Gesundheit

Schermbecker lieben das Gahlener Kneipp-Becken

Dirk Jorczyk (links) und Ulrich Bayer waten durchs Gahlener Kneipp-Becken, das Willi Hartwig und Herbert Gülker (rechts) betreuen.Pauline Jorczyk (7) ist noch etwas skeptisch.

Dirk Jorczyk (links) und Ulrich Bayer waten durchs Gahlener Kneipp-Becken, das Willi Hartwig und Herbert Gülker (rechts) betreuen.Pauline Jorczyk (7) ist noch etwas skeptisch.

Foto: Gerd Hermann

Schermbeck.   Die Anlage am Gahlener Sportplatz lockt täglich dutzende Bürger ins kühle Nass. Der Heimatverein Gahlen hat das Becken jetzt saniert.

Die Temperaturen haben die 20-Grad-Marke deutlich überschritten, die Bäume und Sträucher tragen frisches Grün, die Vögel zwitschern. Frühling pur eben! Der ideale Zeitpunkt für den Heimatverein Gahlen, das Kneipp-Becken am Sportplatz des TuS Gahlen aus dem Winterschlaf zu erwecken.

Schnell spricht sich dies in dem Schermbecker Ortsteil herum, so dass bei schönen Wetter jetzt wieder täglich dutzende Bürger das kühle Nass aufsuchen. Seien es Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder Senioren – im Aap tummeln sich viele Erfrischung-Suchende in dem vor 23 Jahren errichteten Becken, das jetzt an mehreren Stellen saniert wurde.

„Die Fugen mussten abgedichtet werden, denn von den Rissen ging eine Verletzungsgefahr aus – aber jetzt ist wieder alles glatt“, erläutert Willi Hartwig aus der „Arbeitsgemeinschaft Rentnertruppe“. Der 77-Jährige schaut jeden Tag am Kneipp-Becken nach dem Rechten und sorgt so für ein perfektes Kneipp-Erlebnis der Besucher.

Am frühen Nachmittag kommen fast im Minutentakt neue Gäste an: So wie Dirk Jorczyk und Ulrich Bayer mit ihren Familien. Während die Kinder der beiden noch etwas zögern, sich die Schuhe und Socken auszuziehen, beweisen die Männer, wie abgehärtet sie sind und gehen zielstrebig ins Becken.

„Das beißt aber schon ein wenig“, ruft Ulrich Bayer nach wenigen Metern. Sein Kumpel Dirk Jorczyk muntert ihn spontan auf: „Mach den Storch, Uli!“

Mit diesem Tipp liegt er genau richtig, erläutert Herbert Gülker vom Gahlener Heimatverein: „Man soll im Storchengang die Füße bei jedem Schritt aus dem Wasser nehmen“, beschreibt der 62-jährige Schriftführer des Heimatvereins, der auch mit seiner Frau hier regelmäßig ins Becken steigt. „Denn es ist kein Scherz: Kneippen belebt wirklich die Gesundheit, weil es den Kreislauf und den Stoffwechsel fördert.“

„Das kribbelt richtig schön in den Beinen“

Dies bestätigen auch die beiden Senioren Brigitte und Udo Schwier. Die 76- und 75-Jährigen haben auf ihrer Radtour – wie so oft – das Gahlener Kneipp-Becken angesteuert. Sie sind schon sehr geübt und drehen mit hochgekrempelten Hosenbeinen gleich mehrere Runden in dem Becken. „Das kribbelt richtig schön in den Beinen und regt die Durchblutung an“, verdeutlicht das Ehepaar den Sinn des Wassertretens.

Wer allerdings nicht bis zum Oberschenkel ins Wasser möchte, hat auch die Möglichkeit, sich im Handbecken nur an den Händen, Armen oder im Gesicht abzukühlen. „Auch das ist schon eine herrliche Erfrischung“, ergänzt Gahlens „Kneipp-Beauftragter“ Willi Hartwig.

10 Goldene Regeln für das Kneipp-Wassertreten

Zehn „Goldene Regeln für das Kneipp-Wassertreten“ hat der Heimatverein auf einer Schautafel am Becken ausgehängt. Unter anderem hatte Sebastian Kneipp (1821-1897) festgestellt: „Gesundheit kann man nicht kaufen – man muss sich täglich neu um sie bemühen.“ In Gahlen geht dies im Kneipp-Becken in der Tat kostenlos und dazu noch ganz einfach.

>>> AUCH DER WASSERSPIELPLATZ IST SEHR GEFRAGT:

An der Paßstraße im Gahlener Ortskern wurde bereits vor drei Jahren auf einem der beiden Spielplätze ein Wasserspiel errichtet.

Martin Vennemann vom Heimatverein Gahlen betreut diese Anlage, die sich von Frühjahr bis Herbst ebenfalls großer Beliebtheit erfreut – vor allem bei Kleinkindern im Kindergartenalter, wie dem fünfjährigen Jamie: Er liebt es, Wasser mit Sand aufzustauen und später laufen zu lassen.

Der Spielplatz am Niewerth wird eher von älteren Kindern und Jugendlichen genutzt.

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