LWL-Klinik Warstein

LWL eröffnet Institut für Rehabilitation in Warstein

Eröffnung des Instituts für Rehabilitation in den LWL-Kliniken Warstein und Suttrop am Freitag, 20. April 2018

Foto: Sebastian Hahn

Eröffnung des Instituts für Rehabilitation in den LWL-Kliniken Warstein und Suttrop am Freitag, 20. April 2018 Foto: Sebastian Hahn

Suttrop.   Der LWL hat am Standort Warstein sein neues Institut für Rehabilitation veröffentlicht. Was die Verantwortlichen vor Ort vor haben.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat sein neues Institut für Rehabilitation eröffnet. „Das neue Gebäude ist nicht nur eine Investition in die Zukunft des Standorts Warstein, sondern zugleich auch ein wichtiger Versorgungsbaustein für die Region Südwestfalen“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Freitagmittag im Festsaal auf dem LWL-Gelände.

Mit der medizinisch-beruflichen Rehabilitation haben die Kliniken in Warstein zugleich ein neues Alleinstellungsmerkmal: Deutschlandweit gibt es nur zwei weitere Institute dieser Art, in Heidelberg und Saarbrücken.

Die Reha-Phase II

In einem sechswöchigen Prozess werden die Rehabilitanden beurteilt und ihre Optionen für eine Rückkehr ins Berufsleben geprüft. „Für viele ist das ein schwerer Prozess, wir stoßen im Alltag auch auf Widerstand. Vor allem wenn es darum geht, in den vorherigen Beruf zurückkehren, der einen ,krank gemacht’ hat“, erklärt Institutsleiter Dietmar Böhmer.

Bereits seit Anfang Januar kümmern er und seine Kollegen sich um die nun bis zu 44 Menschen, die im neuen Gebäude Platz finden. Gestartet war das Pilotprojekt in der sogenannten Reha-Phase II vor knapp acht Jahren.

„Wir haben mit vier Patienten angefangen, aufgrund der hohen Nachfrage dann auf zwölf Patienten aufgestockt“, erklärt Böhmer. Daher wurde auch das Personal aufgestockt: Im Bereich der Rehabilitation psychisch kranker Menschen (RPK), die vor der Reha-Phase II stattfindet, und in der medizinisch-beruflichen Rehabilitation, arbeiten nun 25 statt wie bisher 13 Personen.

Das Gebäude

Auf knapp 1700 Quadratmetern stehen den 44 Rehabilitanden nicht nur Einzelzimmer zur Verfügung, es gibt auch eine Lernküche und Handwerksräume. „Die ersten Wochen der Reha finden überwiegend im neuen Gebäude statt. Dafür ist es optimal ausgestattet. Wir wollen die Menschen nicht abgeschottet unter der Käseglocke Psychiatrie behandeln, sondern in einem offenen Prozess“, ergänzt Dietmar Böhmer, der von allen Rednern als „Motor“ hinter dem Projekt gelobt wurde. Dabei sollen sich die Rehabilitanden abends und am Wochenende selbst versorgen, um die Selbstständigkeit zu fördern.

Die Unternehmen

Insgesamt 50 Unternehmen aus der Region arbeiten mit den LWL-Kliniken als Kooperationspartner zusammen. „Die Rehabilitanden sollen dort Praktika absolvieren, um zu schauen wie belastbar sie sind“, erklärt Dietmar Böhmer. Das das Problem akut ist, zeigt eine Statistik: 43 Prozent aller Neurentner in 2016 sind wegen einer dauerhaften psychischen Erkrankung aus dem Berufsleben ausgeschieden.

„Das ist Platz 2 hinter den Wirbelsäulenleiden“, mahnt Matthias Löb. „Wir wollen damit den Menschen nach einer psychischen Erkrankung mögliche Arbeitslosigkeit oder Frühverrentung ersparen.

Die Rehabilitanden

„Es sind nicht die Top-Manager oder Wirtschaftsbosse, die wegen Burn-Out-Erkrankungen zu uns kommen: Es sind überwiegend Menschen aus dem Gesundheits- oder Sozialsektor, sowie der Verwaltung“, erklärt Dietmar Böhmer. Über die Hälfte aller bisherigen Aufnahmen stammen aus diesen beiden Bereichen, gefolgt vom Dienstleistungssektor. „Das zeigt, dass die Probleme vor allem an den Punkten entstehen, wo Menschen mit Menschen in Kontakt kommen und arbeiten“, erklärt Dietmar Böhmer.

Die Zukunft

Am Standort Warstein sei noch nicht das Ende der Umstrukturierungen angelangt, so Löb. „Egal ob eine Aufarbeitung der Historie in Form eines Museums oder die bessere Anbindung an die Kernstadt. In Zukunft kann noch einiges bewegt werden.“

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