Sanierung

Rüthener Stadthalle bekommt vor allem Schallschutz

Zentrumsnah und mitten in der Wohnbebauung: Die Stadthalle (Bildmitte) wird saniert. Die Anwohner reagieren gelassen auf die Pläne.

Zentrumsnah und mitten in der Wohnbebauung: Die Stadthalle (Bildmitte) wird saniert. Die Anwohner reagieren gelassen auf die Pläne.

Foto: Hans Blossey

Rüthen.   Vor der Sanierung der Stadthalle bekommen Anlieger Antworten auf ihre Fragen. Probleme sehen sie noch bei Be- und Entlüftung.

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Dass die Rüthener Stadthalle mitten in der Wohnbebauung liegt, ist einerseits praktisch, andererseits belastend für die Anwohner. Jetzt wird sie saniert. Nachdem das feststeht, wurden im Rahmen der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses auch die Nachbarn informiert. Etwas spät, wie Bürgermeister Peter Weiken entschuldigte. Doch die Betroffenen nahmen dies, wie auch die geplanten Arbeiten ziemlich gelassen zur Kenntnis.

Sicher half ihnen dabei das Versprechen des Bürgermeisters: „Die Halle soll kein Eventtempel werden. Es geht darum, die Substanz zu erhalten und auf den Stand der Zeit zu bringen.“ Im Mittelpunkt stehe der Schallschutz. Was genau geplant ist, stellte Diplom-Ingenieur Ralf Finger vor.

Dach mit Dämmung

Das Dach wird unter den Gesichtspunkten von Wärme- und Schallschutz gedämmt. Die neue Dachhaut soll aus einer Folienabdeckung bestehen. Fragen und Kritik: Eine Anwohnerin erkundigte sich über den Umgang mit den alten Eternitplatten. „Oft sind sie ja mit Asbest belastet. Besteht bei ihrer Entfernung für uns eine Gefahr?“ Finger verwies auf die Vorschrift zur fachgerechten Entsorgung, Weiken nannte dies als einen Grund, warum bei der Hallensanierung weitgehend auf Eigenleistung der Nutzer verzichtet werde.

Ein anderer Bürger zweifelte die Haltbarkeit des (angedachten) Foliendachs an, außerdem befürchtete er vor allem bei Sonnenschein negative Auswirkungen auf das Raumklima. Finger hielt dem entgegen, dass solche Foliendächer seit Jahrzehnten erprobt seien: „Da reißt überhaupt nichts.“ Die geplante Farbe Hellgrau reflektiere zudem Sonnenstrahlen.

Wände, Türen, Fenster

Alle sechs Eingänge der Stadthalle sollen mit Schleusen, also mit doppelten Türen, versehen werden. Nutzen: Der Lärm bleibt beim Betreten/Verlassen der Halle ebenso drinnen, wie je nach Jahreszeit die Wärme oder angenehme Kühle. Das aber nur, wenn die Türen auch geschlossen sind. Wie es mit der Gewährleistung aussieht, dass die Türen auch geschlossen werden, lautete eine Frage. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass es auch heute schon entsprechende Auflagen in den Mietverträgen gebe, nur werde künftig strikter – auch mit Kontrollen und eventuell Sanktionen – auf die Einhaltung geachtet. Dazu würden auch die städtischen Ordnungskräfte eingesetzt.

Alle Glasflächen (Fenster und Türen) werden durch Schallschutzverglasung ersetzt. Zum Vorplatz hin werden verschiebbare Elemente eingesetzt, um die Halle bei Bedarf nach außen öffnen zu können, „damit etwa bei der RüFa ein Zelt daran gesetzt werden kann“, so Finger. Die in die Jahre gekommene Betonkonstruktion wird saniert, ebenso der Außenputz, der möglicherweise eine Dämmung erhält. Außerdem bekommen die Innen- und Außenwände einen neuen Anstrich. Der Hall-Effekt, insbesondere in der großen Halle wird verringert, der Haupteingang barrierefrei umgestaltet und es werden zusätzliche Damen-Toiletten eingebaut.

Belüftung und Beleuchtung

Die vorhandenen Elektroinstallation wird ergänzt, so dass auch bei stärkerer Beanspruchung nicht das Licht ausgeht. Alle Lampen werden auf LED-Technik umgerüstet, was vor allem die Mieter bei der Nebenkostenabrechnung freuen wird. Einen Verzicht auf diese neue Beleuchtung zu Gunsten einer Klimaanlage, wie sie ein Anlieger ins Gespräch brachte, dagegen kommt nicht infrage. Die neue Lüftungsanlage reicht laut Planung aus für ein bei jeder Wetterlage angenehmes Raumklima. Sollte das nicht den Tatsachen entsprechen: „Wir haben die Option auf eine Nachrüstung“, versicherte Weiken. Und außerdem: „Wir versuchen im Sinne der Anlieger, das Beste aus der Situation zu machen.“ Nicht inbegriffen ist die Parksituation. Sie wird sich auch durch die Sanierung der Halle angesichts des beengten Umfeldes nicht verbessern – es sei denn die Autofahrer zeigen Einsicht und beachten wenigstens die Park- und Halteverbote.

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