literaturkurses dieses moderne Stück auf die Bühne gebracht. Das Schauspiel-Training hat erneut Walter Pieschl übernommen.

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