Sanierung

Der Willibrordi-Dom in Wesel ist im besten Zustand seit 1948

Dombauverein-Vorsitzender Fred-Jürgen Störmer zeigt seiner Vertreterin Heike Kemper und dem Dombaumeister Prof. Dr. Wolfgang Deurer die Schutzschicht auf der Sandsteinfassade – vom Sockel bis zur Spitze.

Dombauverein-Vorsitzender Fred-Jürgen Störmer zeigt seiner Vertreterin Heike Kemper und dem Dombaumeister Prof. Dr. Wolfgang Deurer die Schutzschicht auf der Sandsteinfassade – vom Sockel bis zur Spitze.

Foto: Erwin Pottgiesser

Wesel.   Die Arbeiten an der Sandsteinfassade sind gerade abgeschlossen, der Schutz hält über zehn Jahre. Doch das nächste Projekt folgt schon bald.

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Nach dem zweiten Weltkrieg war der Willibrordi-Dom vollkommen zerstört. Ein Trümmerfeld lag vor dem Dombauverein, der mit dem Wiederaufbau am 12. Januar 1948 begann. Damals wurde der Entschluss für den spätgotischen und gegen den neugotischen Baustil gefasst. Während der Dombauverein in den ersten Jahrzehnten mit dem Wiederaufbau schwer beschäftigt war, kümmert er sich heute um den Erhalt sowie der Pflege des Bauwerks. Dafür waren in den vergangenen drei Jahren vermehrt intensive Arbeiten an der Fassade notwendig, die nun abgeschlossen sind.

Naturstein hat Verfallserscheinungen

„Wir rechnen damit, dass wir jetzt mindestens zehn Jahre Ruhe haben“, unterstrich Fred-Jürgen Störmer, Vorstandsvorsitzender des Willibrordi-Dombauvereins. Das Bauwerk sei im besten Zustand seit 1948. Für die Sanierung an der Fassade waren bis zu 30 Meter hohe Bühnen aufgestellt worden.

„Der Naturstein hat Verfallserscheinungen und muss laufend in Ordnung gehalten werden“, sagte Prof. Dr. Wolfgang Deurer. Verschmutzung und Veralgung seien die größten Probleme, auch witterungsbedingte Feuchtigkeit greife die Natursteine an. Doch zusammen mit Evonik, das Unternehmen konzentriert sich auf Spezialchemie und Hochleistungsmaterialien, konnte eine Lösung gefunden werden, die die Natursteine dauerhaft besser schützt.

Unterstützung durch Evonik

Vor rund zehn Jahren, so Deurer, hatten Vertreter des Konzerns an einer Führung im Willibrordi-Dom teilgenommen und anschließend war ein gemeinsames Projekt vereinbart worden. Evonik hatte daraufhin ein Forschungsprogramm initiiert und eine Substanz für den Schutz des Sandsteins, der zu den Natursteinen zählt, hergestellt.

Bevor das Mittel aufgetragen werden konnte, mussten zunächst die Fugen bearbeitet und gereinigt werden. Danach brachten Arbeiter die Schutzschicht auf die Sandsteine auf. Der Schutz, der die Steine vor schädlichen Umwelteinflüssen bewahren soll, funktioniert wie eine Regenjacke und ist somit wasserabweisend. Die Substanz zieht in das Gestein ein und verhindert, dass Feuchtigkeit oder Verschmutzungen zu Bauschäden führen können.

Unsichtbare Regenjacke

Auf einer Fläche von insgesamt etwa 900 Quadratmetern hüllt die „unsichtbare Regenjacke“ die Sandsteinfassade ein. Für die Imprägnierung und die Sanierung der Fassade des Willibrordi-Doms fielen Kosten in Höhe von rund 200 000 Euro an, das Material selbst spendete das Unternehmen.

Auch wenn diese Bauarbeiten gerade erst vollständig beendet worden sind, stehen schon wieder neue Sanierungen an: Die Fenster über der Orgel, Obergaden genannt, sollen repariert werden.

Der Jahresetat, den der Dombauverein für den Erhalt nutzen kann, liegt bei knapp 200 000 Euro. Nordwest Lotto trägt mit circa 120 000 Euro dazu bei, die restliche Summe setzt sich aus Mitgliederbeiträgen sowie Spenden von Stiftungen und Privatpersonen zusammen.

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