Wirtschaft

Witten: Brauckstraße entwickelt sich zum Logistikstandort

Große Baumaschinen sind bereits im Einsatz: Auf dem ehemaligen Siemensgelände an der Brauckstraße in Witten-Rüdinghausen entsteht ein drittes großes Logistikzentrum.

Große Baumaschinen sind bereits im Einsatz: Auf dem ehemaligen Siemensgelände an der Brauckstraße in Witten-Rüdinghausen entsteht ein drittes großes Logistikzentrum.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  An der Brauckstraße in Witten soll ein drittes großes Logistikzentrum entstehen. Damit kann das Gewerbegebiet mit modernen Firmen punkten.

Auf dem Gelände zwischen Bauhaus und der Kleingartenanlage Mellmausland in Witten-Rüdinghausen wird zurzeit mächtig gebaggert. Gleich mehrere große Baumaschine planieren das Gelände. Dort soll bald ein Logistikzentrum entstehen. Es ist bereits das dritte, das sich binnen kurzer Zeit an der Brauckstraße niederlässt.

Wie die Stadt bestätigt, wird zurzeit ein Industriebaugrundstück in der Größe von über 100.000 m² als ebene Fläche aufbereitet. Die Erdarbeiten wurden durch das Bauordnungsamt genehmigt. „Für das Areal liegt zudem ein Bauantrag für einen Logistikbetrieb vor. Das Prüfverfahren ist aber noch nicht abgeschlossen“, so Stadtsprecher Jörg Schäfer.

Auf seiner Internetseite bewirbt der Grundstückseigentümer, die Essener Thelen Gruppe, das Areal an der Brauckstraße 26. Der Entwurf sieht mehrere gestaffelt aneinandergebaute Neubau-Hallen auf einer Fläche von bis zu 55.000 m2 vor, zwölf Meter hoch, auf Wunsch mit Kranbahnen. Fertigstellung und Bezug seien etwa zehn Monate nach Mietvertrags-Abschluss möglich, so das Unternehmen.

Wittener Gewerbegebiet punktet mit Bahn- und Autobahnanschluss

Das Gelände an der Brauckstraße, das Thelen als „Gewerbepark Rüdinghausen“ bewirbt, hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Zwei große Flächenentwickler sorgten dort zuletzt für Schlagzeilen: Die Thelen-Gruppe auf der einen Straßenseite, die die Fläche von Siemens (Vogt electronics, später Unify und danach Faiveley) gekauft hat. Und Garbe Industrial Real Estate auf der anderen Straßenseite. Die Firma hat das ehemalige Pelzer-Gelände übernommen. Beide Unternehmen loben die gute Lage des Gewerbegebiets mit naher Autobahnanbindung und Bahnanschluss, den schon Siemens und später Faiveley für ihre Produktion genutzt haben.

Der Autozulieferer Pelzer hatte nach zwei Bränden Witten Ende 2018 verlassen. Kurze Zeit später wurde auf dem Gelände ein Logistikzentrum von Hermes eröffnet. Im März 2020 geht das Logistikzentrum des chinesischen Amazonhändlers Euziel in Betrieb. Auf dem Thelen-Gelände befinden sich seit 2008 der Bauhaus-Baumarkt, die Flüchtlingsunterkunft und Büros für städtische Mitarbeiter während der Rathaussanierung, außerdem das Faiveley-Werk.

Wittener Bürgermeisterin: Entwicklung ohne öffentliche Fördermittel

Als Pelzer und Faiveley ihren Umzug in die Nachbarstadt Bochum ankündigten, war die Sorge um Arbeitsplätze und den Wegfall der Gewerbesteuern groß. Bürgermeisterin Sonja Leidemann ist stolz auf die Entwicklung zum Logistikstandort: „Besonders positiv finde ich, dass Garbe die verunreinigte Pelzer-Fläche ohne öffentliche Fördergelder aufbereitet und saniert hat. Zum Vergleich: Für das DHL-Logistikzentrum in Bochum auf der Opelbrache sind etliche Mittel geflossen.“

Leidemann erinnert daran, dass auch eingesessene Unternehmen sich zum Standort Brauckstraße bekannt und dort investiert hätten – etwa Witt-Gastechnik im Salinger Feld mit einer neuen Halle sowie die Firma Lohmann.

Das Argument, Witten hätte hochwertige Arbeitsplätze gegen Aushilfsjobs in der Logistikbranche eingetauscht, lässt Leidemann nicht gelten: „Wer einmal in der Pelzer-Produktion war, hat gesehen, in was für einem schlechten Zustand der Betrieb war und dass es dort nicht nur hochqualifizierte Mitarbeiter gearbeitet haben.“ Das Gewerbegebiet sei jetzt deutlich besser ausgelastet. „Ich bin froh über diese Entwicklung. Keiner will Logistikzentren vor der Haustür haben, aber alle wollen Pakete haben.“ Die Standorte seien zukunftssicher.

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