Soziales

Wertvolle Hilfe aus Hamminkeln: Togo – Neuer Horizont

Anna Maria Klocke vom Verein „Togo – Neuer Horizont“ in der neuen Dorfschule von Kimulene.

Anna Maria Klocke vom Verein „Togo – Neuer Horizont“ in der neuen Dorfschule von Kimulene.

Foto: Ludger Weinans / FFS

Hamminkeln.  Der Verein hat wieder vieles in dem westafrikanischen Land geschaffen. Anna Maria Klocke aus Dingden war zwei Wochen auf Projekttour.

Der Verein „Togo – Neuer Horizont“ hat in den 15 Jahren seiner Tätigkeit viel im Land geschaffen, aber: „Es gibt noch viel zu tun, die vielen vorliegenden Anträge zeigen das“, berichtet Anna Maria Klocke, die kürzlich wieder für zwei Wochen in dem westafrikanischen Land weilte.

Freud und Leid liegen bei einer solchen Projekttour immer dicht beieinander. „Wenn ich sehe, wieviel Kinder es in dem Land gibt, wird mir das Herz schwer, was soll nur daraus werden“, so Klocke.

Kinder sind ein Statussymbol der Bevölkerung. Ein großes Problem: Die meisten Menschen sind Analphabeten. Was sie festgestellt hat: „Die Kinder sind sehr wissenshungrig und gehen gern zur Schule, deswegen müssen wir Schulen bauen“.

Oftmals sei es aber so, dass die Mädchen nach der sechsten Klasse aus der Schule genommen und verheiratet würden, es sei denn, so ein Mädchen hat eine Patenschaft.

„Die Steyler Missionsschwestern haben vor Ort ein Auge darauf, dass das Geld für die Bildung verwendet wird“, betont Anna Maria Klocke. Sehr gefreut habe sie sich, dass das erste Kind der Mutter-Kind-Klinik in Atakpamé aus Dankbarkeit der Eltern nun ihren Vornamen trägt.

Regen und große Hitze

Auch die Klinik in Koutchitchéou ist nun voll funktionsfähig. Die Müllverbrennungsanlage ist fertig und auch für das Personal stehen in Kürze Unterkünfte zur Verfügung. Das gilt auch für die Latrinen für die Besucher und einen Pavillon für die Begleitpersonen der Patienten, damit diese nicht dem Regen oder der großen Hitze ausgesetzt sind. Notwendige Medikamente wurden noch angeschafft.

2000 Kilometer ist Klocke gemeinsam mit ihrem Bruder Ludger Weinans 14 Tage durchs Land gereist. „Wir hatten gerade Regenzeit, so dass das besonders anstrengend war“, berichtet die engagierte Dingdenerin, die in Zukunft nur noch einmal im Jahr auf Projekttour gehen wird.

Grundschule fertig gestellt

In Kimulene ist nun die Grundschule fertig gestellt. Diese habe am Ende noch behindertengerechte Toiletten erhalten, ein Brunnen wurde gebaut, Schulutensilien wurden angeschafft. Offiziell übergeben wurde während ihres Aufenthaltes in Togo auch der Brunnen in Affem-Bossou.

Sie freue sich darüber, dass die Arbeiter sehr fleißig waren und sie das Bauwerk mit viel Eigenleistung fertig gestellt haben.

Übrigens: Ist ein Projekt abgeschlossen, wird es in die Verantwortung der Einheimischen übergeben. Anna-Maria Klocke betont: „Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe, anders geht das gar nicht“.

Beim Bau des Brunnens beispielsweise wurde ein Brunnenkomitee bestimmt, das fachlich fortgebildet wurde, damit kleinere Reparaturen selbst ausgeführt werden können. Für das Wasser zahlen die Menschen ein Minimum an Entgelt, das für anfallende Kosten angespart werde.

Ihren Dank drücken die Menschen mit einem großen Dorffest aus, bei dem die Afrika-Experten immer reich beschenkt werden, obwohl die Menschen quasi nichts haben. Nicht selten erhält sie ein Schaf oder eine Ziege. Auch diesmal durfte Anna-Maria Klocke so ein Tier entgegen nehmen und ein Fass voll Yams-Wurzeln. „Das kann ich ja gar nicht mit nach Hause nehmen, ich gebe das dann weiter“, berichtet sie lachend.

Kindergarten für 280 Jungen und Mädchen

Ein Treffen mit einer Gruppe Patenkinder gehörte ebenfalls zur Projekttour. Zum ersten Mal wird ein Kindergarten für 280 Jungen und Mädchen gebaut Baubeginn soll Mitte nächsten Monats sein, Kostenpunkt 140.000 Euro.

An vielen Stellen hilft der Verein „Togo-Neuer Horizont“. Mittlerweile kommt die Hilfe aus dem ganzen Land - dank Internet. Erst kürzlich wurde auf einer Hochzeit in Berlin zugunsten des Vereins gesammelt und auch aus Münster sind Spenden geflossen.

Benefizkonzert mit den „Dorfmusikanten“

Am Sonntag, 27. Oktober, findet um 15 Uhr in der „Galerie“ des Landhauses Ridder. Bocholter Straße 41 in Dingden, ein Benefizkonzert mit den „Dorfmusikanten“ statt.

Karten für 19 Euro gibt es bei der Parfümerie Hülsken sowie der Firma Schaffeld in Hamminkeln. Der Erlös fließt in den Ausbau einer Grundschule im Dorf Naboine in Togo.

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