Serie "24 Stunden"

Wieso sich das Training von Tobias Schütte für jeden eignet

Das funktionelle Training im Warsteiner Injoy-Studio läuft ausschließlich mit Widerstand und Körpergewicht und ist so für jedermann geeignet.

Das funktionelle Training im Warsteiner Injoy-Studio läuft ausschließlich mit Widerstand und Körpergewicht und ist so für jedermann geeignet.

Foto: Sebastian Hahn

Belecke.   21 Uhr: Tobias Schütte ist Fitnesstrainer im Warsteiner Studio Injoy. Er erklärt, warum es nicht immer schwere Gewichte braucht.

Klatsch. Klatsch. „Kommt schon, da geht noch mehr. Mehr Power.“ Tobias Schütte klatscht in die Hände, sein Blick ist fokussiert. Klatsch. Klatsch. Klatsch. „Sehr gut, genauso weitermachen.“

21 Uhr: Der 22-jährige ist Fitnesstrainer im Warsteiner Studio „Injoy“ – und die Trainingskurse sind seine Lieblingsbeschäftigung. „Ich kann einfach nicht lange auf dem Hintern sitzen, ich brauche immer Bewegung“, sagt Schütte und schnappt sich die Battle Ropes. Zwei dicke Seile, die er rhytmisch aus den Handgelenken zum Schwingen bringt – passend zur Elektro-Musik im Hintergrund. „Das ist die anstrengendste Übung im Zirkel – aber sie bringt auch viel“, sagt Schütte.

Funktionelles Training

Beim funktionellen Training, seinem Steckenpferd, arbeiten die Kursteilnehmer überwiegend mit ihrem eigenen Körpergewicht oder einem gewissen Widerstand. „Jeder hat sein eigenes Tempo, kann die Belastung selbst steuern“, ergänzt Schütte.

24-h-Südwestfalen

Reportage zum Tag der Arbeit.
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Funktionelles Training sei ein Trend, der sich in den letzten Jahren sukzessive entwickelt habe: „Ich habe im Oktober 2014 angefangen, mittlerweile beschäftigen sich sehr viele Kurse mit dem funktionellen Training – weil es allltagstauglich ist. Ob ich Kniebeugen mache oder mich hinsetze: Der Bewegungsablauf und die belasteten Muskeln sind grundsätzlich die gleichen.“

21.14 Uhr: Acht bis neun Stunden dauert der Arbeitstag des dualen Studenten, überwiegend hält er sich dabei in Kursen auf: „Wir versuchen immer ein wenig Abwechslung reinzubekommen, die Übungen alle drei Monate zu wechseln. So verändert sich auch die Belastung für die Teilnehmer.“ 30 Sekunden Power, 30 Sekunden Pause: Die Grundlage des Zirkels beim funktionellen Training.

Acht Übungen stehen an: Von den anspruchsvollen Battle Ropes bis hin zu Kniebeugen mit Medizinball oder einer Ruderübung an einer Metallstange. Schütte geht umher, motiviert und korrigiert. „Das unterscheidet uns von größeren Fitnessketten. Wir können die Teilnehmer individuell betreuen und uns um ihre Probleme kümmern“, sagt Schütte und eilt davon.

21.32 Uhr: Zum Abschluss des Kurses steht eine Ausdauereinheit an – mit ungewöhnlichen Hilfsmitteln. Eine Schlitten-Konstruktion mit 25 Kilogramm Zusatzgewicht muss über ein Stück Kunstrasen geschoben werden, bevor ein Traktorreifen quer durch die Halle bugsiert werden muss.

Seine Vorbilder sind nicht etwa Muskelprotze, sondern die Menschen, die täglich in seine Kurse kommen: „Wir haben Rentnerinnen, die die Übungen mit unfassbarer Intensität durchziehen – und die sind 70. Ein älterer Mann hatte eine Hüft-OP, und hat eine Woche später schon wieder Oberkörpertraining gemacht. Das ist Wahnsinn.“ Noch kurz dehnen, dann ist Feierabend – allerdings nicht für den 22-Jährigen aus Bad Westernkotten.

Büroarbeit

21.48 Uhr: Nach dem aktiven Teil geht es dann doch auf den Bürostuhl. „Ganz komme ich da leider nicht rum, die Verteilung ist in etwa 50/50“, sagt Tobias Schütte und schmunzelt. Am Computer arbeitet er nicht nur neue Kurspläne aus, er designt auch Plakate und erarbeitet Vorlagen für die Kursübungen: „Deswegen bin ich auch auf den Vorlagen immer selbst drauf – ich muss die Übungen schließlich auch ausprobieren.“

Viel Zeit bleibt ihm meist nicht, als dualer Student der Fitnesswissenschaften und -ökonomie ist er parallel noch an der Universität. „Ich hatte erst überlegt, in den Bereich Physiotherapie zu gehen. Aber da musst du zu viel investieren, um am Ende wirklich etwas herauszubekommen“, sagt Tobias Schütte.

22 Uhr: In den Abendstunden geht es dann für ihn aber doch etwas ruhiger zu: „Unsere Stoßzeiten liegen so etwa zwischen 17 und 19.30 Uhr, durch unsere Kursansetzungen können wir diese aber auch ganz gut selbst steuern.“

Um 22.30 Uhr ist unter der Woche Schicht im Injoy – Tobias Schütte geht dann zwar nach Hause, neue Kursideen hat er aber schon im Kopf.

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