Kornmarkt-Bebauung

Kornmarkt-Protest interessiert nur wenige Wittener

Interessierte nur wenige Wittener: Romeo Frey, links, spricht über Mikrophon zu den Anwesenden bei der Demonstration gegen die Bebauung des Kornmarktes an der Hauptstraße.

Interessierte nur wenige Wittener: Romeo Frey, links, spricht über Mikrophon zu den Anwesenden bei der Demonstration gegen die Bebauung des Kornmarktes an der Hauptstraße.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Keine Verdichtung, dafür eine Grünfläche: Viele Wittener sind scheinbar gegen eine Bebauung des Kornmarkts. Zur Demo kommen sie aber nicht.

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„Hopp, hopp, hopp – Kornmarktbebauung stopp!“ Den Innenstadt-Platz als Frischluftschneise erhalten – dieser Meinung sind laut Umfragen viele Wittener, obwohl der Rat längst anderen Plänen zugestimmt hat. Regelmäßig organisiert das Bündnis AUF Witten darum Protestdemos. Erreichen diese eine breite Bürgerschaft? Eher nicht: Nur etwas mehr als 20 Leute stimmten am Samstagvormittag in die Protestrufe ein.

Dabei hatten die Mitglieder von AUF Witten im Vorfeld groß für die Demo geworben. 2.000 Flugblätter waren in Briefkästen geworfen und in der Innenstadt verteilt worden. „Die Resonanz hätte besser sein können, aber wir sind halt nicht dieses Schlagzeilen-Thema wie andere Sachen“, so Romeo Frey, Vorstandssprecher von AUF Witten.

An einem offenen Mikrofon konnten Teilnehmer ihre Meinung zum Thema kundtun. Diejenigen, die ans Mikro traten, sprachen sich allesamt für den Kornmarkt als grüne Oase mit Spielmöglichkeiten für Kinder aus – ganz entgegen der Entscheidung des Rates. Der Verkauf des Kornmarktgeländes an die Nordhorner List-Gruppe ist beschlossene Sache, lediglich der Vertrag wurde noch nicht unterschrieben.

Keine Betonklötze über der Tiefgarage

Wichtig sei jetzt, so die Verantwortlichen von AUF Witten, dass das Thema nicht aus der Öffentlichkeit verschwinde, sondern immer sichtbarer vorgebracht werde. „Verstehen kann ich beide Seiten. Das heißt aber nicht, dass ich beide Seiten akzeptiere“, so Teilnehmer Helmut Heemann. „Den Standpunkt der Stadt akzeptiere ich nicht. Denn es geht darum, dass von einem Ortsfremden investiert wird, der sich nicht mit Witten identifizieren kann. Es geht dabei nur um Profitmaximierung.“ Auch Luisa van Kampen, die zufällig vorbeikam und bei der Demo hängenblieb, ist gegen eine Bebauung der Fläche. „Witten muss auf jeden Fall grüner und attraktiver werden. Es ist sicherlich sinnvoll, Parkraum in Form einer Tiefgarage zu schaffen, aber darüber muss man keine Betonklötze bauen“, sagte sie.

Bürgerentscheid in Betracht ziehen

Und Antonius Hubertus Berger meinte: „Dieser Platz ist prädestiniert für eine Grünanlage.“ Bislang wurden seitens der Stadt zwei Anträge gegen die Bebauung des Kornmarkts abgelehnt. Aber Aufgeben ist nicht, wie Romeo Frey bekräftigte: „Es ist wichtig, dass weiterhin politischer Druck auf den Rat ausgeübt wird.“ Als letzte Instanz zieht AUF Witten einen Bürgerentscheid in Betracht. Um den durchzuboxen, müssten allerdings Unterschriften von sechs Prozent aller wahlberechtigten Wittener gesammelt werden.

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