Stadtradeln

Wittens Stadtradel-Star 2019 setzt auf sein Lastenrad

Stadtradel-Star Raphael Moser wurde von seiner Vorgängerin Dagmar Schmitz (Mi.) vorgeschlagen. Normalerweise sucht das Team der städtischen Klimabeauftragen Sonja Eisenmann (re.) den Stadtradel-Star aus – aber in der Stabsstelle Umwelt  hat man derzeit mit

Stadtradel-Star Raphael Moser wurde von seiner Vorgängerin Dagmar Schmitz (Mi.) vorgeschlagen. Normalerweise sucht das Team der städtischen Klimabeauftragen Sonja Eisenmann (re.) den Stadtradel-Star aus – aber in der Stabsstelle Umwelt hat man derzeit mit

Foto: Barbara Zabka

Witten.   Raphael Moser (28) Wittens Stadtradel-Star 2019. Ein Auto hat er nicht – dafür ein Lastenrad. Und mit dem will er bis nach Wuppertal fahren.

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Mit dem Einrad zur Arbeit fahren oder Kunststücke auf dem BMX zeigen wie Dagmar Schmitz, Wittens Stadtradel-Star 2018: Das würde Raphael Moser jetzt nicht unbedingt tun. Er ist eben mehr der radpolitisch engagierte Pragmatiker als der große Fahrrad-Narr. Mit seinem elektronischen Lastenrad transportiert der 28-Jährige Tochter und Großeinkauf – und verzichtet komplett aufs Auto.

Für Raphael Moser ist also längst Alltag, was von den Stadtradel-Stars verlangt wird, die von allen teilnehmenden Kommunen der bundesweiten Aktion ernannt werden. Sie sollen drei Wochen (25. Mai bis 14. Juni) aufs Auto verzichten. Wittens Stadtradel-Star 2019 hat zwar einen Führerschein, aber überhaupt kein Auto.

Mit dem Cargobike zum Kinderarzt

„Ich komme vom Land, bin in der Nähe von Freiburg aufgewachsen. Und da war ich immer mit dem Rad unterwegs“, erzählt Moser. Als seine Frau anfing in Dortmund zu arbeiten und seine nun zweijährige Tochter Miria in die Kita gehen sollte, stand trotzdem die Frage im Raum: Auto oder nicht?

Die jungen Eltern wollten lieber die Umwelt schonen – und investierten in E-Räder: Ein reguläres für die Frau und ein Lastenrad für den Mann. Während seine Frau täglich zur Arbeit radelt, transportiert der Papa seine Tochter und auch mal zwei weitere Kinder mit dem Cargobike zum Arzt, Spielplatz oder Kindergarten. „Für Kinder ist das ein großer Spaß, wie Achterbahnfahren“, erzählt Moser.

Kontakt kam über die Grünen

Und wenn es Moser weiter weg führt? Der Master-Student muss einmal die Woche zu seinem Werkstudenten-Job am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, ansonsten arbeitet er von zu Hause aus. „Nach Wuppertal fahr ich mit dem Zug“, sagt Moser. Als Stadtradel-Star will er während der Aktion aber auch mindestens einmal dorthin radeln. Vorgeschlagen wurde Moser als Stadtradel-Star von seiner Vorgängerin Dagmar Schmitz. „Ich habe einfach mal bei den Grünen nachgefragt, ob die jemanden kennen“, sagt sie. So kam der Kontakt zu Moser zustande, der zwar nicht bei den Grünen aktiv ist, aber dort wegen seines fahrradpolitischen Engagements durchaus bekannt ist.

Etwa war Moser stark daran beteiligt, die Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“ nach Witten zu bringen, die ein Fahrrad-Gesetz und eine Mobilitätswende in NRW fordert. Bis zum 1. Mai konnte man für die Initiative an verschiedenen Orten in Witten unterschreiben, im Juli werden Ergebnisse erwartet.

Kaufprämie fürs Lastenrad

Auch hat Moser bereits Infoveranstaltungen im Wiesenviertel zum Thema Lastenrad angeboten. „Dabei ging es um die Kaufprämie von 1000 Euro, die man vom Land für ein Lastenrad bekommt“, erzählt Moser – also ein Fünftel vom Preis, den er für sein Rad bezahlt hat. „Man bekommt aber schon welche ab 1800 Euro. Nur haben die für die Wittener Straßen nicht die besten Bremsen.“

Wenn es nur die ein oder andere holprige Straße wäre: Moser ärgert sich auch über zu enge Radwege, nimmt öfter lieber Schleichwege als mit seinem Rad über Straßen wie die Ruhrstraße zu manövrieren – aber sein Blick geht eher nach vorn. Zum Beispiel auf den Verkehrsausschuss am Donnerstag. Dort wird ab 17 Uhr das neue Radverkehrskonzept besprochen und über E-Mobilität diskutiert. Fehlt nur noch ein Tagesordnungspunkt über Lastenräder.

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