Theater

Mafiöses Obrighoven – welch ein wildes Wesel

Claudia Gockel, Martin Stahlschmidt und Julia Richter (von links) beim Verhör.

Claudia Gockel, Martin Stahlschmidt und Julia Richter (von links) beim Verhör.

Foto: Markus Joosten

Wesel.   Die Theatertruppe der Obrighovener Schützen hatte wieder in den Saal von Schepers geladen und brachte Krimi-Sketche auf die Bühne.

Die Kriminalitätsrate in Wesel ist seit Mittwoch rasant gestiegen: Das liegt vor Allem an der Theatergruppe im Schützenverein Obrighoven, die am Abend ihre Krimi-Sketch-Parade im Saal der Gaststätte Schepers aufführte.

Seit Januar haben die Amateur-Schauspieler geprobt

Seit Januar haben die begeisterten Amateur-Schauspieler um die erste Vorsitzende Bärbel Hochstrat für ihre Darbietung geprobt. Erstmals handelt es sich dabei nicht um zwei komplette Stücke, sondern stattdessen um neun kürzere Sketche. „Wir wollten mal etwas Neues ausprobieren“, erzählt Bärbel Hochstrat.

„Das war natürlich schwieriger, weil alle sich in mehrere Rollen einfinden mussten.“ Dennoch gelingt es ihnen auch diesmal, das zahlreich erschienene Publikum zu unterhalten. René Bühring startet als Moderator mit einer Fragerunde in den Abend: „Was kennen Sie denn für Arten von Kriminalität?“ Diebstahl, Mord und Totschlag waren die Antworten. Bühring kündigt an: „Wir haben die verschiedensten Delikte in petto. Dabei ist nicht immer alles so, wie es scheint - und ein wenig schwarzer Humor schwingt auch oft mit.“

Streit um Gewinnaufteilung ihres letzten Raubs

Zum warm werden wird den Zuschauern eine vermeintliche Entführung vorgetragen. Dabei streiten sich eine Frau und ein Mann um die Gewinnaufteilung ihres letzten Raubs, während sie die Gattin eines wohlhabenden Unternehmers auf einem Stuhl gefesselt haben.

Diese beklagt sich permanent. Im Laufe der Zeit wird sie sogar noch aufmüpfiger und meint: „Ist das ihre erste Entführung? Anfänger, auch das noch!“ Tatsächlich wirken die beiden mit ihren Smileymasken nicht gerade furchteinflößend - als sie den beiden Räubern dann allerdings auch noch Tipps gibt, kommt es ihnen komisch vor. Schließlich entpuppt sie sich als Gattin eines Mafiabosses und der männliche Räuber fürchtet um sein Leben.

„Aber da sehen wir: Auch als Krimineller fängt man mal klein an“, fasst René Bühring zusammen.

Zu einem missglückten Kunstraub im Museum meint er: „Die beiden hätten sich vielleicht lieber ein Kiosk ausgucken sollen.“ Denn leider haben die Diebe keine Ahnung von Malerei: „Ist das wertvoll?“ - „Ein gewisser Rembrandt hat das gemalt. Ich glaube, da ist die Badewanne da vorne mehr wert.“

Um dem Wächter zu entgehen, tarnen sie sich als Skulpturen. Dieser ist belustigt von den neuen Ausstellungsstücken: „Sehen die echt aus! Verdammter Realismus, sogar die Unterhose ist schmutzig!“

Verwechslungen von Freund und Feind

Mafiosi, die für ihren Boss einen Auftragsmord an einem Rivalen und eine Geschenkübergabe an den Bruder ausführen sollten, verwechseln aus Versehen Freund und Feind.

Zwei betagte Damen, die furchtbar gerne Krimisendungen schauen und zusammen 140 Jahre alt sind, bestreiten ihr erstes Verhör und ermorden am Ende sogar noch den Kommissar.

All das und vieles mehr erlebte das Publikum an diesem Abend und begeisterte Kinder und Jugendliche genauso wie die Erwachsenen.

>>> DIE BESETZUNG DER OBRIGHOVENER:

Die Theatergruppe umfasst derzeit 23 aktive Mitglieder, darunter auch das amtierende Königspaar Harald und Gudrun Winter. Bei der Krimi-Sketch-Parade haben Bianca Tenbergen, Julia Richter, Nicole Seehafer, Alexandra und Martin Stahlschmidt, Claudia Gockel, Karin Bovenkerk, Roberto Richter, André Neuenhaus, Bärbel Hochstrat, René Bühring, Melanie Oltmanns mitgewirkt.

Make-Up und Frisuren zauberte Gudrun Uhlitzsch.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben