Facebook-Umfrage

Mehrheit will beide Grundschulen in Schermbeck erhalten

Die Gemeinschaftsgrundschule Schermbeck an der Weseler Straße.

Die Gemeinschaftsgrundschule Schermbeck an der Weseler Straße.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Schermbeck.  Eine nicht repräsentative Facebook-Umfrage brachte ein deutliches Ergebnis: Die Mehrheit der Teilnehmer möchte die neue Schule nicht haben.

In der laufenden Debatte um die beiden Schermbecker Grundschulen zeigt die Umfrage in der Facebook-Gruppe „Du bist echter Schermbecker, wenn ...“ eine klare Tendenz: Mit rund 82 Prozent spricht sich die Mehrheit der Teilnehmer der Umfrage für den Erhalt beider Grundschulen aus. Der von der Schermbecker Verwaltung favorisierte Abriss beider Schulen und ein Neubau außerhalb des Ortskerns wird von nur acht Prozent der Umfrageteilnehmer unterstützt. Wiederum zehn Prozent können sich vorstellen, dass beide Grundschulen an einem der bisherigen Standorte fusionieren.

„Das Ergebnis hat mich in dieser Deutlichkeit sehr überrascht“, meint Thomas Bolte, Initiator der Umfrage und Administrator der Facebookgruppe, die mehr als 2500 Schermbecker Mitglieder zählt. „Mich hat interessiert, wie die Schermbecker zu den Plänen der Verwaltung und zur Diskussion um die Schulstandorte stehen. Natürlich ist die Umfrage nicht so repräsentativ wie etwa ein Bürgerentscheid, aber sie zeigt trotzdem einen klaren Meinungstrend: Die Schermbecker möchten ihre traditionsreichen Grundschulen nicht abreißen lassen. Daran hat auch die Präsentation der sogenannten Machbarkeitsstudie nichts geändert.“

Gebäude erhalten

Die Mehrheit der insgesamt 220 Umfrageteilnehmer sehe nicht, warum Schermbeck für eine neue Mega-Schule außerhalb des Ortskerns Steuergelder in Höhe von 20 bis 30 Millionen Euro investieren solle. „Sinnvoller und nachhaltiger erscheint ihnen der Erhalt der werthaltigen Gebäudesubstanz der beiden bestehenden Schulen durch Sanierungen und Modernisierungen“, so Bolte.

Selbst der Autor der Machbarkeitsstudie, Architekt Markus Rathke, sehe beide Bestandsgebäude in einem „guten Zustand“. Insbesondere die ehemalige Maximilian-Kolbe-Schule wurde vor wenigen Jahren mit Fördermitteln energetisch aufgewertet, die Toilettenräume komplett saniert. Die meisten Räume sind ebenerdig und barrierefrei erreichbar. Die noch gar nicht so alte Turnhalle verfügt sogar über eine Solaranlage. Ein Gebäudeteil für zusätzliche Klassenräume wurde 1998 eingeweiht, ein Gebäude für die Offene Ganztagsschule (OGS) sogar erst 2010.

Für Erweiterungen und Anbauten, um etwa einem steigenden Bedarf bei der Offenen Ganztagsschule zu begegnen, sei auf dem Gelände ausreichend Platz, so Bolte.

Beide Schulen sind groß genug

Er verweist auf den aktuellen Schulentwicklungsplan, in dem es heiße, dass beide Schulen bis über 2030 hinaus über ausreichend Räume für neue pädagogische Arbeitsformen oder für eine deutliche Zunahme an OGS-Plätzen verfügen. „Leider findet der zuletzt 2018 aktualisierte Schulentwicklungsplan in der laufenden Diskussion offenbar kaum Beachtung“, kritisiert der Schermbecker.

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