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Wittener Kinder lieben bunte Füllung in der Schultüte

Da geht ordentlich was rein: Simone Schulewski vom Schreibwarengeschäft Storchmann in Herbede, weiß, was die Wittener Kids gern in der Schultüte hätten.

Da geht ordentlich was rein: Simone Schulewski vom Schreibwarengeschäft Storchmann in Herbede, weiß, was die Wittener Kids gern in der Schultüte hätten.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Auch auf den letzten Drücker gelingt eine selbstgebastelte Schultüte noch. Es kommt dabei vor allem auf tolle Deko an – und auf die Füllung.

Ohne sie geht ein i-Dötzchen gar nicht erst los: die Schultüte. Ob rot oder blau, mit Pferden oder Autos, aus Pappe oder Stoff: „Es kommt darauf an, was drin ist“, sagt Roswitha Gösling. Die Einzelhandelskauffrau spricht aus Erfahrung: Seit mehr als 40 Jahren arbeitet sie in dem Schreibwarengeschäft Storchmann an der Meesmannstraße in Herbede und weiß, was bei der Schultüte wirklich zählt.

Der Verkauf fertiger Schultüten sei rückläufig – auch bei Storchmann. Im Regal stehen nur noch ein paar einzelne Modelle. Sie kosten zwischen zehn und 20 Euro. „Früher hatten wir noch einen riesigen Ständer mit Schultüten“, erinnert sich Roswitha Gösling. Doch seit einigen Jahren hat sich das geändert: „Die meisten Schultüten werden heute selber gebastelt. Oft veranstalten die Kindergärten eine große Bastelaktion, die machen ein richtiges Event daraus.“

Die Schultüte sollte zum Tornister passen

Der Trend zum Selbermachen hält an, etwas Fertiges zu kaufen, sei out. Anders ist es bei den Designs der Schultüten: Hier wechseln die Trends von Zeit zu Zeit, auch wenn die typischen Farben oft ähnlich sind, wissen Roswitha Gösling und Kollegin Simone Schulewski. Eines sei jedoch für alle wichtig: Die Schultüte soll zum Tornister passen. In diesem Jahr sehe man bei den Tüten für Mädchen vor allem Rosa mit Glitzer und Pailletten, darauf Pferde oder Einhörner. Bei den Jungen seien es vor allem Autos und Feuerwehr, im letzten Jahr habe es dagegen viele Dinosaurier gegeben.

Wer nicht im Kindergarten bastelt, aber auch nicht zur fertigen Tüte greifen möchte, kann – auch auf den letzten Drücker – einen Rohling kaufen: Der muss nur zusammengesteckt und anschließend verziert werden. Bei Storchmann kostet ein großer Rohling drei Euro. Entscheiden muss man sich dann noch fürs Dekor: Schleifenband, Seiden- oder Krepp-Papier und natürlich für die Verzierungen.

„Die Tüte kann zum Beispiel mit verschiedenen Stickern beklebt werden. Beliebt ist es auch, den Namen mit Buchstaben aus Moosgummi oder Fotokarton aufzukleben“, sagt Gösling. Schleifenband, mit dem das Kunstwerk später verschlossen wird, liegt als Meterware in verschiedenen Farben im Regal. Eins ist passend zum Schulanfang mit Schultüten und Buchstaben bedruckt. Wenn die äußere Form der Schultüte fertig ist, geht es ans Eingemachte: die Füllung.

Für die Füllung eignen sich Radiergummis, Stifte und kleine Süßigkeiten

Hier sind den Möglichkeiten kaum Grenzen gesetzt. In fast jedem Regel des Geschäfts findet Gösling etwas Geeignetes, um die Tüte zu füllen: von Lernspielen über Radiergummis bis hin zu Süßigkeiten. „Für die Kinder ist der Inhalt natürlich das Wichtigste“, sagt die Angestellte lachend. Auch ein Mäppchen oder eine Geldbörse, natürlich passend zum Tornister, kann mit hinein. Oder Schreibwaren, die das Kind in der Schule gebrauchen kann: Stifte, Blöckchen und Radiergummis in lustigen Formen.

Aber auch kleine Spielzeuge und Bücher oder erste Lernaufgaben sind beliebt. Gösling nimmt eine Rechenmaus aus dem Regel: „Die hier finde ich zum Beispiel total süß.“ Wichtig zu beachten: Die Schultüte sollte nicht so schwer werden, damit das Kind sie auch alleine tragen kann. Insgesamt bezahlt man für eine Schultüte mit Füllung und allem Drum und Dran 30 Euro aufwärts, schätzt Gösling. Wer beim Schultütenkauf nicht vergessen werden sollte: jüngere Geschwister.

Wenn die am ersten Schultag leer ausgehen, sei das Geschrei oft groß. Damit das nicht passiert, gibt es die Geschwistertüten: „Das ist sind einfach kleinere Schultüten, meist nur 20 bis 30 Zentimeter groß, die ebenfalls befüllt werden können. Von den Eltern werden die auch sehr gerne angenommen.“

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