Ampeltier

Der Esel darf in Wesel nur auf eine Zusatzampel

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und Fachbereichsleiter Gerd Füting zeigen die Vorlagen für die Esel-Ampel.

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und Fachbereichsleiter Gerd Füting zeigen die Vorlagen für die Esel-Ampel.

Foto: Gerd Hermann

Wesel.   Laut Vorschrift müssen die Symbole aufrecht stehende und gehende Männchen sein. Daher wird die Esel-Ampel neben die bestehende Anlage montiert.

Duisburg ist stolz auf die Kumpel-Ampel, Mainz hat die Mainzelmännchen und Berlin sein berühmtes Ampelmännchen – bald kann Wesel endlich das inoffizielle Wappentier mit einer Esel-Ampel würdigen. Lang hat es gedauert, bis die Stadt die Freigabe der Bezirksregierung erhalten hat – nun liegt der Entwurf der städtischen Mitarbeiterin Kerstin Hampel vor und hat grünes Licht erhalten. Fest steht aber auch: Der Esel darf nur auf einer Zusatzampel seinen Dienst als Signalgeber verrichten.

Denn das Langohr hat – zumindest aus Sicht der Straßenverkehrsordnung – ein Problem: Es hat vier Beine. „Ein Vierbeiner kann nicht regelkonform darstellen, wann man die Kreuzung betreten darf“, erläuterte Gerd Füting vom Fachbereich Ordnungsangelegenheiten beim Ortstermin gemeinsam mit Bürgermeisterin Ulrike Westkamp an der Kreuzung vor dem Bahnhof die Formalitäten. Die Straßenverkehrsordnung kennt eben nur Zweibeiner als Ampelsymbole – und da hat der Wesel-Esel eindeutig zwei Beine zuviel.

Esel-Symbole könnten zu Missverständnissen führen

Zudem muss deutlich erkennbar sein, ob das Tier steht oder geht, so die Auflage. Ein gänzlicher Austausch war nicht möglich, da „aufrecht stehende und gehende Männchen“ vorgeschrieben sind. Eselsymbole könnten zu Missverständnissen führen.

Um dennoch das werbeträchtige Symboltier installieren zu können, wird es an der Kreuzung künftig zwei Ampeln nebeneinander geben: Der Esel wird in beide Richtungen zusätzlich rechts neben das bestehende Signal montiert – sozusagen als tierisches Beiwerk.

Wesel-Esel ist über die Stadtgrenzen hinaus bekannt

Die Vorlage für die Streuscheiben wird in den nächsten Tagen als Auftrag an die Signalbaufirma weitergegeben. Wie lange es bis zur Montage dauern wird, dazu wagten weder Ulrike Westkamp noch Gerd Füting eine Prognose. „Die Firmen haben ja viele Aufträge“, so die Bürgermeisterin.

Dennoch ist sie erfreut darüber, dass die Kult-Ampel nun endlich Realität wird – denn der Wesel-Esel ist nun einmal weit über die Stadtgrenzen hinaus als Erkennungszeichen Wesels bekannt und mehrfach als Figur in der Innenstadt zu finden.

Esel-Ampel wird durch Sponsoren finanziert

6000 Ein- und Auspendler kommen täglich am Weseler Bahnhof an, viele von ihnen überqueren die Kreuzung am Franz-Etzel-Platz.

Außer an der Bahnhofs-Kreuzung wird es jedoch keine weitere Esel-Ampel geben, erklärte Ulrike Westkamp. Denn die Installation der vier zusätzlichen Lichtzeichen kostet voraussichtlich rund 3500 Euro. Die Kosten werden jedoch, wie Bürgermeisterin Westkamp versicherte, nicht aus Steuermitteln, sondern durch Sponsoren finanziert.

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