Chorreise

Sänger aus Wesel und Felixstowe „in perfect harmony“

Das große Chorkonzert in der vollbesetzten St. John The Baptist Parish Church in Felixstowe war ein Höhepunkt der Chorreise.

Das große Chorkonzert in der vollbesetzten St. John The Baptist Parish Church in Felixstowe war ein Höhepunkt der Chorreise.

Foto: Musikverein

Wesel.  Der Besuch des Musikvereins Wesel in der englischen Partnerstadt Felixstowe bei den Dorian Singers bleibt den 37 Sängern in toller Erinnerung.

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Anlässlich des 45. Jahrestages der Städtepartnerschaft Wesel-Felixstowe gab es nun einen weiteren Höhepunkt durch den Besuch des Städtischen Musikvereins Wesel in der englischen Partnerstadt Felixstowe bei den Dorian Singers.

37 Sängerinnen und Sänger reisten jetzt im Oktober – zum Teil begleitet von ihren Angehörigen – zu einem Treffen in die Partnerstadt auf die Insel.

Mit der Reise des Chores ging auch ein lange gehegter Wunsch der Partnerschaftsvereinigung in Erfüllung, Chöre aus Wesel und Felixstowe zusammen zu bringen. Der herzliche Empfang durch den Partnerschaftsverein in Felixstowe und die intensive Unterstützung schon bei der Planung verstärkten alte Freundschaften und schufen neue.

Besuch der Benjamin-Britten-Festspielstätte

Auf dem Programm standen Stadtbesichtigungen, ein gemeinsamer Ausflug zum Chor des Trinity College in Cambridge, ein Besuch der Benjamin-Britten-Festspielstätte Snape Maltings sowie intensive und gemeinsame Chorproben von Mitgliedern des Städtischen Musikvereins Wesel gemeinsam mit den Dorian Singers unter der Leitung ihrer Dirigenten Alan Loader und Dominik Giesen.

Gekrönt wurde der Aufenthalt am Samstag durch ein abschließendes großes Chorkonzert in der vollbesetzten St. John The Baptist Parish Church in Felixstowe.

Englische Chorlieder aus drei Jahrhunderten

Vorgetragen wurden dabei englische Chorlieder aus drei Jahrhunderten sowie die Liebesliederwalzer von Johannes Brahms, die von beiden Chören gemeinsam dargeboten wurden und von den Zuhörern, einschließlich der zahlreich erschienenen Honoratioren der Stadt Felixstowe, begeistert gefeiert wurden.

Es war erstaunlich und beglückend, wie selbstverständlich die beiden Chöre miteinander umgingen und sangen. Bevor die Mitglieder des Städtischen Musikvereins Wesel am nächsten Morgen ihre Heimreise antraten, erfolgte abschließend nach dem Konzert ein gemeinsamer Festabend, in dem beide Seiten die harmonische und erfolgreiche Zusammenkunft hervorhoben und den Wunsch und die Absicht bekräftigten, solche Treffen auf jeden Fall weiter zu pflegen – voraussichtlich 2021 in Wesel und spätestens zum 50. Jubiläum erneut in Felixstowe.

Die älteste Partnerschaft verbindet Wesel übrigens seit 1952 mit dem amerikanischen Hagerstown. Anfangs war es die Leitidee „Versöhnung und Verständigung“, die nach den Erfahrungen des vergangenen Weltkrieges helfen sollte, durch gegenseitige Besuche und intensives Kennenlernen ein friedliches Miteinander der Völker zu erreichen.

Seit 1974 Partnerschaft mit Felixstowe

Während die Initiativen weltpolitisch bedingt zunächst ausschließlich in westliche Richtungen gingen (1974 trat eine Städtepartnerschaft mit Felixstowe hinzu), öffnete sich die Mitte Europas in Folge der politischen Umwälzungen im ehemaligen Warschauer Pakt Ende der 80er Jahre für westdeutsche Städte.

Die Partnerschaft mit Salzwedel ist Ergebnis der deutschen Wiedervereinigung. Prägend für diese Partnerschaft war zunächst die Hilfe Wesels beim Aufbau der neuen Verwaltungsstrukturen in Salzwedel. Aber auch ganz praktisch konnte in den Anfangsjahren Hilfe geleistet werden. Das Krankenhaus erhielt Medikamente und Verbandsmaterial, die Feuerwehr Ausrüstungsgegenstände. Und als die Telefonverbindungen noch nicht den heutigen Stand hatten, half auch ein Funktelefon über Kommunikationsprobleme hinweg.

Verbindung mit der polnischen Stadt Ketrzyn

Ein weiterer Sprung Wesels nach Osten symbolisiert die neue Ausrichtung in den Partnerschaften deutscher Städte mit dem Ausland: Die jüngste Verbindung mit der polnischen Stadt Ketrzyn steht unter der Überschrift „Europäische Integration“.

Die Folgen des Zweiten Weltkrieges spielen für die Begründung der Freundschaft dennoch eine große Rolle. Ketrzyn ist das ehemalige ostpreußische Rastenburg, für dessen vertriebene Bewohner die Stadt Wesel bereits in den fünfziger Jahren eine Patenschaft übernommen hat.

Ehemalige Bewohner Rastenburgs knüpften gemeinsam mit dem Andreas-Vesalius-Gymnasium erste Kontakte in ihre alte Heimat, die schließlich im Jahr 2002 zu einer offiziellen Partnerschaft führten.

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