Ikek

Wie sich Warsteins Ortsteile „von innen heraus“ entwickeln

Gesamtstädtische IKEK-Bürgerkonferenz in Warstein am Mittwoch, 7. März 2018

Foto: Jana Naima Schopper

Gesamtstädtische IKEK-Bürgerkonferenz in Warstein am Mittwoch, 7. März 2018

Warstein.   Mit einer Bürgerkonferenz über Baulücken, Senioren und einen Bäckerbus ging die zweite Ikek-Runde in Warstein zu Ende. Wie es jetzt weitergeht.

400 Menschen engagierten sich auf den Ikek-Bürgerkonferenzen, -Workshops und -Rundgängen. Diese Bilanz zieht Jens Steinhoff vom Institut für Regionalmanagement (IfR) halbwegs zufrieden. Bei der Abschlussveranstaltung kommen zwar weitaus weniger Menschen zusammen, um noch einmal auf die gemeinsam erreichten Ergebnisse zu schauen, allerdings hören Sie umso konzentrierter den verschiedenen Impulsvorträgen der Gastredner zu, die sich um drei Themenfelder drehen.

Siedlung, Bauen, Wohnen

Als wichtig für die Warsteiner Ikek-Teilnehmer kristallisierte sich die Mobilisierung der bebaubaren Wohnbauflächen in den Ortsteilen heraus. Allein in Warstein gibt es 500 Baulücken, 36 Hektar macht das in der Stadtfläche aus. Das erklärt Sabine Leitner, Städteplanerin. „Wir wollen uns von innen heraus entwickeln“, sagt sie dazu und will den leeren Flecken den Kampf ansagen.

Ebenso wichtig: die Folgenutzung von Bestandsimmobilien. Dazu liefert Stephan Gudewer vom Büro „sds_utku“ einige Beispiele, wie das eines Community-Hauses, aus der Großstadt. Dabei dreht es sich um bürgerschaftliches Engagement, bei dem sich verschiedene Einwohner zusammentun, um leerstehenden Einfamilienhäusern in Wohngebieten wieder neues Leben einzuhauchen. „Das funktioniert nur mit Kommunikation auf Augenhöhe“, mahnt Stephan Gudewer Richtung Stadt.

Sabine Leitner kontert: „Wir haben schon zahlreiche Projekte angestoßen. Aber wir sind offen für jede Anregung und stetig ansprechbar.“

Soziale Gemeinschaft

In diesem Themenfeld liegt der Fokus auf den Warsteiner Senioren. Die Ikek-Teilnehmer fordern niedrigschwellige Hilfen im Haus für die Betreuung älterer Menschen, Bürgertreffpunkte mit Mehrgenerationenangeboten und Jugendtreffpunkte. Während die Warsteiner Jugend sich kräftig engagiert, beispielsweise beim Aufbau der Jugendkneipe FH3 an der Franz-Hegemann-Straße, fehlt es an Kümmerern für die Senioren.

„Jeder fünfte Mensch im Kreis Soest ist über 65 Jahre alt“, sagt Nadja Dust, Sachgebiet Soziales vom Kreis Soest. Dazu nennt Sie Beispiele für verschiedene mögliche und vorhandene Angebote: Medienkompetenzseminare, Reparatur-Cafés, Carsharing.

Altersgerechte Mobilität

Dr. Mathias Wilde vom Institut Verkehr und Raum der FH Erfurt betont, dass es bei Mobilität nicht nur darum gehe, dass man von A nach B komme. „Ich kenne das Beispiel eines Bäckerbusses. Die meisten Menschen haben gesagt, dass sie zu dem Bus gehen, weil es eben alle machen. Hier spielt der soziale Aspekt eine Rolle.“

Außerdem springt er in die ökologische Schiene. „Wir werden bald nicht mehr mit Verbrennungsmotoren fahren. Dazu sind wir auch unseren Kindern verpflichtet.“ Ein Thema, das in Warstein dank der Vorreiterrolle im Bereich E-Mobilität nicht neu ist. Das meint auch Mathias Wilde: „Viele Angebote gibt es hier schon.“

Ausblick

Der Maßnahmenkatalog ist nun das erste wichtige Zwischenergebnis, das vorliegt. Dieser war bei den Bürgerkonferenzen erstellt worden. Die Ikek-Planung geht nun auf die Zielgerade. Das IfR wird das fertige Konzept im Mai im Stadtentwicklungsausschuss präsentieren. Förderanträge können wohl ab dem Spätsommer gestellt werden.

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