Offenes Denkmal

Kultur und Geschichte im Schloss Ringenberg in Hamminkeln

Zum Tag des offenen Denkmals öffnete Schloss Ringenberg seine Türen.

Zum Tag des offenen Denkmals öffnete Schloss Ringenberg seine Türen.

Foto: Markus Joosten / FFS

Hamminkeln.  Zum Tag des offenen Denkmals öffnete das Schloss die Türen und präsentierte nicht nur Historisches, sondern auch künstlerische Angebote.

Als Heike Augst mit ihrem Lebensgefährten Christian Mielhahn das Schloss verließ, wirkte die 60-Jährige noch ganz ergriffen. „Wir haben die ,weiße Frau’ gesehen, die liegt da rum“, zeigte sich die gebürtige Essenerin fasziniert von der Geschichte des jahrhundertealten, zu Stein gewordenen weißen Torsos der Legendengestalt. Im Bereich der Ziegelstraße hatten der Architekt Ludger Ebbert und Grundstückseigentümer Olaf Ostendorf den mysteriösen Fund gemacht. Im Ofensaal des Schlosses berichteten Ebbert und Wolfgang Kostujak als Vorsitzender der Derek-Baegert-Gesellschaft darüber.

Unmittelbar daneben liefen im Wappensaal des Schlosses in einer jeweils zweistündigen Schleife die besten Kurzfilme des „Niederrhein-Filmfestivals“. Der Hamminkelner Heinz Gödden konnte mit der Story schwarzer Wesen, die in einer kargen Felsenlandschaft auf in Ästen verharrende Fische treffen, nicht so viel anfangen. „Das ist definitiv kein Kinderfilm“, sagte der Senior. Sein Sohn Lars freute sich über die Gelegenheit, das Schloss Ringenberg von innen sehen zu können. „Ich bin oft schon mit den Schützen zur Parade hier gewesen, aber im Schloss selbst nicht“, begrüßte der 42-Jährige die Teilnahme am „Tag des Offenen Denkmals“. „Das ist halt auch Hamminkelner Geschichte hier.“

Musik im Rittersaal von Schloss Ringenberg

Im Rittersaal lauschten die Besucher derweil aufmerksam den Klängen der „Next Generation in Concert“: Lisa Köhnen und Laura Schmidt an der Flöte, Viola Parma am Cembalo und Maja Emmanovilis am Cello faszinierten mit ihrer Musik von Vivaldi bis Boismortier.

Später versuchte sich dort die fünfköpfige „Klang-Werkstatt Orient“ in einem Konzert an der Verschmelzung von christlicher und orientalischer Musik, was überzeugend gelang. Und anschließend konnte man Vivaldis „Triosonate g-Moll“ bei der offenen Probe eines Klassik-Trios hören.

„Der Tag ist für uns Symbol der Öffnung des Schlosses“, unterstrich der stellvertretende Vorsitzende der Baegert-Gesellschaft, Wolfgang Rasim. Exklusivkultur nur für einen kleinen Kreis, das sei nicht mehr gefragt. „Wir wollen zeigen, dass sich der Charakter des Hauses verändert hat.“ Dem stimmte der künstlerische Leiter Marc Franz zu. „Wir wollen mit diesen hochwertigen kulturellen Veranstaltungen die Menschen der Region ansprechen.“

Schlossführung mit Einblicken in die Geschichte

Dieser Idee entsprachen dann auch die anderen Angebote des Nachmittags. Michael Kirch las in seinem Atelier im Nordflügel „Geschichten aus Dingens und von anderswo“. Bei einer Schlossführung gab Christof Schmidt-Rotthauwe einen Einblick in die Geschichte des 1229 erstmals urkundlich erwähnten Schlosses. Und im Atelier von Jochen Schweizer konnte man spannende Filmcollagen aus Musikvideos flimmern sehen.

Sein riesengroßes QR-Codezeichen auf dem Boden des Vorhofs sorgte für Faszination und Irritation zugleich. „Das kann man mit dem Handy scannen, dann kann man sich den chiffrieren lassen und liest dann: ‘Das ist kein QR-Code’.“ So entstehe der Bezug zu dem René-Magritte-Bild „Dies ist keine Pfeife“, erläuterte er: „Kunst ist auch um die Ecke denken.“

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