Marienthaler Abende

Swingender Auftritt auf der Hamminkelner Kulturwiese

Chris Hopkins meets the Jazz Kangaroos bei den Marienthaler Kulturabenden.

Chris Hopkins meets the Jazz Kangaroos bei den Marienthaler Kulturabenden.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Hamminkeln.  Chris Hopkins und die Jazz Kangoroos aus Australien swingen sich in die Herzen der Zuschauer auf der Kulturwiese in Hamminkeln-Marienthal.

Am Dienstagabend gab es Jazz bei den Marienthaler Abenden: Chris Hopkins hatte die drei Jazz Kangoroos, um Klassiker aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu spielen. Leider war der Abend nicht ganz ausverkauft, aber die etwa 100 Zuhörer werden ihr Erscheinen nicht bereut haben.

Die Jazz Kangoroos haben ihren Namen ihrer australischen Herkunft zu verdanken. Mit Geige, Gitarre und Bass versetzten sie, gemeinsam mit Chris Hopkins am Klavier, das Publikum in die goldene Zeit des Swing. Chris Hopkins war schon einmal Gast bei den Marienthaler Abenden gewesen, gemeinsam mit dem Schauspieler Karl-Michael Vogler, der aber nicht auftreten konnte, weil ihm sein Manuskript abhanden gekommen war. Nun also mit den Jazz-Spezialisten von Down-Under und ganz ohne Manuskript wurden Titel wie „Russian Lullaby“ von Irving Berlin oder „Swing 42“ von Django Reinhardt präsentiert.

Man sieht den Musikern an, dass sie ihren Spaß haben

Souverän begleitete er seine Kollegen und begeisterte durch abwechslungsreiche Soli. Erstaunlich, wie gut die Musiker harmonierten – schließlich war es erst das zweite Konzert der Vier. Und dass es ihnen Spaß machte, miteinander zu spielen, merkte man sofort.

Oft ist man mit Grund skeptisch, wenn Musiker gleich mehrere Instrumente in einem Konzert spielen. Bei George Washingmachine war diese Skepsis absolut unbegründet. Seine Gesangsstimme erinnert an Frank Sinatra und seine Geigensoli sprühten vor Esprit. Ein echtes Multitalent war im – aus Rücksicht auf das Klavier erbauten – Zelt auf der Festwiese zu genießen.

Kleine Klassik-Schnipsel in den Soli

Immer wieder überraschte er mit kleinen Schnipseln von Bach oder Bizet in seinen Soli.

Ihm stand David Blenkhorn in nichts nach: Seiner Gibson-Gitarre von 1957 entlockte der Musiker warme Klänge, die an einigen Stellen sogar ein bisschen nach Saxofon klangen. Und am Bass komplettierte die Kangoroos Mark Elton. Auch er genoss auf seinem - übrigens unverstärkten - Bass sowohl das Begleiten der anderen als auch seine teils virtuosen Soloeinlagen.

Abwechslungsreich war das Programm auch dadurch, dass die Musiker mal als Duo, mal als Trio und eben auch alle zusammen auftraten. Die Jazzfans, die aufgrund des ungewöhnlichen Termins nicht auf die Kulturwiese gekommen waren, dürften es bedauern – und beim nächsten Jazzabend sicher den Weg nach Marienthal finden...

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