Kultur

Corona: Werkstadt in Witten fürchtet um ihre Existenz

Die Werkstadt sagt alle Veranstaltungen und Vermietungen bis zum 19. April ab. Das sorge für Umsatzeinbußen von etwa 70.000 Euro. 

Die Werkstadt sagt alle Veranstaltungen und Vermietungen bis zum 19. April ab. Das sorge für Umsatzeinbußen von etwa 70.000 Euro. 

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Die Werkstadt in Witten schlägt Alarm. In einem Brandbrief weist das soziokulturelle Zentrum auf die Einnahmeverlust durch die Corona-Krise hin.

Die Werkstadt in Witten befürchtet, die Corona-Krise ohne finanzielle Hilfe nicht überstehen zu können." Die Coronavirus-bedingten Schließungen sind für alle Kulturschaffenden ein Desaster und absolut existenzbedrohend", heißt es in dem offenen Brief des soziokulturellen Zentrums, das seit fast genau 43 Jahren nicht mehr aus dem kulturellen Lebens in Witten wegzudenken ist. In Zentren wie der Werkstadt gebe es keine finanziellen Reserven, die kommenden Wochen ohne Einnahmen zu überstehen. Ohne Hilfe könne man die Schließung nicht lange durchhalten.

"Wir sind in einer Situation, die mit nichts Bisherigem zu vergleichen ist", heißt es in dem Brandbrief. Allein die Absage aller Veranstaltungen und Vermietungen bis zum 19. April sorge für Umsatzeinbußen von etwa 70.000 Euro. "Selbst wenn danach wieder alle Veranstaltungen stattfinden sollten – bis wieder Normalität einkehrt, die Menschen wieder auf Partys gehen und Räume für Hochzeiten oder betriebliche Veranstaltungen mieten, würde es vermutlich noch eine ganze Weile dauern."

Wittener Werkstadt meldet Kurzarbeit an

Die Werkstadt hat bereits für ihre 15 hauptamtlichen Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. Bekanntermaßen seien die Löhne und Gehälter im Bereich "Soziokultur" nicht tarifgebunden und nicht dazu geeignet, finanzielle Polster anzusparen, schreiben die Verantwortlichen. Selbst wenn die Beschäftigten nur zu 50 Prozent in Kurzarbeit gingen, könne dies ihr Einkommen schnell unter das Existenzminimum drücken. Wobei die Werkstadt früher oder später mit einem Arbeitsausfall von bis zu 100 Prozent rechnet.

Nicht zuletzt sei die Lage für über 30 Kollegen, die als Aushilfen, freiberufliche Dozenten oder DJs beschäftigt sind, teils katastrophal. "Die meisten Aushilfen wurden umgehend in eine unbezahlte Zwangspause geschickt, einige sogar gekündigt", sagt Sprecherin Heinke Liere. Dazu heißt es in dem Brandbrief: "Wenn ihnen das fest eingeplante Geld plötzlich fehlt, reicht es unter Umständen nicht einmal mehr für die Miete. Denn Kurzarbeitergeld greift in diesen Fällen nicht."

Ohne massive finanzielle Unterstützung werde die Werkstadt diese Krise nicht überstehen. Nach 43 Jahren muss das etablierte Zentrum in den alten Mannensmannhallen sogar zu Spenden aufrufen (Sparkasse Witten IBAN: DE15 4525 0035 0000 0349 00). Auf Wunsch werden Spendenquittungen ausgestellt.

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