Neues Projekt

Gesucht: Geschichten aus dem Wittener Quartier Crengeldanz

Wohnen seit 48 Jahren in der Wittener Schott-Siedlung am Crengeldanz und hätten auch viel zu erzählen: Karl-Georg und Brigitte Kogelheide, hier auf einem Foto von 2015.

Wohnen seit 48 Jahren in der Wittener Schott-Siedlung am Crengeldanz und hätten auch viel zu erzählen: Karl-Georg und Brigitte Kogelheide, hier auf einem Foto von 2015.

Foto: Thomas Nitsche / FUNKE Foto Services

Witten.  Wittener, die am Crengeldanz oder in Heven-Ost wohnen, sind herzlich zum Treff im Quartier eingeladen. Aber nur, wenn sie was zu erzählen haben.

So beginnt eine Geschichte, die Christel Papirowski zu erzählen hat: „Auf dem Bundesbahngelände am unteren Ende der Kronenstraße stand Ende der 50er Jahre ein Badehaus. Dort konnten Familien ohne Badezimmer duschen oder baden.“ Sie leitet gemeinsam mit Brigitte Kogelheide den Crengeldanz-Treff der Awo. Und beide wollen am Donnerstag, 29. August, noch mehr Anekdoten aus dem Stadtteil zu hören bekommen.

Quartiersmanager Rolf Kappel (66) hatte die Idee zu dem neuen Projekt „Komm, erzähl’ uns eine Geschichte“. Denn der Treff für Menschen aus dem Stadtteil in den Räumen des Gripsclubs an der Crengeldanzstraße lief etwas schleppend an. „Es kamen leider nur wenige zu uns“, sagen Papirowski und Kogelheide (beide 68). Jetzt wollen die Ehrenamtlichen die Bürger aus dem Quartier Heven-Ost/Crengeldanz damit locken, dass sie Geschichten aus ihrer Wittener Heimat erzählen – bei Kaffee und Waffeln.

Besucher können Fotos und Erinnerungsstücke mitbringen

Wer noch ein paar Anregungen braucht, dem helfen folgende Fragen vielleicht auf die Sprünge: „An welche spannenden, schönen oder traurigen Erlebnisse in Ihrem Haus, Ihrer Straße, Ihrem Viertel erinnern Sie sich? Wie sind Sie hier ansässig geworden?“ Wer mag, kann auch Fotos oder andere Erinnerungsstücke mitbringen. „Wir nehmen erstmal alles“, sagt der Quartiersmanager. Die Ergebnisse der Sammlung sollen im Treff vorgestellt werden. Es soll aber nicht nur um früher gehen, betont Rolf Kappel.

Später dann sollen die Erinnerungen in das Gedächtnis der Stadt, also ins Stadtarchiv, aufgenommen werden. Leiterin Martina Kliner-Fruck wird sie dort für die Zukunft bewahren. „Wir können uns auch vorstellen, mal auf Wanderschaft zu gehen und verschiedene Orte zu besuchen“, sagt Kappel und denkt etwa an den Privatfriedhof der Familie Müllensiefen, der sonst nicht besichtigt werden kann. Langfristig wünscht er sich, dass aus dem Projekt ein Erzählcafé entsteht.

Und wie geht nun Christel Papirowskis Geschichte aus? Auch das können die Besucher im Treff erfahren. Vorher wird nichts verraten.

Menschen aus dem Stadtteil sind am Donnerstag, 29. August, von 10 bis 16 Uhr an der Crengeldanzstraße 54a willkommen.

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