Katastrophenschutz

Rettungshundestaffel Wesel ist auf Einsätze vorbereitet

Die Rettungshundestaffel Wesel übt regelmäßig auf dem Trümmergelände für Einsätze.

Die Rettungshundestaffel Wesel übt regelmäßig auf dem Trümmergelände für Einsätze.

Foto: Gerd Hermann

Wesel.   Die Retter haben schon bei Einsätzen in der Türkei, Armenien oder Mexiko geholfen, Leben zu retten. Die Staffel feiert 40-jähriges Bestehen.

40 Jahre besteht die Rettungshundestaffel Wesel und Umgebung und hat bereits Geschichte geschrieben. Nun wurde das runde Jubiläum gefeiert. Ein wenig versteckt liegt das Trümmergelände auf einem 21 000 Quadratmeter großen Grundstück an der Ullrichstraße in Wesel. Man kennt sie - dramatische Bilder von verzweifelten Menschen in Erdbebengebieten. Auch hier sieht es so aus, als wenn gerade eine Katastrophe passiert wäre, denn viel Geröll, Ruinen, alte Rohre und Betonpfeiler und sogar ein Nachbau eines Hauses, das in Mexiko einem Erdbeben zum Opfer fiel, stehen dort. Genau so ein Ort ist gerade richtig für Hunde, die von einem Hundeführer zur Rettung von Menschenleben ausgebildet werden. Über 190 Versteckmöglichkeiten sind hier vorhanden.

Bevor ein Rettungshundeteam überhaupt einsatzfähig wird, muss es eine Reihe von Prüfungen durchlaufen, erklärt Betty Menken von der Weseler Rettungshundestaffel, die selbst einen Dobermann mit Namen Knut hat. Die Vierbeiner sind Privathunde und leben in den Haushalten und Familien der Mitglieder. Haltungs- und Tierarztkosten tragen die Vereinsmitglieder selber. Regelmäßig wird mit den Hunden trainiert, um im Ernstfall orientierungslosen Menschen, Verletzten in eingestürzten Häusern oder Unfallopfern zu helfen.

Rettungshunde helfen bei Katastrophen

Rennen - Riechen - Bellen - das sind die typischen tierischen Triebe des Hundes. „Such und hilf“ heißt das Kommando, auf das die Tiere hören. Mit Handbewegungen in Richtung Unglücksort lernt jeder Hund, dort anzuschlagen und zu bellen, wo er den Geruch des Opfers am stärksten aufnimmt. Das zeigt, dass solche Hunde eine unglaublich gute Spürnase haben sowie Geschicklichkeit und Unerschrockenheit. Ein Team setzt sich immer aus einem Hundeführer, Hund und Suchtrupphelfer zusammen.

Die verschiedensten Hunderassen werden hier für den Katastrophenfall ausgebildet. Sie heißen beispielsweise Izzy, Rocky, Asko, Kuki, Sam, Ronja, Deibel, Lehmann oder Pier und gehören zu Rassen wie Münsterländer, Border Collie, Cocker Spaniel, Australian Shepard und Labrador. Auch Mischlinge sind dabei. Sie alle sind in der Lage, auch unter den schwierigsten Bedingungen beispielsweise Verschüttete zu finden.

Helfer arbeiten ehrenamtlich

Die Weseler Staffel mit ihrer Vorsitzenden Sarah Busshoff gehört zur Nummer acht des Bundesverbandes Rettungshunde, der bundesweit über 70 Staffeln hat. Alle Helfer arbeiten ehrenamtlich, das heißt, es wird viel freie Zeit investiert, um auch unter lebensgefährlichen Bedingungen zu arbeiten. Zur Zeit besteht der Verein aus rund 20 Zweibeinern und 22 Vierbeinern.

Die Erstellung, Weiterentwicklung und regelmäßige Modernisierung in den Sparten Flächensuche, Trümmersuche und Mantrailing sind ein ganz wichtiger Bestandteil der Arbeit. Man kann es sich kaum vorstellen, aber sämtliche Einsätze sind für die Betroffenen und Alarmierenden kostenfrei. Für die zahlreich erschienenen Gäste gab es leckere Köstlichkeiten, die Hunde bekamen ihr Leckerli als Belohnung.

>>Acht Hundesportler machten den Anfang

Die Rettungshundestaffel wurde am 16.Dezember 1978 durch Maximilian und Heidi Harler mit acht Hundesportlern gegründet. In den 80er Jahren machte die Staffel durch internationale Einsätze in der Türkei, Armenien und Mexiko auf sich aufmerksam. Bekannt wurde sie besonders beim Einsatz unter Tage beim Grubenunglück in Borken.

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