Ehrenamtler gesucht

Hamminkelner Pfarrcaritas sucht Fahrer für Essen auf Rädern

Küchenleitung Marie Borgers, links, belädt mit den ehrenamtlichen Fahrern Elisabeth und Heinz Rieger das Auto mit Essen am St. Josef-Haus in Hamminkeln-Dingden.

Küchenleitung Marie Borgers, links, belädt mit den ehrenamtlichen Fahrern Elisabeth und Heinz Rieger das Auto mit Essen am St. Josef-Haus in Hamminkeln-Dingden.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Hamminkeln.  Es ist wohl bundesweit einmalig, dass Ehrenamtler in Hamminkeln das Essen auf Rädern stemmen. Nun bittet die Caritas um tatkräftige Mithilfe.

Das Essen auf Rädern der Pfarrcaritas St. Maria Frieden ist wohl bundesweit einzigartig. Zumindest hat keiner der Initiatoren schon einmal von etwas ähnlichem erfahren. Denn hier fahren keine Profis mit eigener Fahrzeugflotte, sondern Ehrenamtler mit ihren privaten Autos. Sieben Tage die Wochen bringen sie bis zu 175 Mahlzeiten, zu Senioren, die selbst nicht mehr kochen können oder wollen.

360 Fahrer und Beifahrer hat Diakon Heinz Grunden in seinem Pool, die in der Mittagszeit die blauen Styroporboxen in der Großküche des St. Josef Hauses in Dingden abholen. „Gutes, warmes Essen“, wie er betont. Doch es sind zu wenig, denn immer mehr Menschen möchten sich ihr Essen auf Rädern nach Hause liefern lassen und die Ehrenamtler sollen nicht überbelastet werden. Für Heinz Grunden ist es wichtig, dass jeder nur alle drei bis vier Wochen einmal das Essen auf einer der bisher neun Routen ausfährt, damit niemand an seine Leistungsgrenze kommt. Und der Mann weiß, wovon er redet. Schließlich organisiert er das Essen auf Rädern bereits seit 37 Jahren. Gemeinsam mit den Fahrern haben sie nun in Dingden überlegt, wie sie ihre Arbeit anders aufstellen und - natürlich - wie sie weitere Menschen für den Fahrdienst begeistern können.

Größere Betriebe könnten Mitarbeiter für zwei Stunden freistellen

Eine Idee ist, größere Unternehmen für die Arbeit zu gewinnen. Denn die, so der Geschäftsführer des St. Josef Hauses Nikolaus Ridder, könnten vielleicht mal Mitarbeiter in der Mittagszeit für zwei Stunden freistellen, um eine Tour zu übernehmen. Ein entsprechender Brief an die Betriebe geht jetzt raus. Außerdem können so eventuell auch jüngere Menschen akquiriert werden, die dann feststellen, dass sie dieses Engagement auch in ihrer Freizeit einbringen können. Denn für Ridder ist das Engagement bei Essen auf Rädern ein echter Mehrwert für die Stadt. Schließlich ermöglicht es älteren Menschen, länger in ihren eigenen vier Wänden zu leben.

Im Oktober/November wollen die Organisatoren eine zehnte Route etablieren. Die soll alle Dingdener Haushalte abdecken, die bisher teilweise gemeinsam mit Loikum und Wertherbruch sowie mit Ringenberg angefahren wurden.

Neuer Kastenwagen für eine rein Dingdener Runde

Weil die Fahrer allesamt mit privaten Pkw unterwegs sind, können sie maximal 20 Essensboxen laden. Die zweite Dingdener Runde würde mehr Haushalte anfahren, was sich aber rechnet, weil der Fahrweg kürzer ist. Weil aber der Platz in den privaten Pkw begrenzt ist, will die Pfarrcaritas nun einen Kastenwagen leasen, der dann von den Ehrenamtlern benutzt werden kann.

Neben der offensichtlichen Hilfe, erfüllt Essen auf Rädern auch soziale Aspekte, denn es bleibt bei den Touren immer mal Zeit für ein Schwätzchen, was die älteren Menschen zu schätzen wissen. Da komme es auch mal vor, dass ein Fahrer nach seiner Runde noch einmal bei jemandem vorbei fährt und sich auf einen Kaffee hinsetzt. Und die Fahrer und Fahrerinnen sind auch bei alleinstehenden Menschen so etwas wie eine Notfallrettung, wenn was passiert ist. Denn sie sorgen sich, wenn jemand nicht die Tür öffnet und informieren ihre Kontaktpersonen.

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