Bezirksregierung sagt Nein

Hamminkeln: Bürgerbus fährt nicht zur Bocholter Kirmes

Bisher fuhr der Bürgerbus zur Kirmes in Bocholt. Damit ist jetzt Schluss.

Bisher fuhr der Bürgerbus zur Kirmes in Bocholt. Damit ist jetzt Schluss.

Foto: SCHUSTER, Dirk / NRZ

Hamminkeln.  Viele Kinder und Jugendliche aus Loikum und Wertherbruch nutzten in den vergangenen Jahren den Bürgerbus. Doch in diesem Jahr ist damit Schluss.

Wenn in der Nachbarstadt Bocholt die Herbstkirmes Station macht, lockt das auch viele Hamminkelner über die Stadtgrenze. Schließlich ist das Volksfest eines der größten am unteren Niederrhein. Vor allem für die Menschen aus Loikum und Wertherbruch war es in den vergangenen Jahren schon praktisch, dass der dortige Bürgerbus Sonderfahrten zur Kirmes anbot. Doch damit ist nun Schluss.

Die Bezirksregierung Düsseldorf will solchen Sonderfahrten kategorisch einen Riegel vorschieben. Schon im Dezember hatte der Verein unter Vorsitz von Theresia Weyer ein Schreiben der Niederrheinischen Verkehrsbetriebe (NIAG), die für den Bürgerbusverkehr in der Region zuständig sind, erhalten. Inhalt: Die Bezirksregierung lehnt eine Ausweitung des Fahrplans bei Bürgerbuslinien künftig ab. Damit sind auch die Fahrten des Bürgerbusses zur Bocholter Kirmes gemeint, die die ehrenamtlichen Fahrer in den vergangenen Jahren freitags und samstags bis Mitternacht und sonntags bis 22 Uhr jeweils stündlich gestemmt haben.

Prinzipielles Nein ärgert die Vorsitzende

Genau diese Fahrten, so heißt es in dem NIAG-Schreiben, „insbesondere anlässlich von Sonderveranstaltungen“ entsprächen „nicht dem Sinn und Zweck eines Bürgerbusverkehrs“. Es könnten Beschwerden von Taxi- und Mietwagenunternehmen kommen. Dieses prinzipielle Nein ärgert Theresia Weyer. Denn gerade in Loikum und Wertherbruch hätten viele Kinder und Jugendliche den Bürgerbus genutzt, um zur Kirmes zu kommen. „Und die nehmen ja nicht mal eben ein Taxi. Das ist ja auch eine Kostenfrage.“

Bürgerbusse fahren da, wo Verkehrsunternehmen mangels Fahrgästen Linien nicht mehr aufrecht erhalten. Theresia Weyer vermutet, dass einige Bürgerbusvereine in der Vergangenheit „über die Stränge geschlagen“ hätten. Doch nun müssten alle darunter leiden. „Die Bezirksregierung prüft ja noch nicht einmal“, kritisiert die Vereinsvorsitzende das pauschale „Nein“. Sie fordert eine differenzierte Betrachtungsweise von der Bezirksregierung.

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