Jubiläum

SPD Wesel feiert im November 100-jähriges Bestehen

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (hinten links) mit dem Weseler SPD-Vorstand Wolfgang Spychalski, Ludger Hovest, Ulla Hornemann und Patrick te Paß (von links) bei der Vorstellung des Programms in ihrer Parteizentrale an der Moltkestraße in Wesel.

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (hinten links) mit dem Weseler SPD-Vorstand Wolfgang Spychalski, Ludger Hovest, Ulla Hornemann und Patrick te Paß (von links) bei der Vorstellung des Programms in ihrer Parteizentrale an der Moltkestraße in Wesel.

Foto: Markus Joosten / FFS

Wesel.  Zum Festakt erscheint eine neue Chronik mit einem Blick zurück und nach vorn, die die Geschichte der Stadt und der Sozialdemokratie dokumentiert.

Ganz genau wissen die Sozialdemokraten in Wesel nicht, seit wann es sie in der heutigen Kreisstadt gibt. Da half auch kein Nachforschen bei der Friedrich-Ebert-Stiftung. Fest steht nur, dass am 2. März 1919 sechs Genossen in den Rat gewählt wurden.

Zuvor seien immer wieder Einzelpersonen mit Parteibuch aufgetaucht, sagt Ludger Hovest. Doch anders als etwa in Dinslaken, wo viele Menschen in Fabriken Arbeit gefunden hätten, gab es in der Beamten- und Soldatenstadt zunächst offenbar keinen SPD-Ortsverein.

Der 2. März 1919

Und so ist nun der 2. März 1919 der Maßstab für 100 Jahre organisierte Sozialdemokratie in Wesel, die im November gefeiert werden. Dann kommt mit Willy-Brandt-Sohn Peter ein prominenter Redner, und es wird die überarbeitete Fassung der Weseler SPD-Geschichte erscheinen, geschrieben vom Weseler Journalisten Thomas Hesse.

Auf 72 Seiten gibt es in neun Kapiteln den Blick zurück plus Ausblick und viele Fotos, kündigt Bürgermeisterin Ulrike Westkamp an. Sie ist bereits seit 2004 ununterbrochen an der Stadtverwaltungsspitze. Vier sozialdemokratische Herren waren ihre Vorgänger: Von 1956 bis 1966 Kurt Kräcker, von 1967 bis 1969 Wilhelm Nakathen, von 1979 bis 1984 und 1989 bis 1994 Wilhelm Schneider sowie von 1994 bis 1999 Bernhard Gründken.

Reger Zulauf in den 20er Jahren

Wie wichtig ein Bürgermeister ist, das habe Ulla Hornemann bereits als Kind erfahren. Sie wohnte damals genau gegenüber von Kurt Kräcker, in der heutigen Weimarer Straße. Da kam dann schonmal das Tambourkorps vorbei, um dem Stadtoberhaupt Glückwünsche zu übermitteln. Schon in den 20er Jahren hatte die SPD regen Zulauf in Wesel. Große Versammlungen wurden im großen Saal des evangelischen Gemeindehauses an der Willibrordi-Kirche und im Saal des Stadttheaters an der Feldstraße abgehalten, zu kleineren Treffen ging es ins Hotel Germania, den Weseler Hof oder zum Feiern ins Lokal Lippeterrasse. Nicht zu vergessen das Parteilokal Busch in der Niederstraße.

Neugründung im Februar 1946

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte im Weseler Casino die Neugründung des SPD-Ortsvereins im Februar 1946. Regelmäßige Versammlungen gab es erst ab 1950 wieder, etwa im Keller von Gerd und Gerta Riedl sowie im Ausflugslokal Tannenhäuschen. Letzteres wurde immer sonntags ab 11 Uhr zum Treffpunkt mit der ganzen Familie.

Heute nennt sich die SPD Wesel-Partei und ist mit 20 Sitzen die stärkste Fraktion im Rat.

Willy Brandts Sohn Peter kommt im November

Das runde Jubiläum wird am Freitag, 15. November, im Ratssaal des Rathauses begangen. Die geladenen Gäste werden dort Professor Dr. Peter Brandt, Sohn des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt, begegnen. Der Festredner geht auf die Entwicklung der Sozialdemokratie und die Arbeiterbewegung ein und wird über die SPD heute sprechen.

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