Tierschutz

Bad Berleburgerin im Auftrag für die Vierbeiner

Annabel Schulz (rechts) im Gespräch mit Redakteurin Lisa Klaus.

Annabel Schulz (rechts) im Gespräch mit Redakteurin Lisa Klaus.

Foto: Christiane Sandkuhl

Bad Berleburg.   Annabel Schulz organisiert ein Hunderennen in Bad Berleburg. Stößt das auf Interesse, will sie mit einem Projekt für den Tierschutz anknüpfen.

Ihr Herz hat schon immer für Tiere geschlagen – deshalb will sie auch etwas für Tiere tun. So zum Beispiel für ihre Hündin, die Annabel Schulz aus Ungarn holte. Und so auch mit dem ersten Hunderennen in Bad Berleburg, das die 25-jährige Studentin organisiert. Da soll ihr Engagement jedoch nicht aufhören. Wie sie das Hunderennen auf die Beine gestellt hat und was sie für die Zukunft plant, erzählte sie uns im Interview.

Wie kamen Sie auf die Idee, ein Hunderennen in Bad Berleburg zu organisieren?

Annabel Schulz: Ich habe im vergangenen Jahr mit meiner Hündin Angelina, einem ehemaligen Straßenhund aus Ungarn, an einem

Hunderennen teilgenommen und das hat mir sehr gut gefallen. In Bad Berleburg gab es bisher ein solches Angebot meines Wissens nach nicht und deshalb habe ich mich dazu entschlossen, selbst eines zu organisieren. Ich finde außerdem, dass wir eine wunderschöne Landschaft haben und ich freue mich, wenn ich Leuten von außerhalb ein bisschen davon näher bringen kann.

Wie kamen sie zu der Straßenhündin aus Ungarn?

Ich wollte einem Tier eine Chance geben. Ich habe Angelina zusammen mit meinem ehemaligen Partner über einen Tierschutzverein bekommen, der sich um die Rettung dieser Hunde kümmert. Als ich sie dann das erste Mal gesehen habe, war sie der einzige Hund unter vielen, der nicht gebellt hat und es hat einfach zwischen uns gepasst.

Ehemalige Straßenhunde können anspruchsvoll sein. Gab es irgendwelche Schwierigkeiten bei der Erziehung?

Ich habe die gleiche Erziehungsarbeit geleistet wie bei jedem anderen Hund auch. Es gab überhaupt keine Probleme mit ihr, einzig das bei-Fuß-gehen ist manchmal noch etwas schwierig. Aber sie ist ein ganz toller Hund und läuft auch super neben meinem Pferd mit, wenn ich ausreite.

Sie organisieren zum ersten Mal das Hunderennen. Wie hat sich die Organisation gestaltet?

Ich studiere BWL und habe dadurch entsprechendes Hintergrundwissen was rechtliche Aspekte betrifft, wie man einen Zeitplan für die Organisation aufstellt oder auch wie man Plakate gestaltet und damit Menschen

anspricht. Zuerst ging es darum, wo das Rennen stattfinden soll. Der Schützenplatz stand zur Auswahl und ich habe beim Schützenverein angefragt und erklärt, wie ich mir das Ganze vorstelle. Die Schützen waren total nett und haben zugestimmt. Danach ging es darum, Stadt und Ordnungsamt zu kontaktieren um zu erfahren, was alles für eine solche Veranstaltung gebraucht wird. Die Sparkasse hat bei der Öffentlichkeitsarbeit geholfen und ich hatte viel Unterstützung von Freunden und Verwandten. Es ist zu Beginn schwierig, sich in eine solche Sache einzuarbeiten, aber wenn man erst einmal angefangen hat, dann läuft es auch.

Ein Hunderennen klingt erst einmal nach einem sportlichen Event bei dem auch der Gedanke an den Tierschutz aufkommt.

Unser Hunderennen soll eine spaßige Freizeitveranstaltung sein. Die Hunde rennen einzeln, vorher laufen ihre Besitzer die Strecke entlang und locken sie mit einem Spielzeug oder Leckerchen an und sollen ihre Hunde animieren. Es gibt absolut keinen Leistungsdruck. Wichtig ist, dass alles aus freien Stücken geschieht. Es geht um den Spaß für Hund und Mensch – egal ob man gewinnt oder nicht. Wir haben auch, falls es zu warm werden sollte, für einen Pool gesorgt, in dem sich die Hunde abkühlen können. Wir haben für alles vorgesorgt.

Sie arbeiten für das Hunderennen mit dem Tierheim Marburg-Cappel zusammen. Wie sieht die Zusammenarbeit genau aus?

Ein Teil des Geldes, das wir an diesem Tag einnehmen werden, wollen wir dem Tierheim spenden. Sie werden auch vor Ort sein und einen Katalog mit den Steckbriefen der Tiere, die derzeit nach einem Zuhause suchen, mitbringen.

Ihr Engagement für Tiere hört aber da nicht auf.

Nein, wenn die Veranstaltung gut läuft, wollen wir im Anschluss einen Tierschutzverein gründen und zum Beispiel in der Ukraine oder in Ungarn Hunde vor Ort unterstützen, indem wir zum Beispiel Impfungen zur Verfügung stellen. Durch meine Hündin habe ich mich im Internet über die Arbeit von Tierschutzvereinen informiert und kam zu dem Schluss, dass ich so etwas auch gerne machen möchte.

Wie hängt das Hunderennen mit der Gründung des Tierschutzvereins zusammen?

Ich will erst einmal schauen, ob die Leute überhaupt Interesse an so etwas haben. Ein solcher Verein lebt ja von Spenden und es wäre gut zu wissen, wieviel Potenzial es da in der Region gibt. Es wäre schön, wenn in etwa 100 bis 150 Menschen kommen. Es können auch Leute ohne Hund kommen, um einfach nur zuzuschauen.

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