Verkehr

Non-Stop-Einsatz auf den Gleisen für die Südumgehung Wesel

Telekommunikationsleitungen sollten schon im Sommer im Bereich der Bahntrasse verlegt werden. Doch es war zu heiß, um die Arbeiten zu beenden. Am Wochenende ging es weiter.

Telekommunikationsleitungen sollten schon im Sommer im Bereich der Bahntrasse verlegt werden. Doch es war zu heiß, um die Arbeiten zu beenden. Am Wochenende ging es weiter.

Foto: Gerd Hermann / FUNKE Foto Services

Wesel.  Die Südumgehung in Wesel wird einmal unter der B8 und den Bahngleisen entlangführen. Damit das so kommt, sind umfangreiche Vorarbeiten notwendig.

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Ein Bagger mitten auf den Bahngleisen, wo sonst Personenzüge fahren, aber auch immer wieder die Güterzüge der Betuwe-Linie vorbeirauschen: Am Wochenende bot sich dieses eher seltsame Bild allen, die mit dem Auto die Stelle auf der Bundesstraße 8 in Höhe der künftigen Südumgehung passierten. Jede Menge Menschen verbrachten die auch in der NRZ angekündigte Sperrzeit auf dieser Baustelle und legten Telekommunikationsleitungen der Deutschen Bahn um. Auch Vermesser waren vor Ort.

Hitze stoppte im Sommer die Arbeit

Bereits im Sommer hatte es erste Arbeiten gegeben, sagt Christoph Angenendt, beim Landesbetrieb Straßen NRW in Wesel für den Bau der Südumgehung zuständig. Doch gerade zu diesem Zeitpunkt war es derart heiß, dass die nötigen Handgriffe nicht mehr ausgeführt werden konnten. Aus diesem Grund nutzte man nun eine von der Bahn ohnehin angesetzte Sperrzeit, während der Busse den Pendelverkehr zwischen den Bahnhöfen übernahmen.

Die Arbeiten hängen mit dem geplanten Bau der Unterführung zusammen. Teilweise mussten neue Kabelschächte geschaffen werden, in die neue Leitungen gesteckt wurden. Bis 2 Uhr am Montag konnte gewerkelt werden, dann rollten die ersten Züge wieder an.

Bis die Bahnstrecke für die Errichtung der Südumgehung erneut komplett gesperrt werden muss, ziehen nun ein paar Monate ins Land. Im Mai wird es wieder so weit sein. Dann ist eine der Sperrzeiten dran, die vor zwei bis drei Jahren bereits beantragt wurden, und es sind erneut 24-Stunden-Schichten angesagt - und zwar über zehn Tage.

Der neuralgischste Punkt

Schließlich handelt es sich an dieser Stelle um den neuralgischsten Punkt der gesamten Südumgehung. Denn hier trifft die Umfahrung nicht nur auf eine weitere Bundesstraße, sondern eben auch auf die viel befahrene Bahnstrecke. Arbeiter sind im Frühjahr 2020 bereits damit beschäftigt, unter der B8 die Dichtwand und die Trogbauwerke für die B 58n zu errichten. Währenddessen muss der Verkehr auf der Bundesstraße 8 die Biege machen. Denn über viele Jahre wird es eine Behelfsstraße geben, die im Bogen um die eigentliche Baustelle herumführt. Dann ist hier nur maximal Tempo 40 erlaubt, zehn km/h weniger als zurzeit.

Zahlen und Fakten

Mit der Südumgehung wird es eine deutlich bessere Verbindung zwischen dem Niederrhein und dem Münsterland geben sowie zwischen der A57 und der A3 sowie der A31. Der Weseler Ortskern erfährt eine deutliche Verkehrsentlastung. Dann geht es hoffentlich ohne Staus rund um die alte Hansestadt. Insgesamt werden 3,8 Kilometer Straße neu gebaut. Der Bund investiert dafür rund 220 Millionen Euro.

Momentan fahren über 17.000 Fahrzeuge durch Wesels City. Die Südumgehung macht die Umgehung Wesels mit Rheinbrücke und Umfahrung Büderich voraussichtlich 2025 komplett.

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