Bauen & Wohnen

Alter eine Herausforderung am Wittgensteiner Wohnungsmarkt

Blick ins Erndtebrücker Neubaugebiet Roger-Drapie-Straße. Hier entsteht derzeit reichlich neues Wohneigentum innerhalb des Altkreises Wittgenstein.

Foto: Eberhard Demtröder

Blick ins Erndtebrücker Neubaugebiet Roger-Drapie-Straße. Hier entsteht derzeit reichlich neues Wohneigentum innerhalb des Altkreises Wittgenstein. Foto: Eberhard Demtröder

Wittgenstein.   Aktuelle Daten zeigen es: Hohe Eigenheim-Quote und demografische Entwicklung ergeben in ihrer Mischung ein Strukturproblem in Wittgenstein.

Wie wohnt Wittgenstein? Das Ergebnis ist eindeutig: Der Altkreis unterscheidet sich deutlich vom Durchschnitt des Landes Nordrhein-Westfalen, wenn man ausschließlich die Wohnsituation der Menschen in Bad Berleburg, Bad Laasphe und Erndtebrück betrachtet.

54 Prozent landesweit wohnenin Mehrfamilienhäusern

Nur 41 Prozent leben in Ein- oder Zweifamilienhäusern. In Wittgenstein ist das anders: Hier dominieren die Eigenheime – und nur etwa ein Fünftel der Menschen wohnt in Häusern mit drei und mehr Mietparteien. Diese Unterscheidung ist mit dem Stadt-Land-Gefälle zu erklären.

Bevölkerungsstruktur

Kaum Unterschiede gibt es dagegen zwischen der durchschnittlichen Bevölkerungsstruktur des Landes und den drei Kommunen Berleburg, Laasphe und Erndtebrück. Die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 65 liegt landesweit bei 66 Prozent. Während die Gemeinde Erndtebrück genau diesem Trend folgt, liegen die beiden Städte knapp darunter.

16,6 Prozent landesweit sind unter 18

Was die Jugend betrifft, liegt die Gemeinde Erndtebrück mit 16 Prozent sogar unter dem Landesschnitt, während die Berleburger mit 16,9 knapp darüber liegen. Schwierig sind allerdings die obersten Bereiche der Alterspyramide.

10,9 Prozent landesweit sind älter als 75

Allerdings liegen alle drei Kommunen in Wittgenstein deutlich über diesem Durchschnittswert. Positiv formuliert kann man aus der Statistik lesen, dass die Menschen auf dem Land besonders alt werden.

Langfristig stellt dies die Kommunen aber bei Themen wie Pflegebedürftigkeit oder Unterhaltung von Infrastruktur und Eigenheimen vor große Herausforderungen – Stichwort „Leben und Wohnen im Alter“.

Bedarfsgemeinschaften

Erndtebrück (2,5 Prozent), Bad Laasphe (2,9 Prozent) und Bad Berleburg (3,2 Prozent) liegen deutlich unter dem Landesdurchschnitt bei der Quote der Bedarfsgemeinschaften in der Gesamtbevölkerung.

9,4 Prozent der Bevölkerung

in NRW empfangen Sozialleistungen.

Mieten

Die Mieten in Wittgenstein entwickeln sich in einer Vergleichsbetrachtung ganz unterschiedlich. Während bei der Wiedervermietung von Wohnungen in Erndtebrück keine Vergleichswerte zum Zeitraum 2014 bis 2016 vorliegen, steigen die Kaltmieten bei Wiedervermietungen in Bad Berleburg um 9,9 Prozent. In Bad Laasphe sind es im gleichen Zeitraum nur 2,6 Prozent.

Eigenheimpreise

Wer ein Haus in Bad Berleburg kauft, muss mit einer Preissteigerung rechnen. Im Vergleich zu 2014 bis 2016 haben die Preise um 2,7 Prozent angezogen. In Bad Laasphe gibt es keine Vergleichszahlen, dafür ist der Immobilienmarkt für Häuser in Erndtebrück abgekühlt. Hier sanken die Preise im Vergleichszeitraum um 2,6 Prozent.

22,2 Prozent mehr für Bauland an der Eder

Im Vergleich zum Zeitraum 2007 bis 2016 sind dafür aber die Quadratmeter-Preise in Erndtebrück enorm angestiegen. Für die anderen beiden Kommunen gibt es keinen Vergleichswert in dieser Auswertung.

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