Kultur

Stadttheater Lippstadt bietet Ausflug in virtuelle Welt

Im Stadttheater: Das Stück „Die Netzwelt“ offenbart eine virtuelle Welt, die echter als die Wirklichkeit erscheint. TV-Star Christian Kohlund spielt den zwielichtigen Geschäftsmann Sims.

Foto: Renate Wichers

Im Stadttheater: Das Stück „Die Netzwelt“ offenbart eine virtuelle Welt, die echter als die Wirklichkeit erscheint. TV-Star Christian Kohlund spielt den zwielichtigen Geschäftsmann Sims. Foto: Renate Wichers

Lippstadt.   „Die Netzwelt“ wird am 2. Februar im Stadttheater Lippstadt gezeigt. Der packende Krimi entführt in gar nicht mehr so unrealistische Welten.

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„Die Netzwelt“, ein fesselnder Krimi über Recht und Unrecht in virtuellen Welten, wird am Freitag, 2. Februar, im Stadttheater in Lippstadt gezeigt. Bei der Inszenierung der Hamburger Kammerspiele mit stehen Björn Ahrens, Marco Albrecht, Christian Kohlund, Neda Rahmanian und Annika Schrumpf auf der Bühne.

Es ist eigentlich der Traum von der totalen Freiheit, denn „Die Netzwelt“, eine technisch optimierte Version des heutigen Internet, lockt mit unbegrenzten Möglichkeiten. Es ist eine virtuelle Welt, echter als die Wirklichkeit, in der die Kunden unter fremden Identitäten ihre geheimsten Wünsche wahr werden lassen können.

Abgründe hinter der Fassade der perfekten Simulation

Als die junge Ermittlerin Morris das „Hideaway“ unter die Lupe nimmt – einen virtuellen Club, der von dem Geschäftsmann Sims (Kohlund) betrieben wird – offenbaren sich auch die Abgründe hinter der Fassade der perfekten Simulation. Im „Hideaway“ floriert das Geschäft mit des Menschen dunkelsten Fantasien, mit Sex und Gewalt.

Morris schickt den verdeckten Ermittler Woodnut ins „Hideaway“ – und betritt mit ihren Untersuchungen absolut Neuland. Denn die Fantasien, die Sims seine Kunden ausleben lässt, sind eigentlich keine Verbrechen – beruhen sie doch auf dem Einverständnis aller Beteiligten und bleiben ohne Konsequenzen in der realen Welt. Und auch ihr Spitzel Woodnut gerät immer tiefer in die nebulösen Machenschaften von „Die Netzwelt“: Als er der neunjährigen Iris begegnet, eines von Sims’ digitalen Geschöpfen, ist er fest entschlossen, das Mädchen aus dem Bannkreis seines geliebten Schöpfers zu befreien – mit fatalen Folgen.

Preisgekröntes Stück von Jennifer Haley

„Die Netzwelt“, das preisgekrönte Stück von Jennifer Haley, ist ein packendes Stück über Technologie und menschliches Begehren im anbrechenden virtuellen Zeitalter. Die Fragen, die es stellt, zielen unmittelbar auf die Fundamente unseres Rechts: Wessen Gesetz gilt im Internet? Wie real ist die virtuelle Welt? Was hat Vorrang: das Recht auf Privatsphäre oder die Notwendigkeit der Überwachung? An welchem Punkt wird aus der Kontrolle der intimsten Vorlieben Zensur?

Das Ergebnis ist ein fesselnder Krimi, der alle moralischen Gewissheiten auf den Prüfstand stellt – und ein verstörender Blick in eine Zukunft, die längst begonnen hat.

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