Bildung

Steigerwald: Aus zwei Grundschulen in Schermbeck mach eine

Wo an der Weseler Straße links aktuell das Maisfeld steht, könnte der Neubau einer Grundschule für ganz Schermbeck entstehen – so wünscht es sich Schulleiterin Jessica Steigerwald.

Wo an der Weseler Straße links aktuell das Maisfeld steht, könnte der Neubau einer Grundschule für ganz Schermbeck entstehen – so wünscht es sich Schulleiterin Jessica Steigerwald.

Foto: Johannes Kruck

Schermbeck.  Schulleiterin Jessica Steigerwald wünscht sich ein neues großzügiges Gebäude nachaktuellen pädagogischen Erkenntnissen am Standort Weseler Straße

Bevor es im gestrigen Kultur-, Schul-, Sport und Sozialausschuss um die Zukunft der Schermbecker Grundschulen thematisiert wurde, ergriff Bürgermeister Mike Rexforth das Wort: „Er geht heute darum, die Machbarkeitsstudie einzubringen und für den Rat am 9. Oktober eine Verwaltungsvorlage zu erarbeiten.

Ziel ist zunächst die Entscheidung: Zwei Standorte oder einer?“

Anschließend ergriff Jessica Steigerwald, die Schulleiterin der Gemeinschaftsgrundschule und kommissarische Leiterin der Maximilian-Kolbe-Schule, das Wort.

(Die Grundschule in Schermbeck ist seit dem 1. August 2019 eine Verbundschule, die aus zwei Standorten besteht: Der gemeinschaftliche Hauptstandort befindet sich an der Weseler Straße und der katholische Teilstandort an der Schienebergstege. Beide Standorte sind nicht weit voneinander entfernt.)

Pädagogisches Konzept

Die Schulleiterin stellte ein pädagogisches Konzept vor. „Wie kann Schule in 30 Jahren aussehen?“, fragte Steigerwald und gab dazu mehrere Antworten: „Schule muss den Mega-Trends folgen, das Finden neuer Antworten ermöglichen. Schule muss Schule neu denken.“

Räumliche und materielle Bedingungen müssten in einem zukunftsfähigen Schulgebäude geschaffen werden. „Unsere Schulen sind in Teilen nicht mehrt zeitgemäß“, erklärte sie. So gäbe es keinen Raum, an dem alle 388 Schüler plus Eltern und Lehrer unterkommen könnten. Und: „Kommunikation wird durch einen Standort verbessert.“

Steigerwald stellte den „Raum als dritten Pädagogen“ vor, der nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Ort des Lebens für die Kinder sei.

Offene Lernwerkstatt

Sie formulierte die Forderung nach modernen, offenen Raumkonzepten – vom geschlossenen Klassenzimmer hin zur offenen Lernwerkstatt. „Am liebsten wünschen wir uns einen Neubau“, sagte die Schulleiterin unmissverständlich. Die Variante an der Freudenbergstraße lehnt sie ab: Das wäre viel zu weit weg vom Schwimmbad.“

Steigerwald wünscht sich an dem neuen Standort (bevorzugt an der Weseler Straße) unter anderem eine neue Dreifachsporthalle, ergänzte aber zugleich: „Viele Ideen gibt’s immer, doch die Umsetzbarkeit ist ne andere Frage.“

Über die Kostenseite wurde zunächst nicht gesprochen.

Ulrike Trick, Fraktionsvorsitzende der Grünen, gab aber zu bedenken: „Der Abriss beider Schulen wäre ungeheure Vernichtung von Werten.“

Mike Rexforth betonte: „Wir wollen eine kinderfreundliche Gemeinde werden und müssen dafür die bestmögliche Ausbildung ermöglichen.“

>>> BÜRGERINITIATIVE: 350 UNTERSCHRIFTEN FÜR DEN ERHALT BEIDER SCHULEN

Die Bürgerinitiative „Zwei Grundschulen für Schermbeck“ setzt sich für einen Erhalt der vor Ort bestehenden Grundschullandschaft ein. Sinnvoller und nachhaltiger als ein Abriss sowie ein kostspieliger Neubau an ungünstiger Stelle außerhalb des Ortskerns erscheine den Mitgliedern der Erhalt der werthaltigen Gebäudesubstanz der beiden Schulen durch Sanierungen und Modernisierungen, so der Sprecher der Bürgerinitiative, Thomas Bolte.

Innerhalb einer Woche hätten mehr als 350 Schermbecker die Petition auf der Online-Plattform „change.org“ unterschrieben.

Insbesondere viele Eltern der jetzt eingeschulten Kinder hätten unterschrieben – in der Sorge, dass die Gebäude während der Schulzeit ihrer Kinder abgerissen werden könnten.

„Bei der Einschulung hatten viele Eltern und Großeltern die Gelegenheit, sich die Schulgebäude sowie die jeweiligen Klassenräume anzuschauen“, so Bolte. „Wir haben daraufhin viele Rückmeldungen bekommen, wie schön und gut erhalten die Gebäude doch eigentlich sind. Mehrheitlich überwog das Unverständnis darüber, wie man einen Abriss überhaupt in Erwägung ziehen kann.“

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