Landschaft

St. Margaretha Kirchturm bietet imponierenden Ausblick

Schaurig-schön: Ein Ausblick, den jeder mal erlebt haben sollte.

Foto: Willi Hecker

Schaurig-schön: Ein Ausblick, den jeder mal erlebt haben sollte. Foto: Willi Hecker

Mülheim/Sichtigvor.   Aus der Höhe gibt es Richtung Mülheim und Sichtigvor einiges zu begutachten. Vor allem Kulturgeschichte kann vom Kirchturm aus erlebt werden.

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Der Blick vom St.-Margaretha-Kirchturm vermittelt mit seinen Gräberfeldern, dunklen Baumgruppen und der wie ein Leichentuch aufliegenden Schneedecke ein düster melancholisches Bild.

Doch mit näherer Betrachtung öffnet sich der Blick auf das tief in den Haarhang eingeschnittene Tiergartental, das sich längst in ein Stück Kulturlandschaft gewandelt hat.

Links das schwarze Band der Pater Nikodemus Straße – früher über den Hof von Haus Mülheim führend – verläuft am westlichen Talrand des Tiergartens.

Der geschlängelte Tiergartenbach

Das Storksfeld bildet das östliche hohe Ufer des unten sich schlängelnden Tiergartenbaches. Von seinem Wasser tranken schon vor 300 Jahren die von den Deutschordensrittern hier zum Vergnügen gehaltenen wilden Tiere.

Das oberhalb des Tales gelegene Haus Mülheim ist der ehemalige Gutshof der Kommende, den der neue Schlossbesitzer, Graf Kielmannsegge, um 1850 nach hier ins Feld versetzte.

Die davor am Talhang aufragenden Eichbäume ließ der Landkomtur von Mengersen vor mehr als 200 Jahren zu Zwecken der Schweinemast pflanzen.

Neue Begräbnisstätte

Ende der 1920er Jahre musste die Kirchengemeinde Mülheim, da der alte Kirchhof keine Toten mehr aufnahmen konnte, eine neue Begräbnisstätte auf Pastors Wiese anlegen.

Im Hintergrund erinnerte bis zum Bau der Friedhofskapelle ein aufgeworfener Hügel mit hohem Erlöserkreuz und ernsten dunklen Bäumen an den Berg Golgatha.

Schließlich hat auch die auf Altenmellrich zuführende Pater Nikodemus Straße ihre Geschichte. Sie war jahrhundertelang unter anderem der Mühlenweg etlicher Haardörfer zur Mülheimer Mühle.

Es gäbe noch mehr zu entdecken, aber der Schnee hat manches – Ritterberg, Grauwackensteinbruch, Luftschutzbunker – eingehüllt. Die hellen freien Flächen links und rechts auf dem Bild sind 2018 – für Lebende und Tote umgewandelt – längst auch keine weißen Flecken mehr.

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