Justiz

Aus Mangel an Beweisen: Freispruch in Bad Berleburg

Das Amtsgericht in Bad Berleburg

Foto: Christoph Vetter

Das Amtsgericht in Bad Berleburg

Bad Berleburg.   Das Amtsgericht Bad Berleburg hat einen 25-jährigen Berleburger für unschuldig erklärt und frei gesprochen. Er saß wegen Diebstahls auf der Anklagebank. Der Mann soll Anfang Dezember vergangenen Jahres einer 32-jährigen Frau aus Weidenhausen einen 50 Euroschein in einem Schulungszentrum in Bad Berleburg gestohlen haben. Der Angeklagte bestritt diesen Vorwurf. „Ich war schon oft vor Gericht und habe Mist gebaut, aber dieses mal habe ich nichts gemacht“, erklärte der arbeitslose Angeklagte.

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Das Amtsgericht Bad Berleburg hat einen 25-jährigen Berleburger für unschuldig erklärt und frei gesprochen. Er saß wegen Diebstahls auf der Anklagebank. Der Mann soll Anfang Dezember vergangenen Jahres einer 32-jährigen Frau aus Weidenhausen einen 50 Euroschein in einem Schulungszentrum in Bad Berleburg gestohlen haben. Der Angeklagte bestritt diesen Vorwurf. „Ich war schon oft vor Gericht und habe Mist gebaut, aber dieses mal habe ich nichts gemacht“, erklärte der arbeitslose Angeklagte.

Tatvorwurf

Die Geschädigte und der Angeklagte saßen gemeinsam in einem Raum in dem Schulungsgebäude und füllten Fragebögen für den Führerschein aus. Dann verließ die 32-jährige Hausfrau den Raum, um vor der Tür zu rauchen. Laut ihrer Aussage ging sie danach wieder hinein und traf auf dem Weg den Angeklagten, der das Gebäude verlassen wollte. „Der hatte einen Affenzahn drauf, der war schnell weg“, erzählte die Weidenhäuserin vor Gericht. Als sie den Raum wieder betrat, bemerkte sie, dass ihr Rucksack offen war. Sie schaute in ihre Geldbörse, dabei fiel ihr auf, dass von 170 Euro 50 Euro fehlten. Für sie war das eindeutig. Der junge Mann, mit dem sie sich eigentlich immer gut verstand, musste ihr Geld entwendet haben. Daraufhin erstattete die Frau Anzeige. Christian Loh, der Anwalt des Arbeitslosen, wollte den Vorwurf entkräften: „Das Gebäude war nicht leer und es ist für jeden zugänglich. Jeder hätte sich Zugriff auf das Geld verschaffen können“, verteidigte er seinen Klienten.

Ungereimtheiten

Richter Torsten Hoffmann sah im Tathergang eine Unstimmigkeit, denn bei Erstattung der Anzeige gab die Geschädigte an, der Rucksack sei geschlossen gewesen, lag nur anders auf dem Boden als sie in den Raum zurückkehrte. Vor Gericht erzählte sie jedoch, dass der Reißverschluss offen war.

Für die 32-Jährige gab es noch einen weiteren Aspekt, den Mann auf der Anklagebank für schuldig zu erklären. Sie und eine Freundin haben ihn wohl am selben Tag in einem Lebensmittelgeschäft in Bad Berleburg gesehen. Sie konnten beobachten, wie er mit einem 50 Euroschein zahlte. „Wenn ich jemanden beklaue, dann nehme ich nicht nur 50 Euro, sondern alles“, erklärte der Angeklagte. Diese Aussage machte Amtsanwältin Judith Hippenstiel und Richter Hoffmann stutzig. Bei beiden entstanden Zweifel. „Ich bin hier um meine Unschuld zu beweisen, aber das geht sowieso nicht, weil ich zu viele Vorstrafen habe“, warf der 25-Jährige dem Amtsgericht vor. Doch am Ende reichte die Beweislage nicht aus. „Es spricht einiges für seine Schuld, es gibt viele Indizien, doch diese reichen nicht aus“, erklärte Hippenstiel. Der Angeklagte wurde freigesprochen.

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