Blick hinter die Kulissen

Lange Nacht der Industrie im Weseler Kieswerk

Bei der Nacht der Industrie besichtigten Besucher das Kieswerk der Firma Holemans in Wesel-Bislich. Thomas Derksen, technischer Leiter des Kieswerks, weißer Helm, erklärt den Besuchern die Sandsilos.

Bei der Nacht der Industrie besichtigten Besucher das Kieswerk der Firma Holemans in Wesel-Bislich. Thomas Derksen, technischer Leiter des Kieswerks, weißer Helm, erklärt den Besuchern die Sandsilos.

Foto: Melanie Koppel / Funke Foto Services GmbH

Wesel.  Die Firma Holemans öffnet zur langen Nacht der Industrie ihr Werk in Bislich für Besucher. Die sind begeistert vom Blick hinter die Kulisse.

Wo auch immer man am Rhein entlang hinkommt, trifft man auf Kies – Kiesberge, Kieswerke, Baggerseen. Warum gerade hier?? Seit wann wird Kies hier abgebaut und was wird alles damit gemacht? Diese Fragen und noch viel mehr beantworteten die Mitarbeiter des Kieswerks Ellerdonk in Bislich am Donnerstagabend. Denn zum zweiten Mal beteiligte sich das Unternehmen Holemans an der „Langen Nacht der Industrie“.

„Aufgrund des großen Interesses beim letzten Mal und der positiven Resonanz öffnen wir gerne unsere Türen“, so Firmenchef Michael Hüging-Holemans. Ob Dachziegel, Fensterglas, Kacheln, Fliesen oder Betondecke – beim Häuserbau wird die Bedeutung von Sand und Kies besonders deutlich. Aber wer weiß schon, dass Kies auch als Rohstoff in Mikrochips und Computern, in Glas, Keramik und Porzellan, in der Pharmaindustrie, in Kosmetikartikeln und Putzmitteln, in Zahnpasta, Klebstoffen und Dispersionsfarben enthalten ist?

Ab in die Höhe - wer keine Höhenangst hat

Die Besucher wurden in fünf Gruppen aufgeteilt, bekamen ihren Helm und marschierten mit den Werksmitarbeitern los, um Einblicke in die Kiesgewinnung und -aufbereitung zu erhalten. Mit unterschiedlichen Baggern werden Kies und Sand an den Gewinnungsstätten aus bis zu 15 Meter Tiefe zu Tage gefördert. Anschließend wird das Material gereinigt, gesiebt und in verschiedene Körnungen unterteilt. Natürlich konnten die Ausflügler auch erspüren, wie sich die unterschiedlichen Körnungen nach der Bearbeitung anfühlen. An zwei Stationen ging es für die Besucher – ohne Höhenangst – 20 Meter in die Höhe.

Die Teilnehmer der ersten Tour genossen den traumhaften Ausblick in der leuchtenden Abendsonne über die Landschaft und bis über die linke Rheinseite hinaus. Die Teilnehmer der zweiten Tour kamen nach 20 Uhr und hatten diesen wunderbaren Ausblick leider nicht.

95 Prozent gehen in die Bauindustrie

Fünf befreundete junge Männer nahmen an der Tour teil, weil sie sich generell für technische Abläufe interessieren, erzählten sie. Auch im letzten Jahr wären sie bei der Veranstaltung bereits dabei gewesen. Für einen von ihnen war es auch ein hereinschnuppern in Berufe, denn er sei dabei, sich zu orientieren. 95 Prozent der gewonnenen Sande und Kiese werden in der Bauwirtschaft genutzt. Die Bauunternehmen bestellen dafür im Kieswerk Ellerdonk individuelle Rezepturen, die im Kieswerk zusammengestellt werden. Kurz vor der Beladung auf das Schiff oder den Lkw wird nochmal eine Probe gezogen und im Labor ausgewertet, um festzustellen ob der Kunde das erhält was er bestellt habe, erfuhren die Besucher.

Rica und Kimberly, Schüler des Berufskollegs Dinslaken, hatten keine Erwartungen an die Tour. „Aber das ist doch sehr interessant und gut nachzuvollziehen, was uns hier erklärt wurde“, berichteten sie. „Das war eine sehr interessante Führung mit nachvollziehbaren Erklärungen zu den Betriebsabläufen,“ resümierte Jan Edelhofen zum Abschluss. Er nutze jede Möglichkeit um Einblicke in Industriebetriebe zu erhalten, berichtete er. Ein positives Fazit zog Thomas Derksen, der technische Leiter der Holemans Betriebe: „Wir haben die Besucher gern herumgeführt und auch für unsere Mitarbeiter war das recht zufriedenstellend ein positives Interesse an diesem Betrieb zu spüren.“

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