Bienensterben

Warstein plant mehr Lebensraum für Bienen und Insekten

Kartenübergabe der Bienenvölker Martin Bigge an Markus Teutenberg und Ingo Schaup Vom Betriebshof Warstein

Kartenübergabe der Bienenvölker Martin Bigge an Markus Teutenberg und Ingo Schaup Vom Betriebshof Warstein

Foto: Fabiana Regino

Warstein.   Es ging durch die Medien: Experten melden ein erkennbares Bienensterben. In Warstein sollen Bienen nun mehr Rückzugsräume und Beachtung bekommen.

Es ist eine ganz simple Maßnahme, die aber eine große Wirkung haben könnte: Mit schwarzen Punkten kennzeichnete Martin Bigge, Vorsitzender des Imkervereins Warstein, alle existierenden Bienenvölker im Stadtgebiet.

Sinn und Zweck: So bekommen die Verantwortlichen des Warsteiner Betriebshofs den gewünschten Überblick, um die regelmäßigen Grünschnittarbeiten insektenfreundlicher koordinieren zu können.

Imker und Bienenfreunde reklamierten Schnittarbeiten

Wie die WESTFALENPOST berichtete, gab es immer wieder Reklamationen bezüglich der radikalen Schnittarbeiten, insbesondere am Piusberg, die wichtige Lebensräume für Bienen und andere Insekten zerstört haben.

Auf ein Gespräch im November zwischen Martin Bigge und Betriebshofleiter Markus Teutenberg folgte nun der erste Schritt zur Tat.

Eigentlich sollte an der Bienenhütte von Martin Bigge im Waldstück oberhalb des Bilsteintals lediglich die Übergabe der Standortkarte an Markus Teutenberg und Ingo Schaup stattfinden.

„Mit der Karte können wir den Gehölzschnitt sensibler anwenden“, erklärte Markus Teutenberg. Die Chefetage des Betriebshofs brachten aber eine weitere erfreuliche Neuigkeit für die Bienenfreunde mit.

Kompromisse mit Landwirtschaft

„Die Stadt plant mehr Blumenwiesen anzulegen, die dann von uns instand gehalten würden“, verkündete der stellvertretende Betriebshofleiter Ingo Schaup.

„An Kompromissbereitschaft hat es nie gefehlt. Wir versuchen schon seit Jahren nachhaltig zu arbeiten, aber Faktoren wie der erhöhte Kostendruck, Personalabbau und die verschiedenen Interessen von Bürgerschaft, Imkern und Landwirten, machen es nicht einfach, immer Kompromisse einzugehen.“

Was kann im Sinne der Bienen getan werden?

Wo genau die Wiesen angelegt werden sollen, steht noch nicht fest. Fest steht aber, dass man sich im Rathaus fragt: „Was können wir für die Insektenwelt tun?“

Da das ganze Vorhaben mit mehr Aufwand und Kosten verbunden sei, müsse man genau überlegen, welche Bereiche im Stadtgebiet sich anbieten.

Mögliche Standorte an Hochbehälter

„Es bestehe die Möglichkeit, im Bereich der Hochbehälter Wiesen anzulegen, zum Beispiel in der Nähe des Gerichts, der Stadtwerke oder am Regenrückhaltebecken.

Dabei müsse darauf geachtet werden, dass die Funktion solcher Stellen nicht beeinträchtigt würde“, so Schaup. Problematisch könnte auch das Verhalten mancher Landwirte werden. Denn nicht alle sind Befürworter solcher naturbelassenen Grünflächen.

Erfahrungen sammeln

„Manche mähen dann selbst oder spritzen den Wildwuchs weg, gerade an Ackerrandstreifen“, erklärt Teutenberg. Dafür müsse auch noch einiges in Erfahrung gebracht werden. Wie ist die Akzeptanz der Bürger für Wildkräuter?

Welches Saatgut sollte am besten verwendet werden? Der Plan steht. Ausreifen müsse man diesen in der nächsten Zeit, möglichst vor dem Frühjahrsschnitt.

Martin Bigge bedankte sich herzlich für das konstruktive Gespräch bei den Verantwortlichen und freut sich, dass sich etwas tut.

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