Kundgebung

Inklusion trifft Umweltschutz beim Aktionstag in Schermbeck

Gute Laune beim Aktionstag zur Inklusion vom Haus Kilian auf dem Platz vor der Volksbank in Schermbeck.

Gute Laune beim Aktionstag zur Inklusion vom Haus Kilian auf dem Platz vor der Volksbank in Schermbeck.

Foto: Johannes Kruck / NRZ

Schermbeck.  Haus Kilian nutzt Aktionstag in der Mittelstraße, um für ein harmonisches Zusammenleben mit Behinderten sowie für den Schutz der Natur zu werben.

Birgit Förster strahlte mit der Sonne um die Wette: „Neben Inklusion war uns von Anfang auch Umweltschutz und Nachhaltigkeit ein wichtiges Anliegen“, betonte die Einrichtungsleiterin von Haus Kilian, dem Schermbecker Wohnheim für Menschen mit Behinderungen.
„Wir alle – zusammen erreichen wir mehr“, lautete der Slogan für den Aktionstag auf dem Platz vor der Volksbank an der Mittelstraße. Etwa die Hälfte der Bewohner sei mit in die Planung, Organisation und Durchführung der Veranstaltung unter dem bunten Maibaum einbezogen, das dutzende Passanten anlockte.
„Das ganze wird gefördert von der Aktion Mensch“, ergänzte Förster sichtlich stolz, ehe auch Vize-Bürgermeister Engelbert Bikowski diesen Hinweis gerne aufgriff: „Wer erinnert sich nicht an die Aktion Sorgenkind, die 1964, also vor 55 Jahren, damals vor dem Hintergrund des Contergan-Skandals, gegründet wurde.“

Aus der Aktion Sorgenkind sei die Aktion Mensch in ihrer heutigen Form erwachsen, die sich für eine Gesellschaft einsetze, in der Unterschiede völlig normal seien, ergänzte der Politiker. „Die Bewohner unseres Hauses Kilian sind ein fester Bestandteil unserer Gemeinde und nehmen selbstverständlich an unseren Festen und Feiern teil. Die Gemeinde Schermbeck ist froh, dass es euch hier gibt. Ihr seid ein belebendes Element“, führte Bikowski weiter aus.

Während dieser Ansprache arbeiteten ein paar Meter weiter die beiden Sprayer Mehmet Dogan und Julian Schimanski fleißig an einem Kunstwerk thematisch zum Aktionstag des Hauses Kilian. „Nach Gesprächen mit der Verwaltung kann ich euch versichern, dass dieses Bild eine Zeit lang im Foyer des Rathauses ausgestellt wird“, versprach der Vize-Bürgermeister. Dies sei „ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung“, so Bikowski.

Die Haus-Kilian-Bewohner hatten sich auch an der Gestaltung von 40 Vogelhäuschen beteiligt, die auf Natur- und Umweltschutz aufmerksam machen sollten.
Nach dem Aktionstag kommen die Schermbecker Pfadfinder in den Genuss der Holzhäuschen, die anschließend den Schermbecker Vögeln ein neues Zuhause bieten werden.

Ein Plüschgeier, der in der Installation auf dem Platz an der Mittelstraße wie an einem Galgen baumelte, sowie mehrere umgestürzte Bäume wiesen auf das Arten- und Waldsterben hin und lenkten den Blick auf weitere Themen, die die Mitarbeiter und Bewohner von Haus Kilian auf bunte Karten geschrieben hatten. „Müll in Weltmeeren, Feinstaub, Klimawandel und Treibhauseffekt“, waren nur einige der rund zwei dutzend Stichworte, die die Passanten zum Nachdenken anregen sollten.
Dazu boten die Haus-Kilian-Aktivisten kleine Köstlichkeiten und Getränke. „Natürlich ohne Plastikstrohhalm, dafür mit einem Strohhalm aus Papier“, betonte Förster.

Tierische und musikalische Hilfe

Für das Gebäck, das Passanten angeboten wurde, interessierten sich übrigens auch „King“ und „Yeti“ brennend. Dies sind zwei Alpakas, die Sabine Hartmann mitgebracht hatte – die Tiere sind gute Bekannte der Bewohner. Denn: „Die Hengste kommen sonst mit uns ins Haus Kilian – zu Therapiezwecken“, erklärt die Dorstenerin die tierische Unterstützung des Aktionstages.

Für musikalische Unterhaltung sorgte der Gitarrist und Sänger Cesare Seglarski aus Dinslaken. Nicht nur seine Songs verliehen dem gestrigen Aktionstag so den Hauch eines kleinen Festivals – zum Wohle von Inklusion, Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

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