Ermittlungen

Nach Gruppen-Vergewaltigungen in NRW: Gibt es weitere Täter?

Symbolfoto: Die Polizei ermittelt wegen gemeinschaftlich begangenen Vergewaltigungen.

Symbolfoto: Die Polizei ermittelt wegen gemeinschaftlich begangenen Vergewaltigungen.

Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services GmbH

Düsseldorf/Wesel/Moers/Krefeld.   Nachdem eine Duisburgerin wohl Opfer einer Gruppen-Vergewaltigung wurde, sitzen drei Männer in U-Haft. Mindestens ein weiterer Fall ist bekannt.

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In den vergangenen Monaten sorgten Fälle von Gruppen-Vergewaltigungen für Entsetzen in der Region. Zuletzt kamen weitere Details ans Licht. Mindestens in zwei Fällen sollen Männer Frauen systematisch angesprochen und sie vermutlich unter Einsatz von bewusstseinseintrübenden Mitteln vergewaltigt haben. Möglicherweise gibt es neben weiteren Opfern auch weitere Täter. Es sei nicht auszuschließen, dass der Täterkreis zu erweitern ist, sagt Sprecher Günter Neifer von der Staatsanwaltschaft Kleve am Mittwoch zu den Fällen von Gruppen-Vergewaltigungen, in denen derzeit ermittelt wird.

Berichtet wird von mindestens zwei Opfern. Im März soll eine 21-jährige Frau aus Duisburg von drei Männern vergewaltigt worden sein. Nach einer Öffentlichkeitsfahndung konnte die Polizei vier Tatverdächtige festnehmen. Ihnen werden laut Polizei gemeinschaftlich begangene Vergewaltigungen in mehreren Fällen vorgeworfen. Es geht aber auch um den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung, hieß es aus der Staatsanwaltschaft Kleve.

Opfer wurden vor oder in einer Düsseldorfer Diskothek angesprochen

Die Männer seien zwischen 24 und 29 Jahre alt und türkischer, marokkanischer, libanesischer und palästinensischer Abstammung, hieß es in einer Mitteilung. Die Tatverdächtigen sollen in Moers, Wesel und Krefeld wohnen. Gegen die vier Männer soll „zeitnah, in wenigen Wochen“ Anklage erhoben werden, sagte ein Sprecher am Dienstag. Drei Tatverdächtige sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Der vierte Mann sei vom Vollzug dieser Haft verschont worden, sagte Neifer.

Polizei und Staatsanwaltschaft berichteten von folgendem Vorgehen bei den Taten: Beide Opfer seien vor oder in einer Diskothek in Düsseldorf angesprochen worden, sagt Neifer. Die Männer stellten sich ihren späteren Opfern laut einer Mitteilung als „Jamal“, „Sammy“, „Momo“, „Memo“ oder „Bilal“ vor. Dann sollen sie die Frauen in eine Krefelder Wohnung oder in ein Hotel gelockt haben, das Zimmer sei auf den Namen des jeweiligen Opfers gebucht worden. Dort sollen sich die Männer auf brutale Weise an den Frauen vergangen haben. Die Opfer hätten sich meist mehrere Stunden in der Gewalt der Tätern befunden, teilweise seien die Taten auch per Handy gefilmt worden, hieß es in einer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Polizei und Staatsanwaltschaft bitten um Hinweise

Es gebe Hinweise, dass bewusstseinstrübende Mittel eingesetzt wurden. Alkohol sei sicherlich auch im Spiel gewesen, das allein erkläre aber den Zustand der Opfer nicht, sagte Günter Neifer. Vermutlich verabreichten die Täter K.o.-Tropfen, auch Drogen seien möglich. „Anhaltspunkte für K.o.-Tropfen sind nicht allzulang nachweisbar“, erklärt der Staatsanwalt Im April war berichtet worden, dass sich das 21-jährige Opfer und ein Täter lose gekannt haben sollen. Dazu machte Neifer keine weiteren Angaben. Dies sei Gegenstand der Ermittlungen.

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten sich an die Öffentlichkeit gewandt, weil nicht auszuschließen ist, dass es weitere Fälle gibt. Oft würden Opfer aus Scham solche Fälle nicht melden, sagt Neifer. „Wir möchten ein ganzes Bild.“

Weitere Opfer oder Zeugen, denen ab Mitte 2018 Ähnliches passiert ist oder die diese Vorfälle bezeugen können werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 02845/3092-1350 zu melden. (acf/mit dpa)

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