Gesundheitswesen

Bad Berleburg: So viel Komfort gibt es in der Rehaklinik

Patienten, die in einem Komfortzimmer unterkommen möchten, können auch eine Begleitperson mitbringen. Durch eine Schiebetür lassen sich die beiden Zimmerabschnitte voneinander trennen.

Patienten, die in einem Komfortzimmer unterkommen möchten, können auch eine Begleitperson mitbringen. Durch eine Schiebetür lassen sich die beiden Zimmerabschnitte voneinander trennen.

Foto: Vamed

Bad Berleburg.  Die Komfortstation der VAMED-Rehaklinik bietet u.a. eine Minibar und eine Lounge. Doch der Luxus kostet für gesetzlich Versicherte extra.

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Auf den ersten Blick wirkt es wie ein Hotelzimmer: beigefarbene Wände, ein Bett mit dunkelbraunem Holzrahmen, Flachbildfernseher, auf der Bettdecke ist ein kleiner Kulturbeutel mit Shampoo und Duschgel platziert. Im Schrank liegt ein gefalteter Frottee-Bademantel, im Badezimmer hängen die weißen Baumwoll-Handtücher über einem beheizten Handtuchhalter. Dazu gibt es einen verstellbaren Kosmetikspiegel und einen Föhn. Hier übernachten allerdings keine Hotelgäste, sondern Rehapatienten. „Unsere Komfortzimmer sind darauf ausgerichtet, dass die Patienten trotz ihrer Erkrankung nicht auf einen gewissen Komfort verzichten müssen“, so Carmen Bracht, Leiterin des Patientenmanagements der VAMED Rehaklinik in Bad Berleburg.

Die Kosten

Insgesamt gibt es neun Komfortzimmer auf der Station, die sich bereits farblich von anderen Stationen in der Klinik unterscheidet: terracottafarbener Teppichboden, beigefarbene Tapete mit dezenten Blumenranken, gedämpftes Licht. 130 Euro kostet hier ein Zimmer pro Tag, die mit der privaten Krankenkasse bzw. der privaten Zusatzversicherung verrechnet werden. Gesetzlich Versicherte tragen die Kosten selbst. Ein Luxus, den sich einige Rehapatienten gönnen. „Wir hatten vor einiger Zeit ein Pärchen hier, das ursprünglich auf die Malediven verreisen wollte“, erzählt Bracht. Die Frau sei dann aber erkrankt und auf eine Rehamaßnahme angewiesen gewesen. „Ihr Mann entschied sich dann dazu, einen Teil des Geldes, das für den Malediven-Urlaub gedacht war, in den Reha-Aufenthalt seiner Frau zu investieren – und buchte sie in eines der Komfortzimmer ein.“

Die Leistungen

Komfortzimmer-Patienten erhalten Leistungen, die stark an einen gehobenen Hotel-Standard erinnern: täglich frisches Obst auf dem Zimmer, eine Minibar mit Softdrinks und Snacks sowie ein kostenloser Telefonzugang. WLAN ist hingegen in der gesamten Klinik – also auch in den Standardzimmern – frei verfügbar. Falls gewünscht, kann noch eine Begleitperson in dem Komfortzimmer untergebracht werden. Das kostet noch mal 57,50 Euro pro Tag extra. Dafür gibt es aber auch einen separaten Loungebereich, in dem sich Patienten Kaffee- oder Teespezialitäten an einem Automaten zubereiten oder sich am Nachmittag an der Kuchentheke bedienen können. Zusätzlich gibt es ein separate Terrasse, ein erweitertes Frühstücksbuffet im eigenen Speisesaal und Wahlmenüs zum Mittagessen, bei dem auch exklusivere Produkte wie Serrano-Schinken oder Räucherlachs gereicht werden.

Der Unterschied

Patienten haben die Möglichkeit, eine Wahl- oder Chefarztbehandlung in Anspruch zu nehmen, wenn diese Bestandteil ihrer Versicherungskonditionen ist oder sie diese explizit wünschen. Antje Gröpl-Horchler, Unternehmenssprecherin der VAMED Kliniken in Bad Berleburg, betont, dass es trotz der Komfortleistungen keine Unterschiede in der medizinischen, pflegerischen oder therapeutischen Versorgung gibt. „Wir unterscheiden bei der Behandlung nicht zwischen den Patienten auf der Regelleistungs- und denen auf der Komfortstation. Jeder Patient wird bestmöglich und entsprechend seines jeweiligen Krankheitsbildes behandelt.“ Der Unterschied bestehe lediglich in der Unterbringung und Verpflegung. Eine Form der Exklusivität, die dem Patienten eher das Gefühl eines Hotels als einer Klinik vermitteln soll.

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