Investition

Acht neue Lkw und ein Kegelbrecher bei Kiesfirma in Wesel

Vertriebsleiter Michael Willmes und der Technische Leiter und Holemans-Prokurist Thomas Derksen vor drei der neuen Lkw.

Vertriebsleiter Michael Willmes und der Technische Leiter und Holemans-Prokurist Thomas Derksen vor drei der neuen Lkw.

Foto: Markus Joosten

Wesel.   Holemans investiert knapp 1 Million Euro in ihren Fuhrpark sowie für eine Spezial-Maschine zur optimierten Herstellung von Brechsand und -kies.

Still ruhte der See beim Ortstermin auf dem Gelände der Firma Holemans am Diersfordter Waldsee. Die Vögel zwitschern in den umstehenden Bäumen, Möwen jagen übers Wasser – nichts deutet akustisch auf Kiesabbau hin. Kein Wunder, denn die Förderbänder und Zerkleinerungsmaschinen laufen gerade nicht. Wenn sie aber eingeschaltet werden, dürfte das Zwitschern der Vögel kaum noch wahrzunehmen sein. Denn dann kommt der nagelneue Kegelbrecher zum Einsatz.

Rund 70.000 Euro hat sich die Kiesfirma die graue Spezialmaschine aus Finnland kosten lassen. „Ziel ist es, aus großen Steinen kleine zu machen“, erläutert Holemans-Prokurist und Technischer Leiter Thomas Derksen.

Zwar könne dies auch der alte grüne Horizontal-Prallbrecher, allerdings lange nicht so effektiv. Derksen greift in einen meterhohen dunkelgelben Sandberg und zeigt die kleinen Körner: „Schauen sie hier: Das waren kürzlich noch große Steine“, sagt er und erklärt, dass der Kegelbrecher aus 32 bis 70 Millimeter großen Steinen, die als „Überkorn“ bezeichnet werden, unter 32 Millimeter große Steine herstellt.

„Dieser Kies kann für Beton oder Asphalt verwendet werden“, verdeutlicht Derksen. Zudem falle beim Brechen 15 bis 20 Prozent Sand mit einer Körnung von unter zwei Millimetern an.

Scharfkantige Steinchen auf dem Markt sehr begehrt

„Vorher sind das quasi Gänseeier – hinterher Kies und Sand“, fasst der Prokurist die Brechsandproduktion des Kegelbrechers zusammen. „Die scharfkantigen Steinchen, die durch das Brechen entstehen, werden von unseren Kunden gern als Zuschlagstoff für die Asphaltherstellung genommen“, so der Technische Leiter weiter.

Die Wünsche der Kunden und Anforderungen des Marktes seien auch Grund für eine zweite, noch deutlich größere Investition gewesen, ergänzt Vertriebsleiter Michael Willmes: „Die Entscheidung für eine eigene Lkw-Flotte hat zum Ziel, die Kunden noch flexibler zu beliefern und in der Logistik noch effektiver planen zu können.“

Hintergrund: Bisher hatte Holemans Fremdfirmen mit dem Transport ihrer Kies- und Sandlieferungen beauftragt – jetzt decken sie mit acht Lkw rund die Hälfte der Lieferungen selbst ab. Rund 28 Tonnen kann jeder der Wagen der Marken DAF und Volvo laden – dies war der Kiesfirma je Wagen rund 110.000 Euro Wert.

„Sehr starke Schwankungen bei der Nachfrage und stark wachsende Tagesbedarfsmengen haben das erforderlich gemacht“, ergänzt Willmes.

„Fremdspeditionen weiter wichtige Partner“

Der Kunde müsse „just in time“ beliefert werden, das sei die anspruchsvolle Aufgabe. „Trotzdem sind die Fremdspeditionen für uns weiter wichtige Partner“, ergänzt der Vertriebsleier. Nach etwa sechs Jahren hätten sich die acht Lkw rentiert, vermutet Willmes.

Und wie lange hält der Kegelbrecher?

Da muss Thomas Derksen schmunzeln: „Ewig! Zumindest einige Jahrzehnte. Der alte ist schon rund 45 Jahre in Betrieb...“

>>> HOLEMANS: BEITRAG ZUR NACHHALTIGEN PRODUKTION:

Die Brechsandproduktion leis­te einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Produktion, betont die Kiesfirma. „Denn Überkorn wird ungebrochen fast ausschließlich für die Rekultivierung genutzt und nur selten auf den Markt gebracht“, so Holemans.

Etwa zehn Jahre werde hier im Kieswerk Diersfordt in Bislich noch abgebaut, schätzt Prokurist Thomas Derksen.

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