Fachkräfte-Mangel

Aufstieg von Feudinger Unternehmen gebremst

Fachkräfte fehlen: Das Feudinger Unternehmen Amtec sucht Fachkräfte im Bereich Schweißtechnik und stößt dabei auf Probleme. „Momentan ist der Arbeitsmarkt in der Region leergefegt“, klagt Firmenchef Norbert Nadler.

Foto: Erwin Wodicka

Fachkräfte fehlen: Das Feudinger Unternehmen Amtec sucht Fachkräfte im Bereich Schweißtechnik und stößt dabei auf Probleme. „Momentan ist der Arbeitsmarkt in der Region leergefegt“, klagt Firmenchef Norbert Nadler. Foto: Erwin Wodicka

Bad Laasphe.   Eine Feudinger Firma will Produktionsflächen erweitern und die Belegschaft verdoppeln. Doch niedrige Bewerberzahlen behindern diese Pläne.

Wenn irgendwo eine Straße gebaut werden soll, hört Norbert Nadler ganz genau hin. Er leitet die Firma „Amtec“ in Feudingen, die Transportboxen für heißen Asphalt produziert – in großem Stil: Kataloge

von Thermocontainern, Asphaltverteilern oder Abstreuwagen für Granulat liegen auf seiner Verkaufstheke. Zurzeit sucht er Fachkräfte – und stößt auf Probleme.

Das Unternehmen

Fünf Jahre ist die Firma bereits im Gewerbegebiet „In den Espen“ in Feudingen angesiedelt. Der Altkreis Wittgenstein ist mit attraktiven Zulieferbetrieben und „Know-How“ dabei wertvoller Rohstoff für den Betrieb mit ursprünglichen Sitz in Bayern. „Allein wegen der Entfernung sind wir auf gut ausgebildete Fachkräfte vor Ort angewiesen“, hebt Nadler hervor.

Produktpalette erweitert

Der Plan ging auf: Die Geschäfte liefen gut und die Produktpalette wurde stetig erweitert. „Step by Step“, sagt Norbert Nadler, wenn er die bisherige Entwicklung seiner Firma beschreibt. Mittlerweile wurden weitere Maschinenbereiche auf den Markt gebracht, darunter hydraulische Hebegeräte zur Schachtsanierung und weitere Verarbeitungsgeräte für den Straßenbau. Die Kunden sind kommunale Betriebe, Baufirmen und Fuhrunternehmen. Nach eigenen Angaben hat die Firma in Deutschland inzwischen das umfangreichste Sortiment an Transportboxen und Containern für den wärmegeschützten Transport von Heißasphalt aufgebaut. „Die Ideen gehen uns so schnell nicht aus“, sagt der Geschäftsführer. „Wir haben in Feudingen noch viel vor.“

Der Ausbau

Aktuell plant der Firmenchef auf eigenem Gelände den Bau einer neuen Halle, um die Produktionsfläche weiter zu vergrößern. „Mehr

Produktionsfläche ist für uns dringend notwendig “, bekräftigt Nadler sein Anliegen.

Auch bei der Belegschaft wird aufgestockt. Zehn Mitarbeiter arbeiten zurzeit in der Produktion in Feudingen, darunter Mechaniker, Schweißer und Vertriebsexperten. Angesichts der wirtschaftlichen Lage soll sich die Zahl nun in den nächsten Jahren verdoppeln. Bei der Suche nach geeigneten Bewerbern trifft das Unternehmen jedoch auf Schwierigkeiten.

Der Arbeitsmarkt

„Momentan ist der Arbeitsmarkt in der Region leergefegt“, spürt der Firmenchef erste Hürden für seine Pläne. Ein Grund für den Mangel: Die Branche ist hoch spezialisiert, das Angebot an geeigneten Kräften daher gering. Das Ergebnis: Ein Kampf um gute Köpfe.

„Wir sind hier leider noch nicht bekannt genug“, sieht Nadler in Wittgenstein einen Wettbewerbs-Nachteil für seinen hoch spezialisierten Mittelstandsbetrieb. „Als Nischenhersteller müssen wir immer noch erklären, wer wir sind und was wir tun.“ Angesichts der Erfolgszahlen bleibe er jedoch optimistisch.

Die Firma von Norbert Nadler ist nicht die Einzige, die diese Entwicklung

aktuell zu spüren bekommt. „Gerade im verarbeitenden Gewerbe haben viele Unternehmen das Problem, ihre Stellen zu besetzen“, betont Nina Appel, Pressesprecherin der Arbeitsagentur Siegen-Wittgenstein. Das Problem sei auch bedingt durch die Wirtschaftslage. „Sobald die Konjunktur steigt, übernehmen die Betriebe häufig ihre Auszubildenden, statt sie auf den Arbeitsmarkt zu bringen.“

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