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LWL-Standorte kommen im Warsteiner LWL-Festsaal zusammen

In diesem Jahr treffen sich die Vertreter des Forschungsinstituts in Warstein. Links: Dr. Volkmar Sippel vom hiesigen Standort.

Foto: Elisa Sobkowiak

In diesem Jahr treffen sich die Vertreter des Forschungsinstituts in Warstein. Links: Dr. Volkmar Sippel vom hiesigen Standort. Foto: Elisa Sobkowiak

Warstein.   Fortbildungstag um Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik: Ärzte und Fachkräfte verbringen oft mehr Zeit mit Bürokratie als mit Patienten

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Die Ärzte haben zu wenig Zeit, die Patienten fühlen sich nicht richtig umsorgt. Gleichzeitig sind aber auch die Ärzte unzufrieden mit dem Klinikalltag, verbringen laut einer Studie rund 44 Prozent ihres Arbeitsalltags allein mit Bürokratie und Zettelwirtschaft, ohne auch nur einen Patienten gesehen zu haben.

Jubiläum in Warstein

Unter anderem mit diesem kritischen Thema beschäftigten sich am Donnerstagmorgen Psychologen, Fachärzte und -kräfte aus allen LWL-Standorten. In diesem Jubiläumsjahr – denn der Fortbildungstag fand nun zum bereits 10. Mal statt – erstmalig im LWL-Festsaal in Warstein.

Kurzvorträge über aktuelle empirische Studien zu unterschiedlichen Aspekten der psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung bildeten den Rahmen des Vormittags – unter dem Schwerpunktthema „Psychosomatik – quo vadis“ widmete man sich sinngemäß auch folgenden Fragen: Wo sollen aktuelle Entwicklungen hinführen, wie soll es weitergehen?

Verschiedene Berufsgruppen

Neben den ärztlich-therapeutischen Berufsgruppen kamen auch die Pflege, das betriebswirtschaftlich-kaufmännische und das Qualitätsmanagement zu Wort, beteiligten sich aktiv an Diskussionen über die vorgestellten Ergebnisse der laufenden Forschungsprojekte. Johannes Leonard Gabriel aus Bochum etwa erläuterte den Zuhörern die Evaluation der Zeiten und Inhalte des Dokumentationswesens, schilderte, wie viel Zeit Sozialarbeiter, Oberärzte und Pflegepersonal mit welchen Arbeiten verbringen.

„Mit dem Rücklauf sind wir in diesem Forschungsprojekt nur teilweise zufrieden. Denn auch mit leider reichlich eingerechneten Überstunden erscheinen uns einige Angaben aus der Pflege – wie etwa 40 Stunden pro Woche nur mit Organisation zu verbringen – eher unrealistisch.“ Genauere Messungen, bei denen die Arbeitnehmer in ihrem Alltag begleitet werden, sollen im weiteren Projektverlauf stattfinden.

Eigene Daten erhoben

Simone Efkemann, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut, stellte anschließend die Ergebnisse der Studie „ZWARED – Zwang in der Psychiatrie reduzieren“ vor. „Unter verschiedenen Bedingungsfaktoren, wie etwa soziodemografischen Aspekten, konnten wir neben den Daten vom Land NRW auch selbst Daten erheben“, so Efkemann.

Betrachtet wurden hierbei unter anderem die psychiatrischen Unterbringungen nach PsychKG (Gesetz über Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten). Eines der Ergebnisse: Ein negativer Zusammenhang zwischen der Selbstmelderquote und Haushalten mit niedrigem Einkommen.

Austausch als Intention

„Wir rotieren ja immer zwischen den Standorten. Wo wir uns treffen ist eigentlich egal, wichtig ist, dass sich turnusmäßig ausgetauscht und auf den neuesten Forschungsstand gebracht wird“, betonte Dr. Georg Juckel von der Klinik der Ruhruniversität Bochum schließend die Intention der jährlichen Zusammenkünfte.

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