Kriminalität

Schockanruf: Kreispolizei Wesel warnt vor Betrugsmasche

Betrüger versuchten, von einer Weselerin eine „Kaution“ für ihren Sohn zu erbeuten. Die Frau durchschaute den Trick.

Betrüger versuchten, von einer Weselerin eine „Kaution“ für ihren Sohn zu erbeuten. Die Frau durchschaute den Trick.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Kreis Wesel.  Betrüger gaukelten einer Weselerin vor, ihr Sohn habe einen tödlichen Unfall verursacht – sie wollten offenbar eine „Kaution“ erbeuten.

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Vor einer neuen, heimtückischen Betrugsmasche warnt die Weseler Kreispolizei: Eine 81-jährige Weselerin erhielt einen Schockanruf – Betrüger wollten ihr vorgaukeln, ihr Sohn habe einen tödlichen Unfall verursacht und eine „Kaution“ ergaunern.

Gegen 13.20 Uhr erhielt die Frau einen Anruf. Der Mann am Ende der Leitung stellte sich als Hauptkommissar Müller aus Oberhausen vor und erklärte der Dame in stockendem Ton, dass ihr Sohn in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt sei, bei dem ein 15-jähriges Mädchen gestorben sei. Es bedarf nicht viel Vorstellungskraft, wie geschockt die Weselerin gewesen sein muss. Doch der vermeintliche Hauptkommissar ging noch weiter: Er erklärte, ihr Sohn müsse zum Haftrichter und daher dürfe sie ihn nicht kontaktieren.

Die Weselerin durchschaute die Betrugsmasche

Ziel des Betrügers war es, eine vermeintliche Kaution zu ergaunern. Doch die Dame fing sich schnell wieder. Da sie regelmäßig mit ihrem Sohn in Kontakt steht, wusste sie, dass er sich nicht in Oberhausen aufhalten konnte. Kurzerhand gab sie den Hörer an ihren Mann weiter und rief mit einem anderen Apparat sicherheitshalber ihren Sohn an.

Nachdem dieser ihr bestätigt hatte, dass nichts passiert sei, konfrontierte sie den Betrüger damit, woraufhin dieser auflegte.

Die Polizei gibt Tipps zu geben, wie sich Bürger für solche Schockanrufe rüsten können:

1. Die Polizei überbringt schlimme Nachrichten nie telefonisch. Es gibt ausgebildete Kolleginnen und Kollegen, die Sie in einem solchen Fall persönlich informieren und betreuen würden.

Die Polizei gibt Tipps zu Schockanrufen

2. Grundsätzlich gilt: Vertrauen Sie niemandem blind, auch nicht angeblichen Polizeibeamten! Wenn Sie einen Anruf von der Polizei erhalten, dann bestehen Sie darauf, zurück zu rufen. Wählen Sie die Ihnen bekannte Nummer der örtlichen Polizeidienststellen und lassen sie sich dann zu dem Polizisten weiter verbinden. Geben Sie nur dann telefonisch Auskünfte. Seien Sie auch misstrauisch bei Anrufen von Personen, die sich als Vertreter anderer Behörden oder als Verwandte ausgeben!

Prüfen Sie immer die Seriosität des Anrufers und geben Sie keine persönlichen Daten heraus! Seriöse Mitteilungen werden nie telefonisch, sondern immer schriftlich mitgeteilt. Ziehen Sie bei unbekannten Besuchern Nachbarn oder Personen ihres Vertrauens hinzu. Beim geringsten Zweifel sollten Sie keine Scheu haben, über Notruf 110 die Polizei zu verständigen.

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