Verkehr

VRR will S-Bahn-Halt an Wittener Pferdebachstraße fördern

Der Bahnübergang Pferdebachstraße mit Blick in die Ziegelstraße (re.). Wird hier eine S-Bahn-Haltestelle gebaut, wird so manchem Bahnfahrer der Umweg über den Wittener Hauptbahnhof erspart.

Der Bahnübergang Pferdebachstraße mit Blick in die Ziegelstraße (re.). Wird hier eine S-Bahn-Haltestelle gebaut, wird so manchem Bahnfahrer der Umweg über den Wittener Hauptbahnhof erspart.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Eine neue S-Bahn-Haltestelle an der Pferdebachstraße rückt in greifbare Nähe. Der VRR hat das Bahn-Projekt in seinen Förderkatalog aufgenommen.

Wittens Piraten hatten sich schon 2017 dafür stark gemacht. Jetzt hat der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ein Zeichen gesetzt: Er hat eine mögliche neue S-Bahn-Haltestelle an der Pferdebachstraße in seinen Förderkatalog aufgenommen. Stoppen könnte hier die S5, die Witten mit Hagen und Dortmund verbindet. VRR-Sprecherin Sabine Tkatzik sagte auf Anfrage unserer Redaktion, dass die Bahn jetzt drei Jahre Zeit habe, beim VRR einen Förderantrag für das Projekt zu stellen.

Wenn der Antrag vorliege, würde dieser geprüft, so Tkatzik. Erst wenn die Prüfung positiv ausfalle, fließe Geld für die Haltestelle. Hintergrund: Die Deutsche Bahn hatte schon 2015 eine sogenannte „Stationsoffensive“ angekündigt. Deutschlandweit sollten 350 neue Haltestellen entstehen, hieß es damals. In NRW gehöre ein S-Bahn-Halt an der Pferdebachstraße zu den Stationen, an deren Verwirklichung weiter gearbeitet werden solle, hieß es vor zwei Jahren. Die Wittener Piratenfraktion hatte im Dezember 2017 erfolgreich einen Antrag für die Schaffung der S-Bahn-Station in den Verkehrsausschuss eingebracht.

„Das EvK wäre für Patienten, Besucher und Mitarbeiter noch besser erreichbar als bisher“

Die Verwaltungsdirektorin des Evangelischen Krankenhauses, Ingeborg Drossel, hatte schon vor zwei Jahren gegenüber unserer Redaktion betont, dass man eine solche Haltestelle sehr begrüßen würde. „Das EvK wäre für Patienten, Besucher und Mitarbeiter ohne Auto noch besser erreichbar als bisher.“ Mitarbeiter könnten die S5 nach Dortmund oder Hagen nutzen, ohne dass sie am Wittener Hauptbahnhof oder in Annen in einen Bus umsteigen müssten.

Auch die Uni Witten/Herdecke – mit ihren rund 900 Mitarbeitern und jetzt über 2600 Studierenden – würde eine solche Haltestelle begrüßen. Der S-Bahn-Halt an der Pferdebachstraße wäre von und zur Hochschule in rund zehn Minuten zu Fuß zu erreichen. Universitäts-Präsident Prof. Martin Butzlaff: „Als kreativer und unternehmerischer Bildungsstandort wollen wir zu einer dynamischen Entwicklung der Stadt beitragen.“ Eine gute, auch überregionale Verkehrsanbindung sei dafür eine wichtige Voraussetzung. „Ob Radverkehr, E-Bikes, Busverbindungen oder die S-Bahn – alles, was eine bessere Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr und eine Alternative zum Auto bietet, ist uns höchst willkommen.“

Piraten: Auch über ein Park-and-ride- und ein Bike-and-ride-Konzept nachdenken

Auch in den Erarbeitungsentwurf der Stadt Witten zum Regionalplan Ruhr im Dezember 2018 fand die neue S-Bahn-Haltestelle Eingang. Stefan Borggraefe, Wittener Ratsmitglied und Vorsitzender der Piratenpartei Ennepe-Ruhr, freut sich darüber, dass der VRR sich für „die Sache so ins Zeug gelegt hat“. Christian Gebel, der für die Piraten in der Verbandsversammlung des Verkehrsverbundes sitzt, meint: „Dadurch steht nun einem zügigen Baubeginn nach Fertigstellung der Planung nichts entgegen.“

Damit die neue S-Bahn-Station optimal genutzt werden kann, „sollten ein Park-and-ride- und ein Bike-and-ride-Konzept für den reibungslosen Wechsel der Verkehrsmittel möglichst früh mitgedacht werden“, findet Roland Löpke, Fraktionsvorsitzender der Piraten im Wittener Rat. Die Bahn hat sich am Donnerstag noch nicht zu diesen Vorschlägen geäußert.

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