Einsatz des SEK

Nach Vorfällen: Leiter der ZUE Rüthen geschockt und bestürzt

Betreiberwechsel in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) Rüthen: Seit Dienstag steht das Haus leer, jetzt verabschieden sich die Johanniter.

Foto: Armin Obalski

Betreiberwechsel in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) Rüthen: Seit Dienstag steht das Haus leer, jetzt verabschieden sich die Johanniter. Foto: Armin Obalski

Rüthen.  „Das war für uns nicht einfach“: Nach den Festnahmen und der Brandstiftung in der ZUE in Rüthen will der Leiter wieder Harmonie herstellen.

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„Geschockt und bestürzt“ ist nicht nur Abdelkader Kouzbour, Leiter der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) in Rüthen über die negativen Stimmen, die sich nach Polizeieinsatz und Brand in der Einrichtung mehren. „Die Vorfälle finden wir auch grausam. Das war für uns nicht einfach“, erklärte Kouzbour. „Wir haben keinen Einfluss darauf, wer zu uns kommt.“ Wobei die Auffälligen nur einen kleinen Prozentsatz ausmachen.

Nicht vergessen dürfe man auch, dass es im vergangenen halben Jahr keinen einzigen Einsatz in der Zentralen Unterbringungseinrichtung gegeben habe. „In anderen Einrichtungen sieht das ganz anders aus. Bei uns ist es sehr ruhig“, so Kouzbour.

„Die Bezirksregierung tut solche Vorfälle nicht ab“

„Die Bezirksregierung tut solche Vorfälle nicht ab“, machte auch Simone Bürger von der Bezirksregierung deutlich. „Wir haben in der vergangenen Woche mehrere Leute verlegt.“ Man sei sehr bemüht, negative Vorfälle auf ein Minimum zu reduzieren. Gut arbeite die Bezirksregierung dabei mit European Homecare und der Security der ZUE zusammen. Das gelte auch für das Verhältnis zur Polizei, die man auch selbst rufe, wenn Bewohner außerhalb der Anlage Alkohol tränken und sich Grüppchen bildeten. „Wir sind äußerst bemüht, dass es in Rüthen ruhig und harmonisch zugeht.“

Daher suche man auch das Gespräch mit Nachbarn und biete monatlich eine Bürgersprechstunde an, zu der jeder mit Anregungen, aber auch Sorgen kommen könne. „Sie wird überhaupt nicht angenommen. Letztes Mal war kein einziger hier, der Sorgen loswerden sollte.“ Dass sei vielleicht auch der Tatsache geschuldet, dass die Flüchtlinge sich im Stadtgebiet unauffällig benehmen. Außerdem befinden sich unter den 420 Bewohnern, die derzeit in der Rüthener Einrichtung untergebracht sind, viele Familien. „Es sind etwa 60 Familien mit über 100 Kindern – das ist schon sehr viel“, betonte Simone Bürger.

Viele positive Erfahrungen loben die Ehrenamtlichen

Ebenso stellte sie heraus, dass man nicht nur für alle Rüthener ein offenes Ohr habe, sondern auch für die Ehrenamtlichen. „Bisher hatten wir erst einen Ehrenamtler mit einer negativen Grundeinstellung, der aber mit einer positiven Meinung aus dem Gespräch heraus gegangen ist.“

Auch die Ehrenamtlichen lobten in der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises Asyl die gute Zusammenarbeit mit dem Betreiber der ZUE, European Homecare, und mit den Flüchtlingen. „Ich habe viele positive Erfahrungen gemacht mit den Flüchtlingen, Ausnahmen gibt es überall“, betonte Judith Bsdurek von der Nähstube. „Wir möchten hier etwas Positives bewirken und versuchen das umzusetzen.“ Umso trauriger sei die negative Einstellung vieler Rüthener der Einrichtung gegenüber. „Ich war entsetzt nach Silvester wie negativ das Bild der Einrichtung in Rüthen geworden ist“, so Irmhild Bertram.

Neues Schulprojekt für Kinder eingerichtet

Dabei tue sich hier einiges Positives. So wird ein neues Schulprojekt für Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren angeboten. „Wir haben ab dem 1. Februar eine Erzieherin eingestellt“, erläuterte Abdelkader Kouzbour. Diese werde täglichen Unterricht für die Kinder anbieten. „Leider ist die Schulpflicht an öffentlichen Schulen ja für Kinder in einer Landeseinrichtung außer Kraft gesetzt.“

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