Rettungswesen

Rettungsübung auf dem Rhein in Wesel

Feuerwehrleute und DLRG arbeiteten bei dieser Rettungsübung Hand in Hand.

Feuerwehrleute und DLRG arbeiteten bei dieser Rettungsübung Hand in Hand.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Wesel.  Wenn ein Schiff brennt, müssen Feuerwehr und DLRG retten können. Das trainierten beide Seiten jetzt bei einer aufwändigen Rettungsübung in Wesel.

Über das Funkgerät kommt die Nachricht: „Feuer an Bord! Zwei Personen eingeschlossen und bewusstlos!“ Sofort reagieren die Helfer der Deutschen Leben-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und der Feuerwehr und wissen ganz genau, was jetzt zu tun ist.

Feuerwehr ging gern auf die Idee ein

Ausgedacht hat sich dieses Szenario Fabian Schmidt, Einsatzleiter der DLRG Wesel. Von ihm stammt auch die Idee, eine Rettungsübung in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr durchzuführen.

Lange musste Schmidt nicht fragen, denn auch der Löschzug Bislich, der als freiwillige Feuerwehr organisiert ist, hatte großes Interesse verschiedene Einsatz- und Notfallszenarien unter möglichst realistischen Gegebenheiten zu trainieren.

Motorboot Mariechen brennend und führerlos

Freitagabend trafen sich deshalb gut zehn Mitglieder der DLRG Wesel und sieben Feuerwehrmänner vom Löschzug Bislich, am Einmündungsbereich des Altrheins an der Grav-Insel. Führerlos trieb dort „Mariechen“, ein etwa zwölf Meter langes Motorboot, das von Jörg Heykamp für die Übung zur Verfügung gestellt wurde, im Rheinwasser.

Abgesichert durch zwei DLRG-Boote nähert sich das Rettungsboot der Feuerwehr mit zwei Männern in voller Einsatzmontur mit Pressluft-Atemgeräten dem brennenden Schiff – so die Vorgabe des Übungsszenarios.

Ein Einsatz mit zahlreichen Herausforderungen

Der Puls bei den Übungsteilnehmern schnellt in die Höhe. Eile ist geboten, denn es geht hier gleich um mehrere Aspekte: Lebensrettung, Brandbekämpfung, Sicherung des havarierten Schiffes, Vermeidung von Umweltschäden und nicht zuletzt auch um die Eigensicherung der Helfer.

Puppen stellen bewusstlose Menschen dar

An Bord der „Mariechen“ beginnen die Feuerwehrmänner sofort mit der Suche nach den beiden Verletzten. In der Bugkajüte werden sie fündig. In extremer räumlicher Enge, umgeben von Brandrauch, gilt es nun, die bewusstlose Person – bei der Übung wurden lebensgroße und –schwere Puppen im Boot versteckt – so schnell und so sicher wie möglich aus dem Gefahrenbereich zu holen.

Beide Dummys werden entdeckt und geborgen

Über Funk halten die Übungsteilnehmer Kontakt mit dem Gruppenführer der Feuerwehr Bislich, Klemens Bienen, und dem stellvertretenden Löschzugführer Christian Lankers.

Eine spezielle Rettungstrage, ein so genanntes Spineboard, wird von den Einsatzkräften herangeführt und schließlich mit dem Dummy an die Helfer der DLRG übergeben, die bei einem realen Einsatz die verletzte Person an Land bringen würden, damit gegebenenfalls der Notarzt sofort mit lebensrettenden Maßnahmen starten könnte.

Der Einsatz ist für die Rettungskräfte gefährlich

Und auch die zweite Puppe, im Heck der „Mariechen“ versteckt, wurde von den Feuerwehrmännern gefunden und gerettet. Man merkt schnell, wie anstrengend die Arbeit der Helfer ist, die bei solchen Einsätzen auch immer ihr eigenes Leben und Wohlergehen für andere Menschen aufs Spiel setzen.

Es wird weitere gemeinsame Übungen geben

Sebastian Pooth (19) mimte bei weiteren Rettungsübungen eine im Wasser treibende Person, die es zu retten galt. Mehrfach sprang Pooth dafür ins Wasser des Altrheinarms und ließ sich wiederholt von den Einsatzkräften an Bord ziehen. Bei der ersten gemeinsamen Übung von DLRG und Feuerwehr wird es sicher nicht bleiben.

Jan Heykamp, Pressesprecher der Weseler DLRG-Gruppe, spricht es aus: „Nur wer übt, der bleibt in Übung!“ Bei der Auswertung der Übung standen dann Fragen wie „Was kann verbessert werden?“ oder „Wo gab es Schwierigkeiten?“ und „Sind die Rettungsabläufe sinnvoll?“ im Mittelpunkt.

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