2. Nacht der Ausbildung

Berufliche Zukunft mit Weitblick planen

Mit der Aussicht auf einen Ausbildungsplatz? Iman Kafi (18) verschafft sich mit Dirk Kehl von der Werksfeuerwehr einen Eindruck vom DEW-Gelände.Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool

Mit der Aussicht auf einen Ausbildungsplatz? Iman Kafi (18) verschafft sich mit Dirk Kehl von der Werksfeuerwehr einen Eindruck vom DEW-Gelände.Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool

Foto: Fischer / WAZ FotoPool

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Witten. Welchen Beruf möchte ich ergreifen? Wie komme ich überhaupt an eine Ausbildungsstelle? Solche Fragen brennen jungen Leuten Jahr für Jahr auf den Nägeln.

Jetzt nutzten fast 800 Jugendliche und deren Eltern die zweite Nacht der Ausbildung zu Gesprächen mit Ausbildern, Unternehmen kennen zu lernen und neue Berufe zu entdecken.

Industriemechaniker, Bankkauffrau oder Elektroniker – 35 Ausbildungsberufe stellten die dreißig Wittener Unternehmen vor. In der Hoffnung, geeignetes Nachwuchspersonal für ihre Firmen zu finden.

Symbolischer Eintrittspreis

Denn Jugendliche laufen an jenem Freitagabend auf dem Gelände der Deutschen Edelstahlwerke viele herum. Sogar ein wenig Eintritt mussten sie zahlen: „Wir wollen ihnen damit sagen, dass sie sich bemühen und kümmern müssen“, rechtfertigt Ute Dreher die symbolischen 1,50 Euro. „Wer an einem Freitagabend hierher kommt und dann auch noch zahlt, der wird mit offenen Armen empfangen“, so Dreher weiter. Die 52-jährige Geschäftsführerin der Karrierewerkstatt hat die Veranstaltung im Griff und führt durch die großen Ausbildungshallen.

Am Stand der Herbeder Firma Voss Federn bleibt Dreher stehen. Thorsten Hunger (36) hält eine der kleinen Metall-Federn in der Hand. „Diese geht direkt zu Volkswagen“, sagt Hunger und zeigt eine schmale Feder, deren Ende ein längerer Draht ist – sie wird später mal einen Golf-Auspuff halten. Voss Federn hat sogar für das laufende Jahr noch eine Ausbildungsstelle zur Fachkraft für Metalltechnik offen.

Noch 126 Azubis für 2013 gesucht

Diese Ausbildungsstelle ist eine von 126 nicht vergebenen Plätzen in Witten. Vor allem im Einzelhandel und Handwerk sei noch einiges frei, wie Annette Wodara von der Bundesagentur für Arbeit berichtet (Infos unter 0800 4 5555 00). Auf der Suche ist auch noch Afer Baygeldi. Der Wittener hat vor kurzem seine Fachhochschulreife am Berufskolleg erlangt. Nun sucht er eine Ausbildungsstelle. „Heute möchte ich mich erkundigen“, sagt der 18-Jährige und präsentiert einige Kataloge und Flyer. Vor allem für kaufmännische Berufe interessiere er sich und habe dort auch schon mit zwei Ansprechpartnern aus der Personalabteilung sprechen können.

Während Unternehmen wie Voss Federn noch nach einem Azubi suchen, zeigen Auszubildende der Karrierewerkstatt, was sie bereits gelernt haben: Die zukünftigen Maschinen- und Anlagenführer fertigen mit Interessierten Rosen aus Stahl an. „Damit man ein erstes Gefühl für Metall bekommt“, erklärt Ute Dreher von der ausbildenden Karrierewerkstatt. Von dieser, den Stadtwerken und der Wirtschaftsförderung der Stadt Witten wurde die Ausbildungsnacht organisiert. „Die Stadt hat es verdient, gute Leute hier zu behalten“, erklärt Dreher das Anliegen.

Und vielleicht haben in jener langen Nacht tatsächlich einige der jugen Besucher ihren künftigen (Traum-)Beruf oder sogar ihren Ausbilder gefunden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben